Hürden bei der Cloud-Migration

Autor/Redakteur: Doung Hoai Nam, Digital Transformation (DX) Customer Solution Consultant and EMEA market lead bei FPT Europe/gg

IT-Anwendungen in die Cloud zu verlagern, ist längst keine Zukunftsmusik mehr, sondern branchenübergreifend die Realität in immer mehr Unternehmen. So sehr der Sprung in die Cloud auch den neuen Standard für leistungsfähige digitale Infrastrukturen abzubilden vermag – bei der praktischen Umsetzung der Migration tauchen dennoch vielerorts immer wieder Hürden auf. Ein Überblick zeigt, wie sich die größten davon vermeiden lassen.

Bild: FPT Europe

Realistische Einschätzung der Kosten

Viele Planer und Entscheider in Unternehmen denken, dass eine Migration teuer sei, dabei hängen die Kosten von vielen Faktoren ab. Oft ist der Zeitbedarf der entscheidende Faktor zur Bestimmung der Kosten. Das umfasst zum einen die Zeit, die für die Migration benötigt wird und in der Personal- und Servicekosten anfallen, und zum anderen die Zeit, in der zwei Systeme parallel betrieben werden müssen, bis die Cloud-Lösung vollständig funktioniert. Hinzu kommen die Kosten für zusätzliches Personal, das eingestellt und mit geeigneten Schulungsmaßnahmen qualifiziert werden muss.

In jedem Fall sind Unternehmen in der Rolle der Anwender von Cloud-Systemen gut beraten, bei der Suche nach dem für sie besten Kostenmodell einzupreisen, ob und welche Managed Services ein Anbieter vorzuweisen hat. Eine anwenderfreundliche Möglichkeit, den Kundenservice und die Preise zu staffeln, bietet beispielsweise die Einteilung in ein Offshore-Modell, ein nationales Modell und ein Onshore-Modell – je nach Tiefe des Servicebedarfs. Das ermöglicht eine ausgewogene Preissetzung und eine sehr flexible, bedarfsgerechte Zusammenarbeit zwischen Anwender und Cloud-Partner, mit der sich zusätzlich Zeit einsparen lässt.

Qualifikation der Belegschaft

Der Sprung aus der On Premises-Welt in die Cloud ist in vielen Unternehmen mit der Frage verknüpft, ob auf Seiten der Belegschaft die erforderliche Qualifikation existiert. Gerade Unternehmen, deren Kerngeschäft nicht auf IT fokussiert ist, verfügen vielfach über eine IT-Struktur und -Mannschaft, die auf Stabilität ausgelegt wurde und sich eben nicht mit Themen wie Transformation und Cloud Computing befasst. Sie sehen sich mit einer steilen Lernkurve konfrontiert, sobald sie ihre Prozesse von der traditionellen Arbeitsweise auf die Cloud umstellen – und das ebenfalls mit dem dafür erforderlichen Zeitbedarf. Benötigt werden daher Fachkräfte, die stetig weitergebildet werden, um auf dem aktuellen Stand der Technologie zu operieren. Allerdings sind derart gefragte Experten in der Regel nur schwer auf dem Arbeitsmarkt zu finden und anzustellen.

Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels profitieren Unternehmen beim Sprung in die Cloud davon, wenn der Anbieter über möglichst breit gefächerte Expertise in allen Dimensionen von Cloud-Anwendungen und dem konkreten branchenspezifischen Bedarf ihrer Anwender verfügen. Hinzu kommt das Anbieter mit direktem Zugang zu den Entwicklern von AWS, Azure oder GCP einen erheblichen Teil ad hoc anfallender Probleme bei der Migration flexibler und schneller beseitigen können und auf diesem Weg zur Kosteneinsparung beitragen. Auf eine kurze Formel gebracht: Ein guter IT-Dienstleister mit Cloud-Expertise ist daran zu erkennen, dass er in der Lage ist, ein hohes Maß an Komplexität zu bewältigen.