Geschäft und Technologie in Einklang bringen

Autor/Redakteur: Ulf Gardenier, Head of Practice, SAP Consolidation & Harmonization bei Atos Deutschland/gg

Gardenier

SAP-Landschaften bilden die Stütze der meisten international tätigen Unternehmen. Doch durch verwaiste Schnittstellen, kontinuierlich modifizierte und erweiterte Standardanwendungen, organisatorische Veränderungen wie Übernahmen und Portfolio-Erweiterungen wuchern sie über die Jahre hinweg oft zu einem regelrechten Dickicht. Um der Dynamik des Marktes und den daraus resultierenden Anforderungen gerecht zu werden, müssen Geschäftsprozesse jedoch skalierbar und flexibel anpassbar sein. Deshalb ist es für Unternehmen unerlässlich, ihre Geschäfts- und Prozessanforderungen zu lichten und die Systeme entsprechend zu konsolidieren und harmonisieren. Genau hier setzen industrialisierte Methoden an: Standardisierte Templates für SAP-Systeme und die Dateneingabe führen nicht nur deutlich schneller ans Ziel, sondern vereinfachen Prozesse, schonen das Budget und öffnen den Weg zu mehr Agilität.

Essentiell für schnelle Geschäftsentscheidungen sind flexible und dynamische sowie zugleich nahtlos ineinandergreifende und einfache Plattformen auf Basis einer harmonisierten und konsolidierten IT-Landschaft. Anpassungen an Geschäftsprozesse und Produkte – wie sie durch Kundenanforderungen, Markt- und Wettbewerbsveränderungen sowie durch regulatorische oder technische Anforderungen entstehen – müssen schnell, effizient und unternehmensweit erfolgen. Sonst leidet darunter der Geschäftsbetrieb, da die IT-Verantwortlichen bei nicht konsolidierten Abläufen die Änderungen im Gesamtsystem für jede Anwendung einzeln umsetzen müssen. Das bindet personelle Ressourcen, ist zeitaufwändig, mit hohen Kosten verbunden und kann im immer härteren globalen Wettbewerb schnell ein K.O.-Kriterium darstellen. Daher empfiehlt es sich, sämtliche Systeme einer Infrastruktur auf eine einheitliche Ebene zu portieren – in sogenannten Consolidation & Harmonization-Projekten (C&H).

Konsolidierung nach Industry-Best-Practice auf drei Ebenen

Wenn es darum geht, heterogene in homogene Strukturen zu transformieren, betrachtet man drei Ebenen: die Prozess-, Applikations- und Infrastrukturebene. Die operative Umsetzung des Geschäftsmodells basiert auf Business-Anwendungen wie SAP ERP. Diese setzen wiederum auf einer komplexen Infrastrukturebene mit einer Vielzahl von Hard- und Software-Systemen, Prozessoren, Speichern und Netzen auf. Dabei stellt die Harmonisierung von Geschäftsprozessen gemäß interner Best-Practices oder nachweisbar besserer externer Industry-Best-Practices die Basis einer signifikanten und nachhaltigen Prozessoptimierung dar. Voraussetzung hierfür ist allerdings die Konsolidierung der darunterliegenden heterogenen Systeme (Applikationen, Infrastruktur) auf nur einige wenige oder sogar nur eine einzige Plattform.