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Frage der Woche: Welche Auswirkungen erwarten Sie dieses Jahr von Windows 10 auf den PC-Markt? (Teil 2)

FDW

Im zweiten und letzten Teil befassen sich diverse weitere Ansprechpartner mit unserer Frage der Woche. Dazu gehören Mitarbeiter von Spiceworks, TAP.DE Solutions, Dell, das SANS Institut, Concept International, Mindtree und Bitdefender.

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Peter Tsai, IT Analyst bei Spiceworks: „Da Windows 10 gut auf älteren PCs mit Windows 7 oder Windows 8 läuft (die Systemanforderungen sind die gleichen), ist es unwahrscheinlich, dass der PC-Markt einen großen Schub erfahren wird, auch wenn 73 Prozent der IT-Profis planen in den nächsten zwei Jahren auf Windows 10 umzusteigen. Auch weil viele Windows 10-Umsteiger das kostenlose Upgrade-Angebot oder ihre Software Assurance Upgrade-Rechte nutzen, wird Microsoft keinen großen finanziellen Gewinn zu verzeichnen haben, wenn die meisten Umsteiger ihre vorhanden Geräte nur aktualisieren und keine neue Hardware kaufen.“

Michael Krause

„Das neue Microsoft-Betriebssystem ist ein Quantensprung: Es verändert unseren Zu- und Umgang mit Hard- und Software grundlegend“, denkt Michael Krause, Geschäftsführer der TAP.DE Solutions GmbH. „Schon heute spielt Windows 10 in den Unternehmen, unabhängig von Größe und Branche, eine gewichtige Rolle. Diese Bedeutung wird mit Windows 10 Mobile noch zunehmen und in 2016 viele Migrationsprojekte und Mobility-Konzepte prägen. Darauf freue ich mich, denn es ist der richtige Weg.“

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„Grundsätzlich erwarten wir, dass Windows 10 den PC-Markt in diesem Jahr beflügeln wird“, so Marcus Reuber, Field Product Manager Client Solutions bei Dell. „Wie wir schon in der Vergangenheit beobachten konnten, haben viele Geschäftskunden nach der Veröffentlichung des neuen Betriebssystems zunächst etwas Zeit verstreichen lassen, um sich ein genaueres Bild machen zu können. Wir gehen davon aus, dass die Unternehmen nun nach und nach mit der Validierung beziehungsweise mit der Einführung von Windows 10 beginnen. Eine treibende Kraft dafür ist beispielsweise der Wunsch der Benutzer, neue Formfaktoren wie 2-in-1-Geräte mit Touch-Bildschirmen oder Ultra-Thin-Notebooks im Geschäftsalltag einzusetzen. Neue und flexible Docking-Lösungen, basierend auf dem Typ-C Stecker, erlauben zudem, unterschiedliche Geräte und Formfaktoren wesentlich einfacher in die bestehende Unternehmens-IT und Arbeitsplatzkonzepte zu integrieren. Mit der Veröffentlichung der 6. Generation Intel i-Core Prozessoren (Skylake), steht nun zudem eine neue Rechner-Generation zu Verfügung, die eine höhere Leistung bei geringerem Stromverbrauch bietet und optimal auf den Einsatz mit Windows 10 abgestimmt ist.“

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„Windows 10 kann nicht allein die Kräfte beeinflussen und umkehren, die den Rückgang der PC-Verkäufe bewirkt haben“, erklärt Jason Fossen, Fellow beim SANS Institut für SEC505: Securing Windows with PowerShell and the Critical Security Controls. „Aus der Sicht von Microsoft ist Windows 10 in erster Linie eine Plattform, um Cloud-Services zu verkaufen. Erst in zweiter Linie ist es eine Quelle für Lizenzeinnahmen. Wenn Microsoft irgendwann die Windows Home Edition kostenlos anbietet, dann wird sich das positiv auf die PC-Verkäufe auswirken – aber soweit sind wir noch nicht.“

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Mike Finckh, IT-Vertriebsprofi und Geschäftsführer des Distributors Concept International, ist Gründer des Hardware-Startups Modinice. Er sagt: „Die Strategie, Windows 10-Upgrades kostenlos abzugeben, ist brillant. Aktuell werden noch viele PCs mit günstigerem Windows 7 verkauft, die aus Kostengründen vor dem Sommer auf 10 wechseln ‚müssen‘. Auf der Seite der Bestandskunden drückt Microsoft Windows 10 mit dem kostenlosen Update in den Markt. Wenn sie das dann im Juni einstellen, ist die Marktdurchdringung so hoch, dass sich wohl keiner mehr ernsthaft überlegt, einen PC mit Win7 zu kaufen. Die OEM-Umsätze von Microsoft werden massiv ansteigen. In einem Markt, in dem Anwender immer mehr (kostenlose) Betriebssystemalternativen haben, ist das der einzige Weg, die Marktdominanz zu erhalten oder Anteile zurück zu holen.“

Amit Raja

„Windows 10 ist ein gut durchdachtes Produkt von Microsoft“, findet Amit Raja, Technical Architect bei Mindtree. „Die kostenlose Verteilung des Updates auf Windows 10 hatte bisher auch bei unseren Kunden großen Einfluss auf die Einführung der neuen Software. Das Angebot von Microsoft soll jedoch am 29. Juli 2016 enden. Für Hardwareanbieter fließt der Hauptumsatz, wenn Unternehmen ihre Endanwendersysteme erneuern. Das geschieht üblicherweise in einem Rotationszyklus von drei bis fünf Jahren und sichert den Hardwareanbietern einen sicheren Ertrag. Wir nehmen an, dass die meisten Unternehmen in diesem Jahr von Windows 7 zu Windows 10 wechseln werden. Das Update wird sich bei Serviceanbietern in höheren Einnahmen niederschlagen. Kunden, die bereits Windows 8.1 nutzen, werden den Updateprozess allerdings schrittweise vornehmen, anstatt einen größeren Sprung zu wagen.

Windows 10 Mobile stellt trotz der einheitlichen Benutzeroberfläche eine große Herausforderung für Systemintegratoren dar – auch aufgrund der noch mangelnden Gerätebasis. Wenn das Surface Phone kommt, bietet sich hier eine Menge an Potenzial für innovative Lösungen. Auch wenn es aktuell noch nicht praktikabel ist, alle Desktops und Laptops am Arbeitsplatz mit Surface Pro Geräten zu ersetzen, zeigt sich dennoch, dass die Geräte wegen des Trends zur mobilen Arbeit auch in großen Unternehmen an Bedeutung gewinnen.“

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„Als Anbieter von Sicherheitslösungen können wir verstehen, warum Benutzer weniger an neuer Hardware interessiert sind, sondern mehr auf die allgemeine Sicherheit ihrer Online-Daten achten – unabhängig von der Plattform, auf der sie sich bewegen“, schließt Bogdan Botezatu, Senior e-Threat-Analyst bei Bitdefender, das Thema ab. „Bei der Vielzahl von Geräten, die eine Person besitzt, ist das eine gesunde Einstellung und eine, die von Microsoft ebenfalls in Betracht gezogen und unterstützt wird. Ob Surfen im Internet auf dem Laptop, Spiele spielen auf dem Desktop-PC oder Social-Networking mit dem Handy, Benutzer benötigen konsistente Datenschutz- und Sicherheitssysteme auf allen Geräten.“