Deutschland und Finnland vertiefen sicherheitspolitische Zusammenarbeit mit Fokus auf Dual-Use-Technologien
Deutschland und Finnland bauen ihre sicherheits- und verteidigungspolitische Kooperation vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen und wachsender Anforderungen an die NATO weiter aus. Ziel ist es, technologisches Know-how enger zu verzahnen und schneller in einsatzfähige Verteidigungslösungen zu überführen. Beide Länder setzen dabei verstärkt auf Innovation, industrielle Kooperation und den Austausch innerhalb europäischer und transatlantischer Strukturen. Im Zentrum stehen insbesondere die Stärkung der Verteidigungsfähigkeit im Ostseeraum sowie der Schutz kritischer Infrastrukturen. Finnland bringt dabei vor allem seine ausgeprägte Expertise im Bereich Dual-Use-Technologien und resilienzorientierter Sicherheitskonzepte ein.

Varjo wird die modularen Fahr- und Waffensimulationssysteme von Rheinmetall mit Headsets und Software aus der Varjo XR-4-Serie ausstatten. Am 24. Juni 2026 nehmen beide Unternehmen an einer Veranstaltung in Berg-Mörlbach (bei München) teil, bei der Live-XR-Demonstrationen sowie der direkte Austausch mit Anwendern und Entscheidungsträgern aus den Bereichen Verteidigung und Luftfahrt im Mittelpunkt stehen. Die Veranstaltung bietet die Gelegenheit, Vertreter von Varjo und Rheinmetall zu interviewen, um mehr über die Partnerschaft und die Modernisierung von Ausbildungstechnologien zu erfahren. -Quelle: Varjo Technologies Oy
Ein Beispiel für die technologische Zusammenarbeit ist die Kooperation zwischen Varjo Technologies und Rheinmetall. Dabei werden hochauflösende XR-Headsets der XR-4-Serie in modulare Fahr- und Waffensimulatoren integriert, um realitätsnahe Trainingsumgebungen für Landstreitkräfte bereitzustellen. Die Systeme sind bereits in zahlreichen Verteidigungsprogrammen weltweit im Einsatz und sollen künftig die Ausbildungskapazitäten innerhalb Europas und der NATO erweitern.
Im Mittelpunkt der Kooperation steht die Nutzung sogenannter Mixed-Reality-Simulationen, die ein besonders realistisches Training unter nahezu echten Einsatzbedingungen ermöglichen. Ziel ist es, Personal flexibler und ortsunabhängig auszubilden, ohne dabei Kompromisse bei Trainingsqualität und taktischer Genauigkeit einzugehen. Die Unternehmen sehen darin einen Beitrag zur schnelleren und skalierbaren Ausbildung militärischer Kräfte.
Neben der technischen Zusammenarbeit betonen beide Seiten die sicherheitspolitische Dimension der Partnerschaft. Seit Finnlands NATO-Beitritt 2023 hat sich die Kooperation mit Deutschland intensiviert, insbesondere in den Bereichen Krisenvorsorge, Schutz kritischer Infrastruktur und Informationsaustausch. Das finnische Konzept der „umfassenden Sicherheit“, das staatliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Akteure eng einbindet, gilt dabei als strukturelles Vorbild.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau sogenannter Dual-Use-Technologien, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können. Dazu zählen unter anderem satellitengestützte Aufklärungssysteme des Unternehmens ICEYE sowie KI-gestützte autonome Systeme von Start-ups wie NestAI Oy. Diese Entwicklungen werden zunehmend in europäische Verteidigungsprogramme integriert.
Die finnische Strategie setzt dabei stark auf regionale Innovationscluster und öffentlich geförderte Programme, die Forschung, Start-ups und Industrie miteinander vernetzen. Ziel ist es, die Entwicklungsgeschwindigkeit im Verteidigungssektor zu erhöhen und gleichzeitig europäische technologische Souveränität zu stärken.
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