Trends für 2023 in Monitoring und IT

Paessler kann hier exemplarisch für das Kooperationsmodell stehen: Für einen Monitoring-Hersteller sind bestimmte Kooperationen eine Pflichtübung. Um sicherzustellen, dass unsere Produkte in der Lage sind, Standard-Hardware und -Applikationen zuverlässig zu überwachen, müssen wir eng mit den Marktführern in der IT zusammenarbeiten. Darüber hinaus versprechen aber viele Kooperationen mit kleineren, innovativen Unternehmen zusätzlichen Mehrwert für unsere Kunden. Voraussetzung ist die technische Integration der Lösungen – damit sind wir in der Lage, Systeme anzubieten, die IT-Management über reines Monitoring hinaus leisten. Unsere Monitoring-Lösung PRTG stellt dabei Verfügbarkeit und Performance der integrierten Systeme sicher und umfasst gleichzeitig das Dashboard, das einen zentralen Überblick über alle integrierten Lösungen liefert.

Digitalisierung

IoT hat als Trend oder Schlagwort im professionellen Bereich sein Verfallsdatum schon länger überschritten. Das bedeutet allerdings nicht, dass IoT nicht mehr stattfindet oder kein Thema mehr ist. Im Gegenteil: IoT hat sich weiterentwickelt. Heute wird in der Regel differenziert, wir sprechen von IIoT, Smart City, Intelligent Building oder, allgemeiner, von Digitalisierung. Was vor einigen Jahren noch Zukunftsmusik war, ist heute in der Breite angekommen.

Vor ein paar Jahren hatte ich ein Gespräch mit dem IT-Leiter einer großen deutschen Klinik über das Thema Digitalisierung. Er hatte von einem Streit zwischen der IT und den Fachabteilungen gesprochen, bei dem er, beziehungsweise die IT, bisher sämtliche Auseinandersetzungen bis auf eine gewonnen habe. Diese eine war damals noch nicht beendet, aber er war sicher, dass er auch die gewinnen würde. Hat er in der Zwischenzeit. Bei dem Streit ging es um Zugriff der IT auf die medizinischen Systeme, die bis dahin fest in der Hand der Fachabteilungen waren. Die Digitalisierung hat eine völlig neue Ausgangslage geschaffen. Wollte früher der Arzt mit dem Patienten dessen Röntgenbilder besprechen, dann bekam er einen Abzug aus der Röntgenabteilung. Heute erwartet der Arzt, auf sämtliche Daten des Patienten zu jeder Zeit und überall digital zugreifen zu können. Das funktioniert allerdings nur über die IT, die zum einen die IT-Systeme für die Speicherung, den Transport und die Anzeige der Daten verantwortet, zum anderen aber auch Zugriff auf die medizinischen Geräte und Systeme und damit auf die dort erzeugten Daten braucht.

Ähnlich wie im Krankenhaus funktioniert die Digitalisierung in so gut wie allen Branchen, von der Industrie über Gebäudetechnik bis hin zu Flughäfen oder Fußballstadien: Überall gibt es branchenspezifische Geräte und Systeme, die plötzlich in den Verantwortungsbereich der IT kommen. Das stellt die IT vor völlig neue Herausforderungen. Riesige Datenmengen müssen plötzlich verarbeitet werden, von branchenspezifischen Methoden und Protokollen in IT-kompatible übersetzt werden, um dann weiterverarbeitet und ausgewertet werden zu können.

Heute ist die Digitalisierung erwachsen geworden. Es geht nicht mehr darum, passende Systeme zu entwickeln oder zu etablieren, es geht darum, die ständig steigende Nachfrage zu erfüllen. Digitalisierung ist ein Trend, der viele betrifft. Dabei spielt Monitoring eine wesentliche Rolle: Um bereichsübergreifende Systeme und Prozesse zuverlässig warten zu können, benötigen IT-Teams Tools, die über die klassische IT hinaus auch Verfügbarkeit und Zustand von Produktionsanlagen, Gebäudetechnik oder medizinischen Systemen überwachen können. Voraussetzung dafür ist, dass diese Monitoring-Systeme entsprechende Methoden und Protokolle wie beispielsweise OPC-UA, Modbus oder MQTT im Produktionsumfeld oder DICOM und HL7 im Gesundheitswesen unterstützen.

Automatisierung

Suchen Sie gerade händeringend IT-Fachleute? Dann sind Sie nicht die einzigen. Fachkräftemangel in der IT ist ein riesengroßes Thema. Einfache Marktgesetze wie der Zusammenhang von Nachfrage und Preis verschärfen die Situation: Qualifiziertes Personal wird immer teurer. Eine mögliche Lösung bietet die Automatisierung. Nicht überall sind qualifizierte Fachkräfte 1:1 ersetzbar, aber komplexe Prozesse können unter Umständen durch Automatisierungsmaßnahmen vereinfacht werden, einfache Aufgaben von automatisierten Prozessen übernommen werden. Das entlastet das Fachpersonal und gibt Ressourcen frei.

Auch im Bereich Monitoring kann Automatisierung auf unterschiedlichen Ebenen für Entlastung sorgen. So bieten manche Monitoring-Tools die Option, im Fall einer Störung ein Skript auszulösen, das beispielsweise eine Firewall bootet oder einen Dienst neu startet. Komplexere Automatisierungsprozesse lassen sich durch die Integration unterschiedlicher Tools bewerkstelligen. So kann beispielsweise PRTG eine Fehlermeldung an NetBrain schicken, NetBrain generiert eine kontextsensitive Map und spielt diese an PRTG zurück, so dass der zuständige Experte nicht nur den Fehler, sondern auch die davon betroffene Peripherie im Blick hat. Gleichzeitig triggert NetBrain ein sogenanntes Runbook, das erste Maßnahmen auslöst. Ein derartiges System entlastet Helpdesk- und Bereitschaftsteams und sorgt für zusätzliche Sicherheit.