Die Weiterentwicklung des Mainframes

Autor/Redakteur: Thomas Keisel, Vice President Central Europe, Eastern Europe bei Compuware/gg

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Schon seit über 50 Jahren ist der Mainframe ein stabiles Herzstück der Unternehmens-IT. Nach einer Erhebung von Vanson Bourne im Auftrag von Compuware gehen 92 Prozent der deutschen CIOs davon aus, dass dies auch in den nächsten zehn Jahren so bleibt. 84 Prozent sehen ihn als Schlüssel für Innovationen.

Mehr als 220 Milliarden Zeilen an Mainframe-Anwendungscodes sind heute in Gebrauch und fünf Milliarden kommen jedes Jahr hinzu. Über 1.15 Millionen CICS-Transaktionen werden jede Sekunde auf System z ausgeführt. Das ist mehr als alle Google-Suchanfragen, YouTube-Aufrufe, Facebook-Likes und Twitter-Tweets zusammen. Durch die allgegenwärtige Digitalisierung und den Boom mobiler Anwendungen ist der Mainframe heute mit vielen zusätzlichen Workloads, beispielsweise durch Mobile Banking, konfrontiert. Heute laufen neuere und verschiedenartigere Arbeitsprozesse auf dem Mainframe als vor fünf Jahren. Verteilte Anwendungen haben im gleichen Zeitraum die Mainframe Workload um knapp 40 Prozent erhöht. Dabei ist es geschäftsentscheidend die Entwicklungsprozesse zu beschleunigen, um mit den Anforderungen der Kunden und dem Wettbewerb Schritt zu halten.

Ineffizienzen zukünftig vermeiden

Eine unzureichende Zusammenarbeit in der Entwicklung kann dazu führen, dass man die Bedürfnisse der Kunden aus den Augen verliert oder zu viel Aufwand betreibt. Zum Beispiel kann dann eine Anwendung für Mobile Banking die Eingabe der Kontodaten durch den Kunden mehrmals erfordern, obwohl diese bereits im System vorliegen. Neben Mehraufwand für den Nutzer erzeugt dies auch überflüssigen Datenverkehr auf dem Mainframe.

Solche Ineffizienzen können vermieden werden, wenn die Teams für die Entwicklung von verteilten Anwendungen und Mainframe-Applikationen eng zusammenarbeiten. Dazu ist die Beschreibung der gewünschten Nutzungsprozesse vom ersten bis zum letzten Schritt notwendig, um die finale Anwendung zu definieren.

Jedoch wird dieser Schritt immer komplexer, da die Teams heute oft über viele Regionen und sogar Kontinente verteilt sind. Der Trend zu DevOps für verteilte Anwendungen hat die Messlatte sehr hoch gesetzt und zeigt, wie Grenzen zwischen verschiedenen Abteilungen überwunden werden. Ebenso stehen für die geografischen Herausforderungen heute auch viele praktische, effiziente Collaboration-Tools zur Verfügung.

Insgesamt findet der DevOps-Ansatz verzahnt mit der Entwicklung und dem Betrieb auch im Mainframebereich immer mehr Anhänger. Das althergebrachte Wasserfall-Modell verschwindet. Der Trend geht hin zu agilen Prozessen.