Microsoft SQL Server: Die Wahl der richtigen Lizenzoption

Autor/Redakteur: Anton Hofmeier, Regional Vice President DACH bei Flexera/gg

Die Lizenzierung von Microsoft SQL Server kann kompliziert und manchmal auch verwirrend sein. Je nach Szenario und Anwendungsfall stehen verschiedene Editionen und Lizenzmodelle zur Verfügung. Aber welche Lizenzierungsoption eignet sich für welches Szenario und welche Umgebung?

Generell gibt es für SQL Server Standard zwei Lizenzoptionen: Per Core oder Server + CAL. Die Lizenzierungsoption Per Core ermöglicht einer unbegrenzten Zahl von Nutzern oder Geräten den Zugriff auf SQL Server (intern und extern). Diese Option hat den großen Vorteil, dass die Anzahl der Nutzer oder Geräte nicht quantifiziert werden muss, die auf den SQL Server zugreifen – sei es direkt oder indirekt (Multiplexing).

Bei der Lizenzierung von SQL Server Standard unter Server + CAL müssen Kunden dem physischen Server, der eine Betriebssystemumgebung (OSE) mit SQL Server hostet, eine Lizenz zuweisen und für jeden Nutzer oder jedes Gerät, das auf den Server zugreift, eine SQL Server CAL erwerben.

Installationsumgebung kennen

Für die Wahl der richtigen Lizenzierung ist zunächst die Installationsumgebung wesentlich, in der sich der SQL Server befindet. Sie entscheidet darüber, ob produktive oder nicht-produktive Lizenzen genutzt werden können. In einem Szenario, in dem SQL Server in einer nicht-produktiven Umgebung installiert ist, können alternative benutzerbasierte Lizenzen anstelle von Produktionslizenzen verwendet werden. Diese alternativen benutzerbasierten Lizenzen umfassen SQL Server Developer und Visual Studio-Abonnements / MSDN-Abonnements.

Quelle: Flexera

Das Beispiel in Abbildung 1 zeigt eine Reihe von SQL Servern (Standard und Enterprise) in einer nicht-produktiven Umgebung. Gemäß den Produktbedingungen von SQL Server Developer oder Visual Studio-Abonnement (ehemals MSDN-Abonnement) ist ein Unternehmen hier dazu verpflichtet, diese Lizenzen nur den Entwicklern zuzuweisen, die auf diese Umgebung zugreifen (interne und externe Benutzer). Um dieses Szenario effektiv lizenzieren zu können, ist daher eine der folgenden Optionen oder eine Kombination aus beidem erforderlich:

  • (x4) SQL Server Developer (kostenloser Download) oder
  • (x4) Visual Studio-Abonnement / MSDN-Abonnement.

Für diese benutzerbasierten Lizenzen in nicht-produktiven Umgebungen spricht eine Reihe von Vorteilen. So können lizenzierte Benutzer auf eine unbegrenzte Anzahl von Nicht-Produktionssystemen zugreifen und diese bereitstellen. Die Ausgaben sind gering und das SQL-Server-Lizenzmanagement kann anhand entsprechender Produktnutzungsrechte weiter optimiert werden.

Rolle des Servers und Nutzer- oder Gerätezugriff

Neben der Installationsumgebung sollte zudem die Rolle des Servers, auf dem eine SQL-Datenbank (oder Komponenten wie SQL Reporting Services) installiert sind, berücksichtigt werden. Die Rolle entscheidet in Verbindung mit dem Nutzer- oder Gerätezugriff darüber, welche Edition von SQL Server für den gegebenen Zweck am besten geeignet ist. Darüber hinaus sollte das gewählte Lizenzmodell sowohl die Konformität mit den Softwarelizenzbestimmungen, eine kommerzielle Optimierung und eine Skalierbarkeit in einer dynamischen IT-Umgebung gewährleisten können.