Im Test: Veritas Backup Exec – Zentrale Datensicherung für alle Komponenten

Mit Backup Exec bietet Veritas eine Cloud-fähige Datensicherungslösung an, die nicht nur physische, sondern auch virtuelle Umgebungen vor Datenverlusten schützen kann. Der Hersteller verfolgt mit dem Produkt den Ansatz, eine Lösung bereit zu stellen, die alle Unternehmensdaten über eine einzige Konsole sichert und die Backup-Umgebungen durch das Überflüssigmachen spezieller Nischen-Tools für besondere Einsatzgebiete homogenisiert. Wir haben und im Testlabor angesehen, welche Funktionen das Produkt mitbringt und was es in der Praxis leistet.

Backup Exec sichert nicht nur die auf den Servern und Clients im Netz gespeicherten Daten lokal (auf Bandlaufwerken und Disks) oder in die Cloud (Amazon S3, Google Cloud und Microsoft Azure), sondern ist auch dazu in der Lage, virtuelle Installationen mit ins Backup aufzunehmen, egal ob die betroffenen virtuellen Maschinen (VMs) laufen oder nicht. Dabei unterstützt die Lösung nicht nur Vmware vSphere, sondern auch Microsofts Hyper-V. Darüber hinaus bringt die Software umfassende Features mit, um die Anforderungen an die Compliance sicher zu stellen. Neben aussagekräftigen Reports spielen in diesem Zusammenhang vor allem Funktionen eine Rolle, die für das Einhalten von Security-Standards bei den Datenübertragungen zwischen den Clients und Servern sowie den Speicherkomponenten (On-premise und in der Cloud) sorgen.

Die Wiederherstellungsfunktionen wurden sehr flexibel gestaltet, so dass die Administratoren jederzeit dazu in der Lage sind, einzelne Anwendungsobjekte – beispielsweise für Microsoft Exchange, das Active Directory und SharePoint – zurückzuspielen. Das gleiche gilt genauso für Datenbanken, Dateien, VMs und Server. Die Indizierung und Katalogisierung der Backup-Daten erfolgt dabei automatisch und die Suche ist so leistungsfähig, dass sich beispielsweise einzelne Mailboxen nach E-Mails mit bestimmten Betreffzeilen durchsuchen lassen. Eine große Zahl flexibler Backup- und Restore-Funktionen hilft im Betrieb dabei, die Downtime auf ein Minimum zu reduzieren.

Während der Installation informiert die Setup-Routine die zuständigen Mitarbeiter darüber, wie lange die einzelnen Installationsschritte voraussichtlich dauern werden

Software-Defined-Storage-Komponenten wie Vmwares Virtual SAN werden genauso wie virtuelle Volumes unterstützt. Backup Exec versetzt die zuständigen Mitarbeiter sogar in die Lage, virtuelle Stand-By-Kopien physikalischer Systeme zu erstellen, die sich für die Disaster Recovery nutzen lassen. Sie können auch zum Umwandeln physikalischer Installationen in VMs zum Einsatz kommen. Die Software erkennt zudem neu in der zu sichernden Umgebung erscheinende VMs und schützt sie automatisch, so dass die IT-Mitarbeiter nicht jede neue VM manuell in das Backup-System übernehmen müssen. Diese Funktionalität ergibt vor allem in Umgebungen Sinn, in denen ständig automatisch neue VMs erzeugt und genutzt werden. Bei Bedarf besteht außerdem auch noch die Möglichkeit, Datenwiederherstellungen von virtuellen auf physikalische Maschinen durchzuführen.

Deduplizierungsfunktionen reduzieren im Betrieb den Speicherbedarf, verringern die Netzwerklast und verkürzen die Backup-Fenster. Sie werden immer dann aktiv, wenn die Administratoren Datensicherungen auf einem Speicher ausführen, der als Depuplication-Store definiert wurde. Es gibt auch die Möglichkeit festzulegen, ob die Deduplizierung auf bestimmten Clients oder Servern durchgeführt werden soll. Auf diese Weise lassen sich auf stark ausgelasteten Systemen Ressourcen sparen.

Im Rahmen der Backup Exec-Installation verteilten wir auch gleich den Agenten auf diverse zu sichernde Server

Da Backup Exec sowohl in den Microsoft Volume Shadow Copy Service (VSS) als auch in die Vmware vStorage APIs for Data Protection (VADP) integriert wurde, ist die Software dazu in der Lage, schnell Snapshots von VMs zu erstellen, ohne die Host-Systeme dabei über Gebühr zu belasten. Mit dieser großen Flexibilität lässt sich Backup Exec in praktisch jede Unternehmensumgebung integrieren und als zentrale Backup-Plattform für die IT-Abteilung nutzen.

Um die Arbeit mit Backup Exec so einfach wie möglich zu gestalten, hat der Hersteller die Management-Konsole mit umfassenden Dashboard-Ansichten ausgestattet, so dass die zuständigen Mitarbeiter stets darüber im Bilde sind, was in ihren Umgebungen vorgeht. Backups, Recoveries und Statusansichten lassen sich mit wenigen Klicks anlegen beziehungsweise aufrufen und das Management-Tool kann auch zum Einsatz kommen, um verteilte Installationen zu verwalten.

Der Test

Im Test installierten wir Backup Exec auf einem Windows Server 2016, der mit einer Quad-Core-CPU mit 2,6 GHz Taktfrequenz, 16 GByte RAM und 280 GByte freiem Speicherplatz ausgestattet war. Nach Angaben von Veritas benötigt man zum Betrieb der Software mindestens die 64-Bit Version des Server 2008, einen 64-Bit Prozessor, 16 GByte RAM und um die 1,5 GByte Festplattenplatz. Als Datenbank kommt der Microsoft SQL Server Express 2014 mit Service Pack 2 mit. An virtuellen Umgebungen arbeitet die Lösung mit Vmware vSphere 5.1 oder neuer und Microsoft Hyper-V 2008 oder neuer zusammen. Zu den unterstützten Client Betriebssystemen gehören Windows 7 und neuer, die Windows Server-Systeme ab 2008 R2, die Linux-Varianten Centos, Debian, Oracle Linux, Redhat Enterprise Linux, Suse Linux Enterprise Server und Ubuntu sowie Novell OES 11 mit Service Pack 2 und die Citrix XenServer-Versionen 5.1, 6.3 und 6.5. An Applikationen sichert Backup Exec unter anderem Microsoft Exchange, die Microsoft SharePoint- und SQL-Server sowie Oracle. Was die Speichermedien angeht, so lassen sich neben den bereits erwähnten Cloud-, Tape- und Festplattenspeichern auch externe Laufwerke, automatisierte Bibliotheken und Wechselspeichergeräte nutzen.

Nach Abschluss des Setups brachten wir unsere Installation mit Hilfe des LiveUpdate-Tools auf den aktuellen Stand

Nach der Installation integrierten wir diverse Client Systeme aus unserem Netz in unsere Backup-Umgebung. Dazu gehörten Windows 7-Rechner genauso wie Server unter Windows Server 2012 R2 und Windows Server 2016. An Hypervisoren setzten wir Microsoft Hyper-V 2016 und Vmware vSphere 6.5a ein. Um die Cloud-Anbindung zu testen, verwendeten wir Speicher auf Microsoft Azure.

Damit die Backup-Lösung auf die zu sichernden Systeme zugreifen kann, müssen die Administratoren ihr die dazugehörigen Credentials mitteilen

Nachdem wir alle Komponenten installiert und in unsere Backup-Umgebung eingebunden hatten, machten wir uns zunächst mit dem Leistungsumfang des Produkts vertraut, führten unterschiedliche Backup- und Restore-Vorgänge mit verschiedenen Speicherlösung durch und überwachten dabei die laufenden Jobs mit Hilfe der von Backup Exec bereitgestellten Monitoring-Features. Anschließend sicherten wir virtuelle Maschinen und banden den erwähnten Cloud-Speicher als Ziel in unsere Backup-Umgebung ein. Zum Schluss nahmen wir auch noch die im Azure Marketplace angebotene, cloud-basierte Backup Exec-Lösung unter die Lupe.