Augen auf – Mit Sensoren echte Einblicke für das Rechenzentrums-Management erhalten

Autor/Redakteur: Matt Keller, Offering Specialist Monitoring bei Vertiv/gg

Das Edge Computing ist gekommen, um zu bleiben. Und mit ihm Kleinst-Rechenzentren, die teilweise sogar ohne Personal vor Ort auskommen müssen. Aber auch die klassischen Datenströme wachsen weiter kontinuierlich an. Leider steigt die Anzahl der Fachkräfte, die nötig sind, um die Computing-Anlagen zu betreuen, nicht im selben Maß mit. Automatisierung – die Allzwecklösung des 21. Jahrhunderts – kann auch hier helfen. Dafür sind aber Einblicke in das Rechenzentrum erforderlich, egal wo es steht. Hier helfen Sensoren auch an den abgelegensten Orten der IT-Infrastruktur. Dank der von ihnen gelieferten Informationen wissen Verantwortliche immer, was in ihren Rechenzentren vor sich geht – egal ob eine Person vor Ort ist oder nicht. Im idealen Zusammenspiel werden Sensoren so zu erweiterten Sinnesorganen der Administrators. Aber auch für Personal vor Ort können sie eine unschätzbare Hilfe sein.

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Rechenzentrum – einmal mit Gefühl

Mitarbeiter vor Ort nehmen das Rechenzentrum mit (fast) allen ihren Sinnen wahr. Um eine perfekte Abbildung dieser Eindrücke sicherzustellen, müssen Sensoren dasselbe leisten. Sie müssen in Echtzeit also sehen, hören, riechen und fühlen können – schmecken ist in Rechenzentren eher selten relevant. Aber wie sieht das im Detail aus?

Sehen

Dieser Sensorenbereich ist der wohl bekannteste. Denn jede Kamera stellt schon einen optischen Sensor dar. Und so sind die Möglichkeiten, zu sehen, was in den Rechenzentren vor sich geht, vielfältig. Einen guten Einstiegspunkt stellen integrierte Kameras dar. Diese ermöglichen eine klare Sicht in die Räume und liefern den Kontext für jeden Alarm, der ausgelöst wird. Darüber hinaus unterstützen Kameras bei der Zugangskontrolle – so ist detailliert nachvollziehbar, wann welche Personen in den Räumen des Rechenzentrums waren. Ist eine komplette Bildübertragung nicht nötig, sind hingegen Lichtsensoren das Mittel der Wahl. Diese zeigen die Lichtverhältnisse in ihrem Bereich auf. So kann schnell festgestellt werden, ob beispielsweise das Licht nicht gelöscht wurde.

Hören

On-Site Mitarbeiter bekommen direkt mit, wenn sich der Lärmpegel im Rechenzentrum ändert. Eine Festplatte, die mechanische Probleme bekommt, eine Kühlung, die auf Hochtouren läuft oder einfach das warnende Piepen eines Geräts – all diese kleinen Veränderungen lassen bei geübten Mitarbeitern schnell die Alarmglocken angehen. Audiosensoren stehen den menschlichen Kollegen hier in nichts nach. Der Alarm wird gehört, der Lüfter an der Belastungsgrenze wird wahrgenommen und auch der Ausfall einer Komponente, die sonst Töne von sich gibt, wird von den Sensoren zuverlässig wahrgenommen.

Bild: Vertiv

Riechen

Die Rauchmelderpflicht gilt in deutschen Wohnbereichen inzwischen flächendeckend. Für Rechenzentren sind Rauchsensoren nicht weniger wichtig. Denn Rauchentwicklung ist wohl eines der größten Schreckensszenarien im Rechenzentrum. Egal ob Feuer, Kabelbrand, ein defekter Kühler oder andere kaputte Komponenten – Rauchentwicklung ist immer ein Indikator für schwerwiegende Probleme. Wenn Rauch wahrgenommen wird, ist schnelles Handeln nötig, um größere Schäden zu verhindern. Daher ist eine effiziente Erkennung essenziell, um Rechenzentren in kritischen Situationen zu schützen. Während Rauchmelder bei der Rauchwahrnehmung nicht wirklich einen „Geruchssinn“ besitzen, ersetzen sie diesen durch eine optische Erkennung von Rauch in der Luft. So können sie auch kleine Rauchmengen wahrnehmen, die ein menschlicher Mitarbeiter vielleicht nicht riechen könnte. So ist eine schnellstmögliche Reaktion auf den Ausnahmezustand gewährleistet.