Observability: Die Wachablösung für traditionelles Monitoring?

Multi-Cloud und Cloud-native Apps beflügeln Observability

Das liegt auch daran, dass immer mehr Unternehmen mit hybriden Apps arbeiten – also Anwendungen, die sowohl in einer Public Cloud als auch On-Premises laufen, oder Multi-Cloud-Apps. 89 Prozent der Befragten nutzen Hybrid-Apps und 29 Prozent geben sogar an, dass mindestens die Hälfte der genutzten Anwendungen hybrider Natur sind. Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) setzen sogar auf Multi-Cloud-Apps, wobei 22 Prozent mindestens die Hälfte ihrer Anwendungen in mehreren Clouds nutzen. Doch je höher die Anzahl der Clouds, desto komplexer ist auch das gesamte System. Besonders wenn eine Anwendung in mehreren Clouds läuft, wächst ihre Komplexität. So berichten 89 Prozent der Befragten, dass die genutzten Anwendungen deutlich komplexer sind, als es noch vor fünf Jahren der Fall war. Immer mehr Technologien kommunizieren miteinander und sind voneinander abhängig. Diese Verzahnung spiegelt sich auch in der Umfrage wider. Bei 46 Prozent der Befragten stehen die Anwendungen mit mindestens 25 weiteren Technologien in Kontakt. Bei zehn Prozent sind es sogar mindestens 100 Technologien. Es gilt also nicht nur den Überblick über die Anwendungen selbst zu behalten, sondern gleichzeitig auch das Zusammenspiel mit den restlichen technologischen Komponenten zu prüfen, die mit der App verbunden sind.

Alles Komponenten auf einen Blick

Diese Komplexität führt dazu, dass traditionelle Monitoring-Tools an ihre Grenzen stoßen, besonders wenn es darum geht, Anwendungen und Infrastruktur gleichzeitig zu überwachen. Das sehen auch die Befragten so: Ganze 84 Prozent sind sicher, dass klassisches Monitoring nicht mehr dazu imstande ist, moderne Cloud-Anwendungen zu überblicken. Zudem sind 67 Prozent der Ansicht, dass man Anwendungen und Infrastruktur nicht mehr getrennt monitoren sollte. Doch je mehr Monitoring-Tools Unternehmen einsetzen, desto mehr (Personal-)aufwand erfordern die Implementierung und Nutzung. Ganzheitliche Lösungen, die einen Überblick über alle Komponenten bieten, sind hier klar im Vorteil. Die zunehmende Komplexität führt dazu, dass Störungen immer mehr Komponenten betreffen. Getrenntes Monitoring kann die Zusammenhänge und Gründe für diese Probleme nur schwer erklären. Daher berichten inzwischen 97 Prozent der Studienteilnehmer von Schwierigkeiten beim Monitoring von Cloud-Applications. Hier stechen besonders drei Problemzonen hervor:

  • Fehlender ganzheitlicher Überblick über alle Services hinweg – und eine daraus resultierende langsame Reaktionszeit auf Störungen und Vorfälle (59 Prozent)
  • Begrenzter Zugang für alle Teams, die den Überblick benötigen (39 Prozent)
  • Fehlender Einblick in die Nutzung von Cloud Ressourcen (39 Prozent)

Bei der Modernisierung den Durchblick behalten

Für eine moderne Infrastruktur und Applikations-Landschaft, die auf einer oder mehreren Cloud-Umgebungen basiert, braucht man also Lösungen, die einen Gesamtüberblick bieten – ein Grund für die zunehmende Beliebtheit von Observability-Tools.  Troubleshooting im Falle einer Störung  wird so deutlich effizienter, da nun direkt der Grund für Probleme ausgemacht werden kann. Traditionelle Monitoring Tools erkennen zwar die Störung an sich, doch können sie in komplexen Umgebungen oft nicht den Auslöser dafür finden. Als Folge leidet unter Umständen die Stabilität der Anwendungen, was zunehmend direkten Einfluss auf Nutzer- und Kundenzufriedenheit hat. Observability ist daher eine logische Antwort auf den enormen Erfolg moderner Applikationen und ein wichtiger Schritt für die Modernisierung von Unternehmensanwendungen. Insbesondere diejenigen, die kritische Anwendungen in Hybrid- oder Multi-Cloudumgebungen einsetzen oder die Modernisierung ihres Anwendungsportfolios planen, sollten daher über den Einsatz von Observability-Tools nachdenken.