Tapes als Objektspeicher für große Datenmengen nahtlos integrieren

Autor/Redakteur: Sebastian Klee, Manager Sales & Marketing der PoINT Software & Systems GmbH/gg

Ein wesentliches und immer drängenderes Problem ist das Wachstum inaktiver unstrukturierter Daten, das Unternehmen durch die Integration von Tape-basierten Objektspeichersystemen lösen können. Dabei handelt es sich um einen Ansatz, der viele Vorteile hinsichtlich Kosten, Datensicherheit und Skalierbarkeit mit sich bringt.

Screenshot: PoINT Software & Systems

Das World Economic Forum geht davon aus, dass die weltweite Menge an Daten bald 40 Zettabytes überschreiten wird. Im Jahr 2013 waren es nur 4,4 Zettabytes. Bei dieser steigenden Datenmenge sind kostengünstige Speicher gefragt. Dazu gehören grundsätzlich Objektspeicher, die viele große Festplatten in einer hohen Dichte einsetzen. Es ist nicht unüblich, dass pro Knoten 50 bis 70 Festplatten verbaut sind, die jeweils über eine Kapazität von acht bis zwölf TB verfügen. Im Sommer 2019 stellte Cloudian eine gemeinsame Plattform mit Seagate vor, die sogar 96 mal 16 TB Festplatten umfasst. Dies entspricht 1,5 PB auf lediglich vier Höheneinheiten.

Allerdings sind festplattenbasierte Objektspeicher und auch Cloud-Dienste bei sehr hohen Datenmengen teuer, so dass sich die Frage stellt, welches Speichermedium sich im Rahmen von Storage Tiering und Archivierung für sehr große Mengen inaktiver Daten eignet. Die Antwort ist schnell gefunden: Es sind Tapes, und zwar aus wirtschaftlichen und auch aus technologischen Gründen. Auf einem LTO-8-Medium lassen sich beispielsweise unkomprimiert zwölf TB unterbringen, sodass sich die Kosten auf nur 0,01 Euro pro GB belaufen. Hinzu kommt, dass Tape-Libraries einfach in Speicherinfrastrukturen eingebunden werden können, wenn der Zugriff mit einer entsprechenden Software-Schicht über eine S3-Schnittstelle bereitgestellt wird. Das S3-Protokoll (Simple Storage Service) wurde von Amazon bereits 2006 eingeführt. Seitdem hat es sich als Industriestandard etabliert, der von immer mehr Applikationen unterstützt wird. Mit dem zugrunde liegenden HTTP-Protokoll lassen sich die besonderen Eigenschaften von Tapes berücksichtigen. Denn sowohl Tapes als auch HTTP haben einen sequenziellen Charakter, sodass lange Latenzen und auch hohe Zugriffszeiten abgebildet werden können. Auch das Setzen von hohen Time-Out-Zeiten ist möglich. Außerdem hat das HTTP-Protokoll wesentlich weniger Einschränkungen als File-basierte Protokolle, was zum Beispiel die Anzahl von Dateien beziehungsweise deren Zeichensätze oder Namenslänge betrifft.