ERP- Modernisierung ist Aufgabe des CIOs

Autor/Redakteur: Michael Pietsch, Head of DACH & Eastern Europe bei Boomi/gg

Die Modernisierung der Applikationslandschaft ist ein essenzieller Bestandteil für den Erfolg von Unternehmen. Modernisierung von Applikationen bedeutet aber nicht unbedingt, diese durch neue zu ersetzen. Es geht vielmehr darum, aus bestehenden Applikationen „Connected Applications“ zu machen, indem man diese sinnvoll integriert. Durch diese Integration von Altsystemen in Neue erhoffen sich Unternehmen neben Stabilität und Zuverlässigkeit vor allem weniger Komplexität und einen einfachen Zugang zu allen verfügbaren Daten. Denn wie eine aktuelle Umfrage von Boomi in Zusammenarbeit mit Coleman Parks zeigt, sind komplexe hybride IT-Umgebungen, sich verändernde geschäftliche Anforderungen und Limitierungen bei der Integration von Anwendungen die größten Hürden bei der Modernisierung. Ein einfacher Zugang zu Informationen ist die Basis, um diese auszuwerten und für Geschäftsprozesse zu nutzen. Eben diese Informationen stammen im Unternehmen oft aus bis zu 850 verschiedenen Anwendungen, die größtenteils nicht einheitlich miteinander verbunden sind. Solche Informationen, die nur in einer Anwendung vorhanden oder in verschiedenen Systemen unterschiedlich aufbereitet sind, bedeuten ungenutztes Potential. Es ist wichtig, solche Redundanzen aufzuzeigen und zu reduzieren. Alle Applikationen müssen die einheitlich zur Verfügung gestellten Informationen nutzen können und miteinander kommunizieren.

Bild: Boomi

Abhängigkeiten vermeiden

Um mit der digitalen Transformation Schritt zu halten, muss die Lücke zwischen den Altsystemen und modernen Anwendungen geschlossen werden. Dabei geht es nicht darum, alte Systeme rigoros zu ersetzen oder auszutauschen, sondern vielmehr vorhandene Systeme gekonnt miteinander zu verbinden. Viele Applikationsanbieter bieten diese Integration ihrer Anwendungen an. Hier handelt es sich jedoch oftmals um eine reine Punkt-zu-Punkt-Integration zu anderen einzelnen Applikationen. Bei einigen hundert Anwendungen in einem Unternehmen wird das schnell unübersichtlich. Die Entscheidung für die Integration durch einen Applikationsanbieter bedeutet außerdem Abhängigkeit. Es ist wichtig, dass die Entscheidung für einen applikationsunabhängigen Anbieter getroffen wird. Eine Plattform hilft, diese Abhängigkeiten bei der Integration zu vermeiden und alle vorhandenen Informationen umgehend einheitlich bereitzustellen.

Grafik: Boomi

ERP-Modernisierung: CIO muss strategische Entscheidungen treffen

Bei der Modernisierung von ERP-Systemen werden in einem ersten Schritt die bestehenden Produkte beziehungsweise Software integriert. Hier wird deutlich, ob es noch weitere Services oder Applikationen benötigt, die das Unternehmen bisher noch nicht nutzt. Die Modernisierung der Applikationslandschaft, und gerade das Thema ERP-Modernisierung, ist also auch ein strategisches Thema und gehört zu den Aufgaben des CIOs. Sobald sich der CIO ein Bild über den Ist-Status der Applikationslandschaft gemacht hat, liegt es an ihm zu entscheiden, ob er sich für die Integration für einen herkömmlichen Applikationsanwender entscheidet oder für eine cloudbasierte, unabhängige Plattform. Eine anbieterunabhängige Integrationsplattform bietet drei entscheidende Vorteile:

  1. Flexibilität: Unternehmen haben die Wahl, ob sie Updates für bestehende Anwendungen durchführen, oder sie durch neue Applikationen ersetzen. Eine Hybrid Integration Platform (HIP)-Strategie schafft Flexibilität und integriert Anwendungen und Daten dort, wo sie benötigt werden.
  2. Kosten: Indem Unternehmen mehr aus ihren vorhandenen Systemen schöpfen können, sparen sie sich Kosten und müssen selten in ein neues System investieren.
  3. Zukunftssicher: Die größte Herausforderung für Unternehmen besteht darin, ihre zunehmend fragmentierten digitalen Ökosysteme miteinander zu verbinden. Eine flexible Plattform wie iPaaS (Integration-Platform-as-a-Service) ermöglicht eine schnelle, intelligente Datenerfassung und -katalogisierung sowie die Automatisierung von Arbeitsabläufen. Sie bietet die Grundlage für zukunftssichere und krisenfeste Geschäftsprozesse.

Wie eingangs erwähnt, liegt der Fokus nicht darauf, ein ERP-System zu ersetzen oder vollständig auszutauschen. CIOs und IT-Teams erhalten fast immer alle erforderlichen Informationen und Datenmodelle aus den Daten bestehender Systeme. Sie müssen diese nur entsprechend modellieren und dafür nur bei Bedarf neue Applikationen hinzunehmen. Ein gutes Datenmanagement-System ist demnach essenziell. Denn umso verteilter die Daten sind, sei es On-Premise oder Off-Premise, desto wichtiger ist ein Master Data Hub beziehungsweise ein Data Turntable in Form einer unabhängigen Plattform. iPaaS als „Modern Middleware“ ermöglicht den Aufbau eines Ökosystems, das verschiedene Systeme verknüpft und die Anwendungen integriert. Die intelligente Integrationsplattform bündelt alle vorhandenen Informationen und stellt diese schnell zur Verfügung, wo und wann immer sie benötigt werden.