Herausforderung im Rechenzentrum: Zertifizierungen – Auf diese Standards sollten Unternehmen achten

Autor/Redakteur: Wolfgang Kaufmann, Geschäftsführer bei Datacenter One/gg

Neue Technologien wie beispielsweise das Internet der Dinge oder virtuelle Meetings, die der aktuellen Pandemie geschuldet sind, verursachen Unmengen an Daten. Zur Verarbeitung dieser Daten werden Rechenzentren immer wichtiger – gleichzeitig müssen diese aber immer mehr stemmen und mit den massiven Datenmengen umgehen können. Viele Unternehmen lagern deshalb ihr eigenes Rechenzentrum oder Teile davon an externe Rechenzentrumsanbieter aus – die Auswahl ist riesig. Wie also einen geeigneten Anbieter finden?

Bild: Datacenter One

Große Entscheidungshilfen sind Zertifizierungen von objektiven Dritten, die bestätigen, dass das Rechenzentrum bestimmte Anforderungen erfüllt. Doch die Anzahl dieser Zertifizierungen ist hoch. Besonders Unternehmen, die wenig Kenntnisse über den Rechenzentrumsbetrieb haben, kommen hier schnell an ihre Grenzen und verlieren die Übersicht. Welche Zertifizierungen sind besonders wichtig? Und wofür stehen diese?

Steigende Anforderungen

Neben dem Druck, mit den Datenmengen umzugehen, steigen auch die Anforderungen von Unternehmen an Rechenzentrumsbetreiber. Das Rechenzentrum soll sich möglichst in der Nähe des Unternehmensstandortes befinden, um die Latenzzeiten so gering wie möglich zu halten. Bau und Betrieb des Rechenzentrums sollen besonders nachhaltig sein, betrieben mit 100 Prozent Ökostrom. Und das Rechenzentrum muss alle notwendigen Sicherheitsstandards erfüllen, um die Daten vor Cyberangriffen und physischen Attacken zu schützen.

Diverse Zertifizierungen garantieren, dass genau diese Punkte erfüllt sind, und sorgen dafür, dass sich nicht einfach jedes Rechenzentrum ohne Grund als nachhaltig und sicher bezeichnen kann. Zwar sind viele dieser Zertifizierungen nicht gesetzlich vorgeschrieben, werden aber bei der Auswahl eines Rechenzentrums vom Kunden vorausgesetzt. Daher kommt kein Rechenzentrumsanbieter heute ohne Zertifizierungen aus – will er erfolgreich am Markt agieren.

Immer mehr Vorgaben

Steigende Anforderungen kommen nicht nur von Unternehmen – auch gesetzlich gibt es immer mehr Auflagen, an die sich Rechenzentrumsbetreiber halten müssen. Diese richten sich auch nach der jeweiligen Branche, in der das Unternehmen tätig ist. Kritische Infrastrukturen – kurz KRITIS – müssen beispielsweise besonders stark vor Angriffen geschützt werden. Dies umfasst Organisationen mit einer besonders wichtigen Bedeutung für das staatliche Gemeinwesen – ein Ausfall dieser Infrastrukturen würde erhebliche negative Folgen für die Gesellschaft mit sich bringen. Deswegen ist größtmögliche Sicherheit entscheidend.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gibt verschiedene Empfehlungen und Vorgaben zu unterschiedlichen Aspekten der Informationssicherheit und enthält zudem Kriterien für die Standortwahl von Rechenzentren. Beispielsweise gibt das BSI eine Entfernung von 200 Kilometern zwischen georedundanten Rechenzentren vor.