Das Noisy-Neighbour-Syndrom in den Griff bekommen

Autor/Redakteur: Christian Lorentz, Senior Product and Marketing Manager bei NetApp/gg

Hyperkonvergente Infrastruktur (HCI) liegt im Trend. Sie vereint die vier Kernelemente eines Rechenzentrums in einem vorkonfigurierten System: Server, Speicher, Netzwerk und Virtualisierung. Die Komponenten sind aufeinander abgestimmt und so ausgewählt, dass sie reibungslos miteinander funktionieren. Zudem sind alle Funktionen komplett virtualisiert und arbeiten losgelöst von der Hardware, sodass sich virtuelle Maschinen schnell und flexibel provisionieren lassen. IT-Verantwortliche sparen mit HCI so gleich in mehrerlei Hinsicht: Platz im Rechenzentrum und Zeit, weil sie ein funktionsfähiges Mikrorechenzentrum bekommen, das sie einfach nur „einstecken“ und schnell in Betrieb nehmen können.

Doch bisherige HCI-Lösungen haben ein Problem: laute Nachbarn. Unternehmen können keine unterschiedlichen Workloads parallel auf einem System betreiben. Denn dann schlägt das Noisy-Neighbour-Syndrom zu: Die Applikation, die am lautesten nach Ressourcen – sprich Bandbreite und Input/Output Operations pro Sekunde (IOPS) – schreit, bekommt sie auch. Die anderen Anwendungen haben dann zu wenig Performance zur Verfügung und funktionieren nicht mehr reibungslos. Um solche Störungen zu vermeiden, betreiben viele Unternehmen für jede Applikation eine eigene HCI. Doch das macht die angestrebte Konsolidierung und Vereinfachung des Rechenzentrums wieder zunichte und führt erneut zu Silobildung. Ein zukunftssicheres Rechenzentrum sieht anders aus.

Quality of Service: Es geht auch harmonisch miteinander

Aktuell kommt eine zweite Generation von HCIs auf den Markt, die das Problem eleganter löst. Sie ermöglicht es, Ressourcen über neue Managementfunktionen gezielt zuzuteilen, sodass jede Applikation garantiert die Performance bekommt, die sie benötigt. Dadurch können Unternehmen mehrere geschäftskritische Workloads parallel auf derselben HCI betreiben, zum Beispiel eine Produktionsdatenbank, eine Virtual-Desktop-Infrastruktur und eine NoSQL-Datenbank. Dieses Quality-of-Service-Konzept kennt man bereits von NetApp SolidFire-Speichersystemen. NetApp HCI arbeitet mit dem SolidFire-Betriebssystem Element OS und bringt dieses Performance-Management jetzt auch in hyperkonvergente Infrastrukturen.

So funktioniert es: IT-Verantwortliche können jeder Applikation einen Minimalwert, einen Maximalwert und einen Burst-Wert an IOPS zuweisen. Der Minimalwert legt die Leistung fest, die die Anwendung in jedem Fall erhält. Sie wird nie unterschritten. Das verhindert, dass laute Nachbarn Ressourcen klauen und stellt einen ungestörten Betrieb sicher.

Fazit: Man muss nicht immer gleich ein eigenes Haus bauen, um seine Ruhe vor den lieben Nachbarn zu haben. Ein gutes Quality-of-Service-Konzept ermöglicht auch ein harmonisches Miteinander in derselben Umgebung. Das ist kostengünstiger, effizienter und vermeidet Silobildung.

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