Künstliche Intelligenz

Sage Future: KI-Agenten sollen Unternehmenssoftware grundlegend verändern

Künstliche Intelligenz entwickelt sich zunehmend vom Analysewerkzeug zum aktiven Bestandteil operativer Geschäftsprozesse. Auf der Veranstaltung „Sage Future“ hat der Softwareanbieter Sage jetzt eine Reihe neuer KI-Funktionen vorgestellt, die speziell für kleine und mittlere Unternehmen entwickelt wurden. Im Mittelpunkt stehen KI-Agenten, die künftig Aufgaben in Finanzwesen, ERP und Personalmanagement automatisiert übernehmen sollen. Zunächst werden die neuen Funktionen in den USA und Großbritannien eingeführt, bevor sie schrittweise weltweit in Sage-Produkte integriert werden. Ziel ist es, Unternehmenssoftware intelligenter, effizienter und stärker automatisiert zu gestalten.

KI-Agenten für Finanzwesen, HR und Unternehmenssteuerung

Sage integriert KI-Agenten direkt in zentrale Geschäftsanwendungen wie Sage Intacct, Sage HR, Sage X3 und Sage Operations. Die Systeme sollen Teams nicht nur bei Analysen unterstützen, sondern operative Aufgaben eigenständig vorbereiten und ausführen. Unternehmen erhalten dadurch die Möglichkeit, Probleme früher zu erkennen, schneller zu reagieren und datenbasierte Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig setzt Sage auf transparente und kontrollierbare KI-Prozesse, die speziell auf reale Geschäftsanforderungen abgestimmt sind.

Finanzprozesse werden automatisierter

Ein zentrales Beispiel ist der neue Sage Intacct Finance Intelligence Agent. Dieser unterstützt Finanzteams aktiv bei Aufgaben wie Zahlungserinnerungen, Genehmigungen oder der Workflow-Steuerung. Die Interaktion erfolgt über natürliche Sprache, während finale Entscheidungen weiterhin bei den Mitarbeitenden bleiben.

Sage legt dabei besonderen Wert auf Transparenz: Jede KI-Empfehlung wird mit den zugrunde liegenden Daten, Annahmen und Entscheidungswegen dokumentiert. Zusätzlich werden alle KI-gestützten Aktionen protokolliert, wodurch ein vollständiger Prüfpfad entsteht. Dadurch sollen Vertrauen, Nachvollziehbarkeit und Kontrolle insbesondere im Finanzumfeld gestärkt werden.

„Aktuell wird diskutiert, ob KI klassische Standard-Software ersetzen kann“, erklärt Rita Olshanskaia, Product Managerin für Sage Intacct. Entscheidend sei jedoch, dass KI nur innerhalb klar definierter Business-Kontexte zuverlässig funktioniere. Komplexe Anforderungen wie Mehrwährungsprozesse, Konsolidierungen, Steuerlogiken oder Payroll ließen sich daher am besten direkt in spezialisierte Softwarelösungen integrieren.

ERP-Systeme entwickeln sich zu Entscheidungsplattformen

Auch ERP-Lösungen verändern sich durch KI-Agenten grundlegend. Während klassische KI bisher vor allem Analysen unterstützte, übernehmen KI-Agenten künftig zunehmend eigenständige Aufgaben innerhalb der Systeme.

Ein Vertriebsagent kann beispielsweise aus natürlicher Sprache einen kunden- und margenoptimierten Auftrag erstellen, Kreditlimits prüfen, Bestände reservieren und den Versand anstoßen. Beschaffungs-Agenten analysieren Lieferanten hinsichtlich Qualität, Preisentwicklung und Termintreue, simulieren Alternativen und schlagen passende Rahmenvereinbarungen vor. Produktions-Agenten wiederum planen Kapazitäten, erkennen Engpässe und passen Schichtpläne unter Berücksichtigung von Materialverfügbarkeit oder Ausschussquoten an.

„Mit zunehmender Reife werden Unternehmen zahlreiche spezialisierte Agenten orchestrieren – im ERP, in angrenzenden Systemen und entlang der Lieferkette“, erläutert Dominik Schätzel, Product Manager ERP bei Sage. Voraussetzung dafür seien zentrale Datenquellen, API-first-Architekturen, klare Governance-Strukturen und qualifizierte Teams.

KI soll HR-Prozesse effizienter machen

Auch im Personalwesen sieht Sage großes Potenzial für KI-Agenten. Sie können die Lohn- und Gehaltsabrechnung automatisieren, Payroll-Prozesse validieren und Risiken frühzeitig identifizieren. Im Recruiting analysieren sie Lebensläufe, gleichen Qualifikationen mit Stellenprofilen ab und erstellen Bewerber-Rankings. Zusätzlich unterstützen sie bei Erstgesprächen, Feedback-Auswertungen und personalisierten Onboarding-Prozessen.

„KI-Agenten schaffen Freiräume für strategische Aufgaben im HR-Bereich“, sagt Oliver Rozic, Vice President Product Management bei Sage. Gleichzeitig sei es gerade im Personalwesen entscheidend, regulatorische und ethische Anforderungen konsequent einzuhalten. Laut Sage basieren die Systeme daher auf kuratierten, produktspezifischen Datensätzen, um Effizienzgewinne mit Compliance und Datenschutz zu verbinden.

Weitere Informationen: Sage