Slow Food zum Weltmilchtag – Landkarte als Wegweiser zu guter Milch

Am ersten Juni ist Weltmilchtag. Dies nimmt Slow Food Deutschland zum Anlass, eine Deutschlandkarte vorzustellen, die Höfe mit frischer und meist naturbelassener Milch und traditionell hergestellten Produkten aufführt. Verbraucher, welche Milch höchster Qualität schätzen, sollten genau diese Betriebe unterstützen. Zudem hilft der Kauf beim lokalen Produzenten die Umwelt- und Klimabilanz positiv zu beeinflussen.

Milchglas - Slow Food - Foto: Alberto Peroli
Milchglas – Slow Food – Foto: Alberto Peroli

Denn Milch ist nicht gleich Milch. Die unterschiedlichen Herstellungs- und Weiterverarbeitungstechniken entscheiden darüber, ob und wie frisch sie wirklich ist und wie sie schmeckt. Die Art der Erzeugung wirkt sich außerdem höchst unterschiedlich auf Tierwohl, Umwelt und Klima aus. Milch von Kühen aus Weidehaltung, idealerweise aus mutter- oder ammengebundener Kälberaufzucht, mit geringer Verarbeitungstiefe und verkürzten Produktionsketten, haben insgesamt eine erheblich positivere Bilanz als ihre industriellen Pendants von Hochleistungskühen.

Die Kriterien für Milch und Milcherzeugnisse im Sinne von „gut, sauber, fair“ hat Slow Food 2019 in seiner Studie Umweltgerechtigkeit und Nachhaltigkeit in der Milchwirtschaft veröffentlicht. Unter anderem sind die Betriebe, die als Praxisbeispiele für nachhaltige Milchwirtschaft daran mitgewirkt haben, auf der neuen Milchlandkarte verzeichnet. Sie erleichtert den Bezug guter Milch und unterstützt ihre Erzeuger*innen. Die Regionalgruppen von Slow Food ergänzen künftig weitere Höfe. Ziel ist es, möglichst viele Ecken Deutschlands abzudecken.

Slow Food bringt Verbraucher u.a. bei Milchquerverkostungen auf den Geschmack guter Milch. Sie erfassen mit ihren Sinnen die geschmacklichen Welten, die zwischen industrieller und naturbelassener Milch liegen. Idealerweise entwickeln sie die Bereitschaft, Milch(-produkte) mehr wertzuschätzen, ihr Einkaufsverhalten umstellen und angemessene Preise für Milch zu zahlen. Gleichzeitig fordert Slow Food die Politik dazu auf, die Rahmenbedingungen für den Vertrieb und Zugang zu naturbelassener Milche zu schaffen. In Deutschland ist dies erschwert. Vorzugsmilch gibt es z.B. nur selten, weil sich wenige Milchbetriebe den strengen Anforderungen unterziehen. Rohmilch darf dagegen nur direkt ab Hof verkauft werden, etwa über sogenannte Milchtankstellen. Verbraucher in urbanen Räumen haben somit einen sehr beschränkten Zugang zu dieser Art Milche.

Zum Weltmilchtag 2020 bekräftigt Slow Food die Forderungen aus seiner Grundsatzerklärung zur Rohmilch. Der Erwerb von unbearbeiteter Milch soll einfach und unbürokratisch gestaltet und gefördert werden. Nur das gewährt Verbrauchern bundesweit Wahlfreiheit beim Einkauf.