Smart Working ist eine Herausforderung für die Infrastruktur

Autor/Redakteur: Martin Farjah/gg

Die digitale Transformation verändert die Geschäftswelt nachhaltig. Immer mehr Geschäftsprozesse werden digitalisiert. Das hat Folgen für jeden einzelnen Arbeitsplatz und die Art und Weise, wie zukünftig gearbeitet wird. Der digitalisierte Arbeitsplatz und moderne Applikationen führen zu mehr Effizienz, Agilität und Flexibilität. Das ermöglicht neue Arbeitsmodelle, steigert die Produktivität und stärkt auch Wettbewerbspositionen. Dabei muss allerdings auch die Infrastruktur mitmachen.

Die Arbeitswelt ist im Umbruch, wird durch die Globalisierung, die digitale Transformation sowie den demographischen Wandel geprägt. Das verändert auch Organisationsstrukturen und Hierarchien. Individualität, Mobilität und Vernetzung lösen starre Modelle ab. Mitarbeiter und Unternehmen müssen flexibler werden. Virtualisierung, das Cloud-Computing und moderne Kommunikationsmittel sind wichtige Motoren. Sie ermöglichen eine effizientere Nutzung vorhandener Ressourcen sowie die schnelle Einrichtung neuer Lösungen. Virtuelle Infrastrukturen und Software aus der Wolke unterstützen Unternehmen auch dabei, flexiblere Arbeitsplatzkonzepte zu realisieren.

Und im Wettbewerb um begehrte Fachkräfte sind moderne Arbeitsplätze und optimierte Organisationsformen oft entscheidender, als ein Firmenwagen oder hohe Bonuszahlungen. Attraktive Arbeitsplätze, wie sie Google oder Microsoft beispielsweise in ihren neuen Firmenzentralen in München anbieten, sind ein Magnet für „Digital Natives“, die jetzt auf den Arbeitsmarkt drängen. Zur Ausstattung moderner Arbeitsplätze gehören zudem digitale Kommunikationsmittel und die adäquate Software. Sie lassen sich aus der Cloud heraus schnell und unbürokratisch bereitstellen und produktiv nutzen. Aufwendige Implementierungsprozesse gehören der Vergangenheit an. Schnelligkeit und Flexibilität sind die Voraussetzung für die Arbeitswelt 4.0.

Schnelle Reaktion auf Marktentwicklungen

Modernste Technik und immer leistungsstärkere Endgeräte erlauben mittlerweile Arbeitsmodelle, die noch vor wenigen Jahren undenkbar waren. Digitalisierung und Vernetzung schaffen die Basis für zeitlich und räumlich flexibles Arbeiten. Die Folge sind eine schnellere Reaktionsfähigkeit auf Marktentwicklungen und Kundenwünsche. Dank Smartphones, Notebooks oder Tablets ist die Arbeit in vielen Bereichen deutlich flexibler geworden. Zudem ist nicht mehr jeder Firmenarbeitsplatz kontinuierlich belegt, weil sich das Geschäftsleben auch außerhalb des Firmensitzes abspielt, sei es im Homeoffice, am Flughafen oder in der Bahn, sowie vor Ort beim Kunden. Deshalb haben sich die Anforderungen an die Bürofläche verändert. Hier ist zunehmend mehr Agilität und Flexibilität gefragt.

„Allerdings braucht dieser Wandel auch Raum“, gibt Smaranda Beate Keller, Inhaberin des Beratungsunternehmens Smart Work Design in München zu bedenken. „Arbeitsumgebungen müssen sich verändern, um eine effektive und kreative Zusammenarbeit zu unterstützen sowie den Wissensaustausch und Lernprozesse zu fördern.“ Dafür sei die bestmögliche Verzahnung von Menschen, Raum und Technologie unverzichtbar. In vielen Unternehmen bedeutet das zunächst den Abschied von kleinen Büroeinheiten, hin zu offenen Bürokonzepten. Der persönliche Arbeitsplatz ist passé. Allerdings haben diese offenen Raumstrukturen nichts mehr mit den Großraumbüros der 1970iger Jahre gemein. Das gilt für die Gestaltung ebenso, wie für die Arbeitsoptionen. In der digitalen Bürolandschaft arbeitet jeder dort, wo Platz ist respektive wo sie oder er arbeiten möchte. Voraussetzung für ein praxisnahes Smart Working sind daher flexible Arbeitszonen. Sie müssen sich an die Tätigkeiten der Mitarbeiter anpassen lassen. Zu einem solchen Konzept gehören Ruhezonen mit Einzelarbeitsplätzen ebenso, wie Team-Offices oder Gemeinschaftsbereiche, die von größeren und kleineren Gruppen genutzt werden können.