Der Einstieg in das Internet der Dinge ist ein Prozess

Autor/Redakteur: Kurt Busch, President und CEO von Lantronix/gg

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Dem Internet der Dinge (Internet of Things – IoT) gehört die Zukunft, obwohl es gegenwärtig noch den Eindruck einer Dauerbaustelle erweckt. Ursprünglich bestand die Hoffnung, dass sich die Anzahl an unterschiedlichen Netzwerkprotokollen und -technologien eher verringern als erhöhen würde. Doch die vergangenen Jahre haben uns leider eines Besseren belehrt. Neue PAN, LAN und WAN-Protokolle bringen intelligente oder ehemals nicht vernetzte Geräte über IoT-Schnittstellen ins Netzwerk. Jedes Protokoll mag seine Vor- und Nachteile haben, doch für bestimmte Bereiche des Internets der Dinge gibt es bereits klare Spitzenreiter: Für Consumerprodukte haben sich Wifi und Bluetooth herauskristallisiert, in der Industrie hingegen sind Wifi und Ethernet für LANs, GSM-Technologie für WANs und 802.15.4 und LoRA für entlegene Orte am gängigsten. Dies führt zur Bildung eigener Silos und die Fokussierung auf Technologien innerhalb dieser Silos macht die Vernetzung zwischen diesen und Geräten einer anderen Plattform schwierig.

Was die Vernetzung anbelangt, so haben sich Gerätehersteller und Lösungsanbieter bisher darauf konzentriert, die Probleme der Bereitstellung und Skalierung zu lösen, indem sie Mobiltechnologie und die Cloud als Brücke zwischen den Nutzern und den Geräten einsetzten. Obwohl es hier schon viel Fortschritt gibt, bleibt noch viel zu tun. Die Probleme langer Latenzen und der Zugang hinter Firewalls werden für den Erfolg des IoT sicher entscheidend sein. Genauso wichtig ist jedoch auch die Wahl eines Protokolls das sowohl WAN- als auch IoT-freundlich ist.

Wenn wir gegenwärtig einen Blick auf das IoT werfen, kann man grob gesehen drei Herausforderungen ausmachen, die es in den nächsten Jahren zu lösen gilt: Diese liegen in den Bereichen Sicherheit, Geräteverwaltung sowie in einer daten- und dienstezentrierten Auffassung. Vor allem für Geräte, die sich außerhalb der Kontrolle eines physischen Netzwerks befinden, ist Sicherheit von zentraler Bedeutung. Es ist unheimlich wichtig zu gewährleisten, dass sowohl der Zugang zum Gerät als auch die Daten entsprechend geschützt sind. Ein absolutes Muss sind Lösungen, die Verschlüsselung, Zugangskontrolle und Geräteidentifikation bieten – und zwar von einem Ende zum anderen. Diese lassen sich am einfachsten in vorhandene IT-Sicherheitsstrategien einbinden.

Bei der Geräteverwaltung ist es entscheidend, dass Geräte vor der Inbetriebnahme richtig aufgesetzt werden, zum Beispiel in einer Testumgebung, um sofort einsatzfähig zu sein, wenn sie das erste Mal an das Netzwerk angeschlossen werden. Dies ist wichtig, da die meisten IoT-Geräte eigentlich keine Nutzeroberfläche haben oder ihnen generell die Möglichkeit fehlt, physisch mit ihnen zu kommunizieren. Die großen Unterschiede zwischen den Geräten und ihren Kommunikationsschnittstellen machen die Sache nicht weniger komplex. Lösungen, die die Verwaltung und Inbetriebnahme einer Vielzahl unterschiedlichster Geräte vereinfachen, bieten selbstredend immense Vorteile. Davon profitieren nicht nur die Anwendungsentwickler, sondern auch die IT-Administratoren vor Ort.

Die dritte Herausforderung betrifft die Daten, die die neuen IoT-Geräte sammeln oder Dienste, die sie bieten. Der Wandel von einem produktzentrierten zu einem datenzentrierten Geschäftsmodell bedeutet für viele Unternehmen einen fundamentalen Wandel. Der Nutzen vieler Produkte wird zunehmend in den Informationen, die sie liefern, bemessen. Für manche Firmen kann das bedeuten, dass sie zukünftig mehr Dienste verkaufen als Produkte – was eine Kehrtwende für die gesamte Organisation bedeutet. Für zahlreiche Firmen wird die Flucht nach vorn jedoch unausweichlich.

Die Entwicklung von Referenzmodellen für das Internet der Dinge, wie sie beispielsweise auf dem IoT World Forum und der ITU-T vorgeschlagen wurden, sollten Kunden dabei helfen zu verstehen, was ein Ecosystem bereits bietet und was man intern entwickeln muss. Auch Standardisierungsinitiativen für die verschiedenen Ebenen innerhalb dieser Modelle helfen dabei. Mit der Einsicht, dass es sich bei dem Einstieg in das Internet der Dinge um einen Prozess handelt und nicht um eine kurzfristige Entscheidung und Investition ist schon viel geholfen und ein wichtiger Schritt zur vollen Kontrolle über diese Schlüsseltechnologie gemacht. Wenn wir in die nahe Zukunft schauen, sehen wir ein Internet der Dinge, das Organisationen dabei hilft ihre IT-Umgebung besser zu verstehen und mit dem Fortschritt dieser Technologie zu wachsen. Bis dahin gibt es noch viel zu tun!