Die Zukunft des Backups: Von periodisch zu kontinuierlich

Autor/Redakteur: Johan van den Boogaart, Regional Sales Manager bei Zerto/gg

Backup ist seit gut 35 Jahren ein wesentlicher Bestandteil der IT-Infrastruktur. Doch während sich die Datenmenge selbst und die gesamte IT-Landschaft dramatisch verändert haben, ist die Backup-Technologie im Wesentlichen gleich geblieben. In den weniger ausgelasteten Zeiten werden die Daten kopiert und an einem zweiten Ort gespeichert, von wo aus sie später wiederhergestellt werden können. Mit den neuen Anforderungen an moderne Rechenzentren scheint dieser auf Snapshots basierende Prozess veraltet zu sein, und viele Unternehmen stoßen an die Grenzen der aktuellen Backup-Technologie. Die Herausforderungen sind nicht die relativ einfache Erstellung von Backups, sondern das Gewährleisten der Verfügbarkeit zu jeder Zeit. Viele Unternehmen suchen deshalb nach Alternativen, um ihre Backup-Strategien zu modernisieren. Kontinuierliche Backups aufbauend auf Continuous Data Protection scheinen die logische Alternative zu periodischen Backups zu sein.

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Die Mängel der traditionellen Backup-Technologien

Systeme rund um die Uhr online und hoch performant zu halten, war noch nie so wichtig wie heute. Doch egal was die Ursache für einen Ausfall ist – Ransomware, Umweltkatastrophen oder schlicht menschliche Fehler – mit herkömmlichen Sicherungsmethoden kann die Wiederherstellung oft Tage dauern. Darüber hinaus kann ein periodisches Backup einen bis zu 24 Stunden währenden Datenverlust verursachen. Grund genug für Unternehmen sich nach zeitgemäßen und verlässlicheren Lösungen umzuschauen.

Periodische Backups, die nur einmal am Tag gemacht werden, können bis zu 24 Stunden Datenverlust verursachen (Grafik: Zerto)

Periodische Backups kosten viel Zeit und bedeuten in der Regel starke Performanceeinbußen für das System. Sie sind von Natur aus wenig granular und bei heutiger schnell ansteigender Datenmenge und notwendiger Aktualität deshalb sehr schnell veraltet. Auch die Verwaltung der Backups ist oft eine komplexe und ressourcenintensive Aufgabe, bei der dedizierte Systeme und Hilfslösungen wie Backup-Proxys oder Media Agents zum Einsatz kommen. Dies hat sogar dazu geführt, dass viele Unternehmen mittlerweile eigene Backup-Spezialisten in ihren IT-Teams beschäftigen.

Eine weitere große Herausforderung in heutigen IT-Umgebungen besteht darin, dass Anwendungen nicht auf einer einzigen virtuellen Maschine (VM) liegen, sondern auf verschiedene VMs mit unterschiedlichen Rollen verteilt sind. Oft sind diese Anwendungen teilweise abhängig von anderen Anwendungen, wodurch komplexe Anwendungsketten entstehen. Die erfolgreiche Wiederherstellung dieser gesamten Anwendungsketten hängt davon ab, wie konsistent diese einzelnen VMs wiederhergestellt werden können. Inkonsistenzen machen die Wiederherstellung von Anwendungen lästig, komplex, zeitaufwendig und erlauben oft keine schnelle Wiederaufnahme von Diensten. Aus diesem Grund wurden die RTOs für die Backup-Wiederherstellungszeit für Produktivsysteme immer länger.