Mit Data Analytics Wertschöpfungspotenziale in der Produktion heben

Autor/Redakteur: Tiep Le, Head of Delivery FPT Deutschland/gg

Im Zuge der voranschreitenden Digitalisierung werden immer mehr Daten generiert. Weltweit rechnet Statista für das Jahr 2021 mit 79 Zettabytes, bis 2025 sollen es sogar mehr als 180 Zettabytes sein. Ein Großteil davon entfällt auf produzierende Betriebe. Rund ein Terabyte an Daten generiert ein typischer Produktionsbetrieb täglich. Doch weniger als ein Prozent davon wird analysiert und ausgewertet. Unternehmen lassen also 99 Prozent ihrer Daten ungenutzt und verschenken damit enormes Wertschöpfungspotenzial. Denn mit der richtigen Datennutzung lassen Einnahmen steigern und Produktionskosten senken. Entscheider, die ihre Unternehmen auf einen nachhaltigen Wachstumspfad lenken wollen, sollten daher in Lösungen investieren, mit denen sich das Geschäftspotenzial ihrer Datenschätze heben lässt.

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Ein Fünf-Punkte-Plan hilft ihnen dabei, eine Big-Data-Plattform zu etablieren, mit der sich generierte Daten vernetzen, analysieren und gewinnbringend nutzen lassen.

1. Die richtigen Argumente kennen und nutzen

Eine Big-Data-Plattform in einem Produktionsbetrieb zu implementieren ist kein kleines Unterfangen und die Entscheidung so bedeutsam, dass viele Akteure auf unterschiedlichen Ebenen überzeugt werden müssen. Bei kleineren Vorhaben oder Pilotprojekten ist die innovative Technik häufig Grund genug. Gehen die Innovationen allerdings mit einer Änderung des Geschäftsmodells einher, reicht das nicht. Dann ist die bestimmende Frage: Wie macht die neue Technologie die Produktion effizienter und damit rentabler? Argumente, die allein auf die technologische Innovation abzielen, sind dann nicht genug. Sie müssen vielmehr aufzeigen, wie sich mit der Technologie die Wertschöpfung steigern lässt. 

2. Verbesserungsbedarf der eigenen Systeme eruieren

Damit Daten in großen Mengen gesammelt und analysiert werden können, sind weniger hohe Investitionen in neue Technologien gefragt als gemeinhin befürchtet. Denn die überwiegende Zahl der IoT-Geräte und Unternehmenssoftwarelösungen verfügen Out-of-the-box über entsprechenden Funktionen. Daher sollten Entscheider, die neue Wertschöpfungspotenziale ihrer Daten heben möchten, als Erstes bestehende Systeme daraufhin überprüfen, wo Daten nicht gesammelt oder gesammelt, aber nicht ausgewertet werden.

3. Datensilos einfach einreißen

Produktionsanlagen werden heute nicht mehr einzeln verwaltet. Um die Produktion effizienter zu gestalten, erfolgt eine zentrale Steuerung und Überwachung der Prozesse und Analysen. Vielerorts gilt das aber nicht für die generierten Daten. Der Zugriff darauf ist häufig auf bestimmte Teams oder Abteilungen beschränkt und nicht von einer zentralen Stelle aus möglich. Beispielsweise werden die via Internet of Things (IoT) gesammelten Produktionsdaten nur durch ERP-Systeme analysiert oder die Informationen über Zulieferer lediglich im Supply-Chain-Management hinterlegt. Andere Stellen im Betrieb haben darauf weder Zugriff, noch können sie sie nutzen.

Doch um das wahre Potenzial der gesammelten Datenschätze nutzen zu können, gilt es, nicht nur diese Datensilos, sondern damit verbundene Denkmuster einzureißen. Das Motto sollte sein: Digitale Kontinuität. Daten werden dabei nicht nur gesammelt, sondern miteinander vernetzt. So lassen sich Zusammenhänge erkennen und auswerten, die die Basis liefern, um Prozesse entlang der Wertschöpfungskette zu verbessern.