Supply Chain 4.0 erfordert das Aufbrechen von Informationssilos

Autor/Redakteur: Dave Fraas, Director of Software Engineering bei C.H. Robinson/gg

Von der Buchungsbestätigung bis zum Eintreffen der Bestellung am Zielort: Der Versand eines Pakets umfasst mehrere hundert Arbeitsschritte, an denen viele verschiedene Teams arbeiten. Mit der zunehmenden Komplexität der Supply Chain werden die Abläufe noch aufwendiger, vernetzter und zeitkritischer. Die heutige Lieferkette ist so gesehen keine Kette, sondern ein Netzwerk aus komplexen Prozessen und Informationen. Es kommunizieren nicht nur Absender und Empfänger, sondern alle an den Prozessen beteiligten Akteure. Zu der steigenden Geschwindigkeit kommen ständige Veränderungen sowie Störungen hinzu, auf die schnell reagiert werden muss. Diese sind beispielsweise Unwetter, Staus und geschlossene Grenzen. Unternehmen müssen sicherstellen, dass der Lieferprozess trotz möglicher Störungen reibungslos funktioniert – und ihre Netzwerke widerstandsfähiger und agiler ausrichten. Allerdings scheinen viele dafür nicht ausgelegt zu sein. Um zukunftsfähig zu bleiben, müssen sie in neue, moderne Prozesse und Systeme investieren sowie ihre Abläufe digitalisieren.

Bild: C.H. Robinson

Informationssilos überwinden

Die neuen Rahmenbedingungen haben die Anforderungen an die Lieferkette grundlegend verändert. Wie eingangs erwähnt, sind schnelle Entscheidungen jetzt noch wichtiger für den Erfolg eines Unternehmens als früher. Voraussetzung dafür sind vorhandene und aktuelle Informationen, die das Unternehmen bereitstellt. Dazu kommen Daten von Spediteuren, Lieferanten, Partnern und Kunden. Die Daten jedes einzelnen Akteurs bieten wichtige Informationen, die für einen reibungslosen Lieferprozess wichtig sind. Sie geben Auskunft über genaue Ankunftszeiten, alternative Routen oder neue Transportmittel, die für diesen Transport am besten geeignet sind. Diese relevanten Daten sind allerdings oft in unterschiedlichen Systemen vorhanden. Sie werden oftmals nicht in anderen Systemen synchronisiert, es kommt zu Informationssilos. Um diese Silos aufzubrechen, benötigen Unternehmen eine zentrale Plattform, die alle Systeme miteinander verbindet und Informationen in Echtzeit bereitstellt. Dazu gehört auch die lückenlose Verknüpfung mit ERP, Online Business Intelligence und Transportmanagement-Software.

Moderne Technologien für eine digitalisierte Lieferkette

Indem alle Teilnehmer ihre Daten auf einer Plattform und somit mit den anderen in den Lieferprozess involvierten Akteuren teilen, können sie ihre Abläufe besser koordinieren und die Supply Chain flexibilisieren. Supply Chain 4.0 in Form der Verbindung von Systemen mit dem Informationsfluss in der Lieferkette und der Einbeziehung moderner Technologien ist hier ein Schlüssel zum Erfolg einer resilienten Lieferkette. Um die Menge an verfügbaren Daten schnell auszuwerten, bedarf es Technologien wie Künstliche Intelligenz, Big Data Analytics und IoT. Sie brechen die Datensilos auf, die in traditionellen Lieferketten noch vorzufinden sind und ermöglichen Transparenz, Agilität sowie eine flexible Optimierung von Abläufen. Meist basieren diese Plattformen auf Maschinellem Lernen, die alle Routen und Prozesse optimieren und bessere Ergebnisse für alle beteiligten Parteien schaffen. Durch den Einsatz moderner Technologien erreichen Unternehmen nicht nur eine reibungslose Übergabe von Gütern für den Transport außerhalb des Unternehmens, sondern ermitteln auch den bestmöglichen Lieferweg und ein positives Kundenerlebnis. Damit setzen sie Ressourcen frei, um die Supply Chain 4.0 und die Digitalisierung der Lieferkette voranzubringen.