Deutschland im Fokus: Cyber-Erpressung trifft zunehmend den Mittelstand – aktuelle Analyse der Google Threat Intelligence Group (GTIG)
Die Bedrohungslage durch Cyberkriminalität verschärft sich in Deutschland deutlich. Eine aktuelle Analyse der Google Threat Intelligence Group (GTIG) zeigt, dass die Bundesrepublik 2025 zu einem der wichtigsten Ziele für Cyber-Erpressung in Europa geworden ist. Besonders auffällig ist die Dynamik bei sogenannten Leak-Seiten im Darknet, auf denen gestohlene Unternehmensdaten veröffentlicht werden. Diese Praxis dient als Druckmittel, um Lösegeldzahlungen zu erzwingen. Dabei geraten zunehmend kleinere und mittelständische Unternehmen ins Visier der Angreifer. Die Ergebnisse unterstreichen strukturelle Schwächen in der Cybersicherheitslandschaft vieler Betriebe.

Das Wichtigste in Kürze:
- Deutschland verzeichnete 2025 einen Anstieg von 92 Prozent bei veröffentlichten Ransomware-Leaks – mehr als dreimal so hoch wie im europäischen Durchschnitt.
- 96 Prozent der betroffenen deutschen Unternehmen haben weniger als 5.000 Mitarbeitende – der Mittelstand steht klar im Fokus.
- Besonders betroffen sind Industrieunternehmen (23 Prozent), gefolgt von Professional Services, Bau und Einzelhandel.
- Neue Akteure gewinnen an Bedeutung: Die Gruppe SAFEPAY ist für rund ein Viertel der Fälle verantwortlich, während Qilin ihre Aktivitäten deutlich ausgeweitet hat.
- Maßnahmen gegen etablierte Gruppen wie LockBit und ALPHV haben das Kräfteverhältnis innerhalb der Cybercrime-Szene verschoben.
Ein zentrales Ergebnis der Analyse: Nicht spektakuläre Großangriffe, sondern die Masse an erfolgreichen Attacken auf kleinere Unternehmen prägt das aktuelle Bild. Laut Jamie Collier, Lead Advisor Europe bei der GTIG, sind diese Organisationen besonders anfällig, da es häufig an spezialisierten Sicherheitsressourcen und ausreichend Personal fehlt.
Die Entwicklung deutet darauf hin, dass Cyberkriminelle ihre Strategien gezielt anpassen: Statt auf wenige große Ziele zu setzen, maximieren sie ihre Erfolgschancen durch eine hohe Zahl weniger gut geschützter Opfer. Für den deutschen Mittelstand bedeutet das steigenden Handlungsdruck, insbesondere beim Ausbau präventiver Sicherheitsmaßnahmen und Reaktionsfähigkeiten.
Die vollständige Analyse finden Sie hier
