Im Digitalen Arbeiten liegt die Zukunft: So profitieren mittelständische Unternehmen von der Digitalisierung

Autor/Redakteur: Michael Krause, Geschäftsführer der TAP.DE Solutions GmbH/gg

Fast kommt es einem so vor, als würde sich die Bezeichnung Digitalisierung in die lange Reihe der Bullshit-Bingo-Begriffe einreihen. Ungeachtet dieser subjektiven Einschätzung steht fest, dass sich viele mittelständische Unternehmen in Deutschland mit der Digitalisierung ihres Business immer noch schwer tun. Sie spüren, dass sie sich der Digitalisierung stellen müssen, haben aber keine konkrete Vorstellung, was zu tun ist. Deshalb wird oft der Fehler begangen, das Thema in die Verantwortung der IT zugeben. Dabei ist die Digitalisierung ein strategisches Thema und die Geschäftsführung muss entscheiden, welche Technologien ihr Business vorantreiben und die Menschen bei ihrer Arbeit unterstützen sollen. Hinzu kommt, dass Unternehmen, um sich am Markt zu etablieren und neue Mitarbeiter zu begeistern, anders als vor zwanzig Jahren, gegenwärtig vor der Herausforderung stehen, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, respektive die bestehenden Modelle weiterzuentwickeln.

Digital Workplace – Hemmnisse, wohin man schaut

Warum aber ist das so schwer? Man muss konstatieren, dass viele Menschen sowohl mit der modernen Technik als auch mit der Dynamik von Innovationen überfordert sind. Vermutlich bereitet zudem unser Bildungssystem junge Menschen nicht ausreichend auf diese Masse moderner Techniken vor. Hinzukommt, dass es auch infrastrukturelle Einschränkungen bei der Nutzung moderner Cloudlösungen gibt – etwa in Regionen mit schwachem Internetbandbreiten. Noch schwieriger wird es, wenn die vom Gesetzgeber geforderten Richtlinien zum Datenschutz ins Spiel kommen. Genügend Unsicherheitsfaktoren, die den Mittelstand eher von der Digitalisierung abhalten, als ihn zu beflügeln.

So muss Digitalisierung ablaufen

  • Die Einstellung eines Workplace Managers hilft die Wünsche, Erwartungen und Anforderungen der Mitarbeiter aufzunehmen, zu konkretisieren und mit den strategischen Planungen der Geschäftsführung abzustimmen.
  • In jedem Fall müssen die Mitarbeiter frühzeitig in den Change-Prozess eingebunden werden, denn nur dann fühlen sie sich wertgeschätzt und unterstützen die neue Art des Arbeitens.
  • Digital Immigrants, jene also, die sich das notwendige IT-Knowhow im Gegensatz zu den Digital Natives erst im Erwachsenenalter aneignen, gilt es bei der Überwindung von eventuellen Hemmschwellen und beim Aneignen neuen Wissens zu unterstützen.
  • Verfügbare Technologien auf Kosten, Nutzen sowie Sicherheit prüfen. Cloud-Angebote hören sich auf den ersten Blick sehr attraktiv an, sind aber dann oft noch nicht ausgereift, stabil und gesetzeskonform nutzbar – Stichwort DSGVO.

Fazit

Die Digitalisierung ist vielschichtig. Quasi jeder hat eine andere Sichtweise auf den Begriff und somit auf die Chancen und Risiken. Oft liegt der Fokus zu stark auf den Technologien, Prozessen und Maschinen. Viel wichtiger aber ist der Wandel der Unternehmenskultur, hier muss der Mittelständler seine Mitarbeiter und Anwender „abholen“ und weiterentwickeln. Im Gegensatz zu Großunternehmen, die vielfach große Digitalisierungsprojekte umsetzen, müssen mittelständische Organisationen die Digitalisierung im Prinzip nebenbei umsetzen. Umso wichtiger ist es, die Mitarbeiter vertrauensvoll in die Veränderungen einzubeziehen, denn diese sind nur dann erfolgreich, wenn gemeinsam die Chancen der neuen Technologien gesehen werden, anstatt über die Gefahren und Probleme zu klagen.