Keine Office 365 Implementierung ohne Netzwerktransformation

Autor/Redakteur: Mathias Widler, Regional Director Central & Eastern Europe bei Zscaler/gg

Office 365 zählt zu den am schnellsten wachsenden SaaS-Anwendungen weltweit. Unternehmen wollen an den Vorteilen der gesteigerten Produktivität, der reduzierten Komplexität und Kosten teilhaben, um sich auf ihre Kernkompetenz zu konzentrieren. Allerdings muss bei der Implementierung auch die Netzwerktransformation berücksichtigt werden, wie eine Studie von TechValidate zu den „Challenges und Opportunities in Enterprise Office 365 Deployments“ zeigt, die von Zscaler in Auftrag gegeben wurde.

Über 200 IT-Entscheider in großen und multinationalen Unternehmen wurden hinsichtlich ihrer Vorbereitung der Microsoft Office 365 Implementierung und zu ihren Erfahrungswerten nach der Einführung befragt. Viele Organisationen stellen demzufolge nach der Umstellung auf die Cloud-basierten Office-Anwendungen fest, dass die Mitarbeiter negative Erfahrungen mit der Netzwerkleistung machen und damit nicht von den erhofften Produktivitätsvorteilen profitieren können.

Das traf vor allem dann zu, wenn die Office 365 Migration nicht mit einer Netzwerktransformation einherging und der Zugriff auf die Cloud Application Suite über ein traditionelles Hub & Spoke-Netzwerk erfolgte. Diese Netzwerke leiten den Internet-Traffic über ein Wide Area Network (WAN) durch einen zentralisierten Security-Gateway, bevor der Datenverkehr in das Internet gelangt. Die Arbeit mit Office 365 in einer solchen Netzwerkumgebung, die permanent zwölf bis 20 Internet-Verbindungen für jeden User offenhält, steigert die Netzwerkauslastung und beeinträchtigt das Anwendererlebnis durch den langsamen Zugang zu den Anwendungen.

Vorbereitung der Migration

Bereits in der Planungsphase eines Migrationsprojekts standen bei den befragten Unternehmen Netzwerkaspekte ganz oben auf der Agenda. 64 Prozent der IT-Entscheider waren besorgt hinsichtlich der Bandbreitenanforderungen und der Latenz, die mit der Umstellung auf Office 365 einhergehen würden. Mehr als zwei Drittel der Befragten rechneten mit einem Anstieg der benötigten Netzwerkkapazität von mehr als 50 Prozent als Folge der Implementierung.

Dementsprechend waren die Unternehmen bereit, in ihre vorhandene Netzwerkinfrastruktur zu investieren, um die Implementierung vorzubereiten. Fast zwei Drittel der befragten Unternehmen (65 Prozent) entschieden sich dabei für ein Upgrade ihrer Firewalls und 58 Prozent erhöhten die MPLS-Bandbreite. Allerdings setzte lediglich ein Drittel auf die von Microsoft empfohlene Direct-to-Internet-Strategie und ermöglichte es den Zweigstellen, über direkte Internet-Anbindungen auf die Office-Anwendungen in der Cloud zuzugreifen, ohne den Umweg über das Netzwerk der Unternehmenszentrale zu nehmen.

Performance-Herausforderungen

Trotz der getätigten Investitionen in Firewall- und Bandbreiten-Upgrades gaben die befragten Unternehmen an, dass ihre Mitarbeiter über Probleme mit der Netzwerk-Performance klagten. 70 Prozent der Organisationen mussten sich nach der Implementierung wöchentlich mit hoher Latenz und Bandbreitenengpässen auseinandersetzen. Ein Drittel der Befragten kämpfen sogar täglich mit den Herausforderungen der verfügbaren Bandbreite.

Auf der Suche nach der Ursache für das Dilemma der schwachen Performanz muss berücksichtigt werden, dass laut Microsoft Office 365 für den sicheren und zuverlässigen Zugang via Internet zu einem ihrer globalen Rechenzentren entwickelt wurde. Die befragten Unternehmen bestätigten die schwache Performance von Office 365 über ihre herkömmliche Hub & Spoke-Netzwerkinfrastruktur.