Security

TÜV-Verband fordert stärkere Resilienz kritischer Infrastrukturen in Deutschland

Die wachsenden geopolitischen Spannungen, hybride Bedrohungen und zunehmende Cyberangriffe setzen Staat, Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland unter erheblichen Anpassungsdruck. Vor diesem Hintergrund hat der TÜV-Verband ein Positionspapier vorgelegt, das eine deutliche Stärkung der Resilienz kritischer ziviler, technischer und wirtschaftlicher Infrastrukturen fordert. Ziel ist es, die Funktionsfähigkeit essenzieller Systeme auch unter Krisenbedingungen sicherzustellen. Dazu zählen insbesondere Energieversorgung, Gesundheitswesen, Verkehrsnetze sowie digitale Infrastrukturen wie Rechenzentren und Datennetze. Der Verband sieht Resilienz als zentrale Voraussetzung für staatliche Handlungsfähigkeit und gesellschaftliche Stabilität.

Im Mittelpunkt der Empfehlungen steht die Einführung verbindlicher Mindeststandards für Notbetrieb, Redundanz und Ersatzversorgung. Diese sollen durch unabhängige Prüfungen regelmäßig kontrolliert werden, um Risiken frühzeitig zu erkennen und Mängel konsequent zu beheben. Ergänzend fordert der Verband einen sektorübergreifenden Ordnungsrahmen mit klar definierten Zuständigkeiten, Prioritäten und Eskalationswegen im Krisenfall.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der stärkeren Verzahnung physischer und digitaler Sicherheit. Systeme wie Gebäudetechnik, Energienetze oder medizinische Geräte gelten zunehmend als hybride Infrastrukturen, bei denen Cyber- und physische Risiken ineinandergreifen. Der TÜV-Verband betont daher die Notwendigkeit eines „Resilience-by-Design“-Ansatzes, der Ausfallsicherheit bereits in der Systemarchitektur berücksichtigt.

Zudem sollen regelmäßige Lasttests, Krisenübungen und sektorübergreifende Planspiele verpflichtend werden, um die operative Einsatzfähigkeit im Ernstfall zu verbessern. Auch der Ausbau qualifizierten Personals wird als zentraler Faktor für die Widerstandsfähigkeit kritischer Systeme hervorgehoben.

Als Begründung verweist der Verband auf aktuelle Entwicklungen wie eine hohe Zahl von Sabotageverdachtsfällen, Cyberangriffen und technischen Sicherheitsmängeln in sensiblen Bereichen. Diese verdeutlichten die wachsende Verwundbarkeit vernetzter Infrastrukturen und den steigenden Handlungsbedarf.

Das Positionspapier „Resilienz stärken. Sicherheit gewährleisten. Beitrag unabhängiger Prüfungen zu kritischen Funktionen und Gesamtverteidigung“ steht ab sofort auf der Website des TÜV-Verbands zum Download bereit.

Direkter Link zum TÜV-Verband: TÜV-Verband – TÜV-Verband