Frage der Woche: Die Zukunft des PC

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Dr. Frank Lampe, Marketing Director bei Igel Technology, denkt: „Im Consumer-Segment laufen Notebooks, Tablets und Smartphones dem PC den Rang ab. Im Business sind es dagegen weniger die Tablets und Smartphones, die den PC alt aussehen lassen, sondern neben den Notebooks vor allem Thin Clients und Zero Clients. Die Zukunft gehört ressourcen- und  kosteneffizienteren Endgeräten, die sich remote managen lassen und einen sicheren IT- und Cloud-Zugriff erlauben.“

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„Ich glaube nicht, dass der PC im Heimbereich wirklich tot ist“, meint Patrick Hubbard, Head Geek von SolarWinds. „Doch (mal ganz abgesehen vom ‚Apple-Kult‘) ist hier einfach kein Platz mehr für Premium-Marken. Sony, IBM und alle anderen, deren Fokus lange auf Premium-PC-Hardware lag, müssen nun einfach erkennen, dass sich dieses Geschäft so nicht mehr lohnt – zumindest nicht mehr im selben Ausmaß wie noch vor einigen Jahren. PCs in Form von Arbeits-Notebooks werden auch in Zukunft weiterhin gefragt sein, egal ob zu Hause oder im Büro. Aber das natürlich auch nur, wenn sie dementsprechend viel leisten können – ‚high volume/ low fuss‘. Doch die Zeiten der Alleinherrschaft der stationären PCs und ‚Couch‘ Laptops sind wirklich vorbei. Wer zuhause gemütlich durch das Internet surft, wird das heutzutage mit großer Wahrscheinlichkeit auf dem Tablet tun.“

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René Fischer, Leiter Produktmarketing bei Exact Software Deutschland GmbH, meint: „Tot ist der PC noch nicht, dafür ist der Traum vom papierlosen Büro zu weit entfernt. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis er gegen intuitivere Geräte ausgetauscht wird – was im Privatbereich bereits geschieht. Tablets oder Smartphones mit Touchscreen und Spracheingabe bilden nur den Anfang. Der Trend geht sukzessive weg von stationären Geräten, jedoch können komplexe Arbeitsbereiche wie zum Beispiel die Lohnbuchhaltung noch nicht jenseits vom datenstarken PC abgebildet werden. Aber auch hier findet man Lösungen: Was zu komplex ist, wird ausgelagert.“

Ralf Preusser

„Der Desktop-PC wird sterben“, ergänzt Ralf Preusser, Senior Product Marketing Manager im Bereich CRM bei Sage Software. „Spannender ist jedoch die Frage nach dem Notebook. Im Zeitalter steigender Mobilisierung, flexiblerer Arbeitsmodelle und projektspezifischer Zusammenarbeit müssen PCs tragbar sein. Moderne Notebooks bieten die notwendige Flexibilität, ohne auf die gewohnten und benötigten Programme verzichten zu müssen. Die endgültige Ablösung von Notebooks durch Tablets hängt mit der Verfügbarkeit der benötigten Software und Apps zusammen. Erst wenn der Anwender seine Arbeitsprozesse durchgängig auf dem Tablet ausführen kann, wird das Ende der PC-Ära eingeläutet.“

Stuart Facey

„Die Berichte über den Tod des PCs sind stark übertrieben“, so von Stuart Facey, Vice President EMEA bei Bomgar. „Der auflagenstarke ‚New York Herald‘ machte im Juni 1897 mit der aufsehenerregenden Schlagzeile auf, Mark Twain sei sterbenskrank. Gelassen konterte der berühmte Schriftsteller diese Falschmeldung am nächsten Tag: ‚Die Berichte über meinen Tod sind stark übertrieben.‘ Ähnliches möchte man den vielen Kassandrarufern entgegnen, die vorschnell das Ende des klassischen PCs verkünden. Es ist richtig, dass wir einen wahren Siegeszug mobiler Endgeräte erleben. Windows Phones, Android-Smartphones und iPads werden von immer mehr Anwendern eingesetzt — sowohl im privaten als auch geschäftlichen Kontext. Allerdings ersetzen die mobilen Rechner in der Regel nicht den klassischen Desktop-PC, sondern sie ergänzen ihn. So zeigen aktuelle Zahlen der Enterprise Management Associates (EMA), dass 87 Prozent aller Geschäftsanwender ihren bisherigen PC in Kombination mit mindestens einem Mobilgerät weiter regelmäßig einsetzen. Der Rest zeigt sich ganz konservativ und setzt ausschließlich auf den stationären Rechner im Büro, so das Fazit der Studie ‚Unified Endpoint Management: The Convergence of Enterprise Requirements for Supporting PCs and Mobile Devices‘ (Mai 2013). Alle großen Marktforschungsinstitute konstatieren natürlich, dass die Verkaufszahlen für Personal Computer stagnieren, wenn nicht sogar zurückgehen. Und dieser Trend wird wohl auch noch länger anhalten, auch wenn niemand in die Zukunft blicken kann. Wirklichen Grund für den aktuell grassierenden Alarmismus im PC-Geschäft gibt es jedoch nicht. Nüchtern betrachtet gibt es nach wie vor keine Anzeichen dafür, dass Tablets den klassischen Rechner komplett ersetzen. Festzuhalten bleibt jedoch, dass die Zeit homogener PC-Rechnerwelten vorbei ist – was die Anforderungen und Arbeitsbelastung für IT-Abteilungen deutlich wachsen lässt. Die IT muss sich auf die veränderten Anwenderbedürfnisse einstellen, von einer gerätegesteuerten auf eine anwenderorientierte Denkweise umsteuern. Endanwender sollten beispielsweise nicht mehrere Stufen durchlaufen müssen, um Support-Unterstützung für ihr iPhone oder iPad zu erhalten. Nötig sind vielmehr auf einer zentralen Management-Plattform integrierte Support-Tools und Arbeitsabläufe, um ein einheitliches Benutzererlebnis zu ermöglichen, egal ob Benutzer mit mobilen oder klassischen Endgeräten individuelle Hilfe anfordern.“


 

Ein Gedanke zu „Frage der Woche: Die Zukunft des PC

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