Barracuda-Report: Webanwendungen weisen im Schnitt 20 Sicherheitslücken auf
Webanwendungen weisen laut einem neuen Report von Barracuda im Durchschnitt 20 Sicherheitslücken auf. Die Schwachstellen können Angreifern unter anderem ermöglichen, Daten abzugreifen, Konten zu kompromittieren oder unbefugt auf Systeme zuzugreifen. Für die Untersuchung analysierten Barracuda-Forscher mehrere Hundert Scans von Barracuda Application Security Insight über einen Zeitraum von fünf Monaten im Jahr 2026. Dabei entfielen rund 90 Prozent der gefundenen Schwachstellen auf sieben Kategorien. Ein großer Teil der identifizierten Probleme lässt sich nach Einschätzung des Anbieters auf vermeidbare Fehlkonfigurationen und Nachlässigkeiten bei der Absicherung zurückführen.

Am häufigsten identifizierte Barracuda Informationspreisgabe (Information Disclosure), die 25 Prozent der gefundenen Schwachstellen ausmachte. Anwendungen geben dabei beispielsweise zu viele Informationen über Systeme, Domains, versteckte Seiten, Routen oder Dienste preis. Diese Informationen können Angreifern dabei helfen, die technische Umgebung zu analysieren, Schwachstellen zu identifizieren oder versteckte Endpunkte und Administrationsbereiche aufzuspüren.
Mit einem Anteil von 23 Prozent folgen Markenimitation und Spoofing. Solche Schwachstellen können dazu beitragen, vertrauenswürdige Marken, Websites oder Domains zu imitieren und Nutzer zur Preisgabe von Zugangsdaten oder anderen sensiblen Informationen zu bewegen. Ebenfalls häufig waren client-seitige Angriffe beziehungsweise Browser Exploitation mit 14 Prozent. Dazu zählen unter anderem Cross-Site-Scripting-Angriffe (XSS), bei denen Angreifer Schadcode in Webseiten einschleusen können.
Weitere zehn Prozent der gefundenen Schwachstellen entfielen auf Datenoffenlegung (Data Exposure). Dabei können sensible Informationen beispielsweise über Webseiten, APIs, Logs, Cookies, Tracking-Skripte oder fehlerhaft konfigurierte Antworten zugänglich werden. Betroffen sein können unter anderem personenbezogene Daten, Tokens, Zugangsdaten und vertrauliche Geschäftsinformationen.
Die verbleibenden Kategorien waren schwache oder fehlende Verschlüsselung mit sechs Prozent, veraltete Software beziehungsweise unsichere Konfigurationen mit ebenfalls sechs Prozent sowie Schwachstellen bei der Verwaltung von Nutzersitzungen und beim Schutz von Cookies und Zugangsdaten mit fünf Prozent.
Maßnahmen zur Absicherung
Um die Angriffsfläche von Webanwendungen zu reduzieren, empfiehlt Barracuda unter anderem:
- Anwendungen regelmäßig auf Schwachstellen und Fehlkonfigurationen zu prüfen
- Anwendungen, Frameworks und Abhängigkeiten zeitnah zu aktualisieren
- die Preisgabe von Informationen und sensiblen Daten zu minimieren
- Verschlüsselung, Authentifizierung und Session-Sicherheit zu stärken
- Webanwendungen kontinuierlich auf verdächtige Aktivitäten und neue Bedrohungen zu überwachen
Weitere Informationen enthält der Barracuda-Blogbeitrag zum Report.
