Data Sharing im Mittelpunkt der wirtschaftlichen, politischen und humanitären Transformation

Autor/Redakteur: Jean-Michel Franco, Product Marketing Manager bei Talend/gg

Durch die aktuelle Pandemie wird offensichtlich, wie wichtig vertrauenswürdige, genaue Echtzeitdaten auf globaler Ebene sind und welches Risiko Fake News für die Demokratie und die öffentliche Gesundheit bergen. Wie viele Menschen sind infiziert und wann wird die Herdenimmunität erreicht? Wie hoch ist die Mortalitätsrate des Virus? Wieso bewältigen einige Krankenhäuser, Regionen oder Länder die Krise besser als andere? Gibt es ausreichend freie Betten und medizinische Fachkräfte, um alle Infizierten zu behandeln? Wann gibt es genügend Informationen aus klinischen Studien über wirksame Heilmittel?

Bild: Talend

Zwar unterstreichen die derzeitigen Ereignisse die Bedeutung von Data Sharing auf globaler Ebene. Aber die Wucht der Pandemie hat auch die Einführung der neuen europäischen Digital- und KI-Strategie, die im Februar 2020 vorgestellt wurde, gedämpft und verschoben.

Unter Führung von Margrethe Vestager als EU-Kommissarin für Wettbewerb und Digitales sowie Thierry Breton, EU-Kommissar für Binnenmarkt und Dienstleistungen, wollte Europa seine Ambitionen, Führungsstärke und Souveränität bekräftigen und hierfür Programme auf den Weg bringen. Dafür hat sich die EU verschiedene Ziele gesetzt, darunter eine bessere Überwachung der Datennutzung, einen leichteren Austausch von Daten sowie die Förderung öffentlich-privater Partnerschaften, um Forschung und Entwicklung zu beschleunigen. Zwar wurde die Debatte durch COVID-19 aufgehalten, jedoch hat die Krise auch dazu geführt, dass Regierungen weltweit Mobilfunkbetreiber und Technologie-Giganten dazu aufgerufen haben, ihre Daten für die Bekämpfung des Virus zur Verfügung zu stellen. Doch es ist nicht einfach, eine gemeinsame Lösung zu finden, wie die Debatte über die europäische Initiative gezeigt hat.

Wie kann Data Sharing zwischen Organisationen erleichtert werden, ohne dass das Vertrauen der Öffentlichkeit verletzt und die ordnungsmäßige Nutzung der Daten sichergestellt wird? Wie können Unternehmen mit großen Datenbanken davon überzeugt werden, sie mit anderen zu teilen? Können Daten als ein Grundprinzip einer Gesellschaft gelten?

Gelingt es Europa, im neuen Daten-Zeitalter die Führung zu übernehmen?

„Die EU zum Vorbild für eine digitale Gesellschaft machen“, so lautet das Motto, das auf der Webseite zur Digitalstrategie der Europäischen Union nachzulesen ist und das Ziel zusammenfasst. Im Mittelpunkt steht dabei das Bestreben, Daten zum Motor der europäischen Wirtschaft zu machen.

Die Europäische Union gibt nicht nur einige wenige Empfehlungen, sondern beschließt Grundlagen für eine datengelenkte Gesellschaft. Die Strategie beschränkt sich nicht darauf, Regeln für den Zugang zu Daten, ihrer Nutzung und ihrer Verbreitung innerhalb und außerhalb der Europäischen Union aufzustellen, auch wenn dies ein wichtiger Aspekt der Strategie ist. Sie beabsichtigt darüber hinaus auch die Einrichtung einer Cloud-Infrastruktur zur Schaffung von „Data Spaces“, um eine gemeinsame Nutzung von Daten in den Bereichen Produktion, Gesundheit oder Umwelt zu ermöglichen. Des Weiteren plant die EU ein Bildungsprogramm aufzubauen, in dem Bürger mehr zum Thema Daten lernen.