Digitalisierung: Ein hybrider Ansatz zum Optimieren der Infrastrukturkosten

Autor/Redakteur: Tytus Kurek, Produktmanager bei Canonical/gg

Die Digitalisierung und im Zuge dessen die Optimierung der Infrastrukturkosten ist für viele Unternehmen auf der ganzen Welt zu einer geschäftlichen Priorität geworden. Der rasante Anstieg der Nachfrage nach digitalen Diensten in den letzten Jahren hat die Unternehmen gezwungen, ihre IT-Infrastruktur zu modernisieren und in die Cloud zu verlagern. Hier wurden ihnen optimierte Kosten, mehr Agilität und ein effizienter Betrieb versprochen.

Bild: Canonical

Aus wirtschaftlicher Sicht ist die Cloud-Migration allerdings nicht so einfach. Viele Unternehmen, die anfangs begeistert eine Cloud-Strategie verfolgten und alle ihre Arbeitslasten in Public Clouds verlegten, mussten im Laufe der Zeit einen Kostenanstieg feststellen. Laut der IDC Cloud Pulse 4Q19 Quarterly Summary verlagern 85 Prozent der Unternehmen Workloads aus der Cloud zurück in den On-Premise-Bereich, um die Kontrolle über ihre Budgets zurückzugewinnen und langfristige Kosteneinsparungen zu erzielen.

Bei der Suche nach einer kostenoptimierten Infrastruktur kristallisiert sich Hybrid/Multi-Cloud als beliebte Architektur heraus. Laut dem Bericht von 451 Research über Cloud-Trends im Jahr 2020 verfolgen 62 Prozent der Unternehmen eine hybride IT-Strategie. Dieser Ansatz vereint das Beste aus Public und Private Cloud und stellt sicher, dass Workloads immer dort ausgeführt werden, wo es aus wirtschaftlicher Sicht am sinnvollsten ist. Doch wie können Unternehmen sicherstellen, dass sie den für sie richtigen Cloud-Ansatz wählen?

Public Cloud versus Private Cloud: die Herausforderungen

Bei der Entscheidung zwischen Private und Public Cloud geht, hat jedes Unternehmen seine eigenen Gründe für die Wahl der einen oder anderen Lösung. Einer der häufigsten Entscheidungsfaktoren sind jedoch die Kosten, unterteilt in Investitionsausgaben (CAPEX) und Betriebskosten (OPEX). CAPEX sind die großen, langfristigen Ausgaben eines Unternehmens, während OPEX die täglichen Ausgaben eines Unternehmens sind. Beide spielen eine große Rolle bei der Optimierung der Cloud-Kosten.

Der Hauptgrund für den anfänglichen Erfolg von Public Clouds war ihre Benutzerfreundlichkeit und die CAPEX-Kosten, die fast bei Null lagen. In der Welt der Public Cloud genügt es ein Konto einzurichten und die Kreditkarte an das Abrechnungssystem anzuschließen. Schon stehen die Ressourcen der öffentlichen Clouds bereit. Bei privaten Cloud-Plattformen sind die CAPEX-Kosten jedoch extrem hoch. Das liegt daran, dass die Implementierung einer Private Cloud Spezialwissen und den Erwerb von Hardware- und Softwarelizenzen erfordert, die im Voraus bezahlt werden müssen.

Betrachtet man hingegen die OPEX-Kosten, so sprechen die Zahlen für die Private Cloud. Denn Public Clouds leiden in der Regel unter mangelnder Preistransparenz, und ihre Gebühren sind teuer, vor allem wenn es um langfristige und umfangreiche Arbeitslasten geht. Die OPEX-Kosten von Private Clouds sind dagegen relativ statisch und im Falle kosteneffizienter Private Cloud-Plattformen wie OpenStack im Vergleich zu den OPEX-Kosten von Public Clouds sehr viel niedriger. Bei der Optimierung der Infrastrukturkosten sollten daher immer die Gesamtbetriebskosten auf der Grundlage der aktuellen Anzahl der Arbeitslasten und ihrer Wachstumsprognose betrachtet werden. Ob ein Unternehmen eine private oder öffentliche Cloud-Infrastruktur wählt, hängt von seinen individuellen Bedürfnissen ab. Wir beobachten jedoch häufig, dass Unternehmen am erfolgreichsten sind, wenn sie Aspekte beider Möglichkeiten nutzen und einen hybriden Ansatz in ihren Betrieb integrieren.

Einführung einer hybriden Strategie

Da sowohl öffentliche als auch private Clouds ihre eigenen wirtschaftlichen Vorteile haben, ist es sinnvoll, eine hybride Strategie zu verfolgen. Denn die Komplexität heutiger Unternehmen erfordert in der Regel eine Mischung aus On-Prem- und Public Clouds, ganz gleich, ob es sich um ein Start-up, ein mittleres oder ein größeres Unternehmen handelt. Manche mögen Hybrid-Architektur als übertrieben betrachten. Viele Aspekte des Geschäfts- und Alltagslebens sind heute indes ohnehin hybrid, warum sollte es also bei der Cloud anders sein?