KI und die Cloud – im Vertragsmanagement eine unschlagbare Kombination

Das heißt, man braucht eine Lösung, die in der Lage ist, die Inhalte automatisch aus den gescannten Legacy-Verträgen zu extrahieren. Dabei stellt sich das Problem: Wie kann ich als Unternehmen die CLM-Lösung sehr schnell so trainieren, dass sie in der Lage ist, genau diese Aufgabe möglichst perfekt und nur mit geringstmöglicher menschlicher Korrektur zu erfüllen?

An dieser Stelle erfolgt der Einsatz von Künstlicher Intelligenz, denn die KI kann die sich aus den Klauseln ergebenden Rechte und Pflichten der Vertragsparteien extrahieren. Dabei berücksichtigt die Analyse nicht nur die Worte des Vertrags, sondern auch den Kontext der gesamten Verträge und Klauseln. Dies ist nötig, da eine wortgleiche Formulierung in einem anderen Zusammenhang eine komplett andere Bedeutung besitzen kann. Die Lösung muss diesem Umstand bei der Zuordnung Rechnung tragen.

Voraussetzung für autonome Entscheidungen über sinnvolle und vielleicht weniger sinnvolle Klauseln neuer Verträge, ist, wie in allen KI-Lösungen, eine möglichst umfassende Basis. Sie wird durch jeden neuen Vertrag immer weiter verfeinert, hat mehr Nuancen und auch im internationalen Vertragswesen kann sie in der Folge von Nutzen sein. Je mehr Verträge das System analysiert, desto genauer die Zuordnung. Dabei ist offensichtlich, dass eine Cloud-basierte Lösung, die sich nicht nur aus den Verträgen eines Unternehmens, vielleicht sogar nur aus einem Land oder einem Sprachraum speist, weitaus schneller lernt und vielfältigere Inhalte analysieren kann als eine On-Premises-Lösung eines einzelnen Unternehmens.

Darüber hinaus wird es im Laufe des maschinellen Lernens der CLM-Lösung auch zu Vorgängen kommen, in denen die automatisierte Zuordnung nicht funktioniert. Der Grund dafür kann darin bestehen, dass es sich beispielsweise um eine neue Klausel handelt oder die erkannte Klausel nicht den Richtlinien entspricht, beziehungsweise der Kontext unklar ist. An dieser Stelle ist dann nach wie vor eine menschliche Aktion notwendig, um den Widerspruch aufzulösen. Die CLM-Lösung lernt daraus und kann anschließend das so Erlernte bei der nächsten, ähnlich gelagerten Entscheidungsfindung einfließen lassen.

Darüber hinaus lernt die intelligente CLM-Lösung aufgrund der hohen Zahl unterschiedlichster Verträge in der Cloud viel schneller und immer detaillierter nicht nur diese Rechte, Pflichten und Attribute zu extrahieren und zu analysieren, sondern kann diese auch miteinander in Beziehung setzen. Eine Aufgabe, die ohne die Hilfe Künstlicher Intelligenz und maschinellen Lernens einfach nicht umsetzbar wäre. Und die Cloud sorgt dafür, dass eine weitaus größere Zahl an Verträgen und Klauseln verarbeitet wird, sodass weitaus besseres und schnelleres Lernen der CLM-Plattform gewährleistet ist.

Aufgrund der Kombination von CLM, KI und der Cloud ergibt sich noch ein weiterer positiver Aspekt für Unternehmen, die auf diese Kombination im Bereich des Vertragsmanagements setzen: Das Risikomanagement der Organisation erfährt eine entscheidende Verbesserung, denn es werden Vertragsrisiken nicht nur im eigenen Kontext analysiert, sondern über sämtliche Verträge der Cloud-basierten CLM-Lösung. Die Zuordnung, die die Künstliche Intelligenz treffen kann, erstreckt sich folglich keineswegs ausschließlich auf Lieferfristen, Qualität oder Preis, sondern auch auf viele andere Aspekte, die zwischen Unternehmen heutzutage eine wichtige Rolle spielen.  Gemeint sind hier dritte Parteien, beispielsweise in der Lieferkette. Auf diese Weise wird deutlich, dass ein umfassender Cloud- und KI-basierter Ansatz im Bereich des Vertragsmanagement einen weitaus höheren Beitrag zum Erfolg des Unternehmens liefern kann als dies eine traditionelle On-Premesis-Lösung je leisten könnte.