Aufbruch in neue Welten: So gelingt der Einstieg in AR und VR

Autor/Redakteur: Thomas Bedenk, Vice President Extended Reality bei Endava/gg

Augmented und Virtual Reality könnten Grundlage für die nächste Stufe der Digitalisierung werden. Zumindest setzt Facebook-Mutterkonzern Meta genau auf diese Entwicklung. Doch auch wenn noch nicht sicher ist, ob diese Rechnung wie von Meta erwartet aufgeht, können Unternehmen die Technologien heute schon zu ihrem Vorteil nutzen. Die Voraussetzung dafür: der richtige strategische Ansatz. Dieser Beitrag erklärt, auf welche Aspekte Unternehmen dabei achten müssen und wie sie AR/VR einsetzen können.

Bild: Endava

„Digitalisierung“ ist sicherlich eines der wichtigsten Schlagwörter der letzten Jahre. Nachdem lange hauptsächlich darüber gesprochen wurde, waren Unternehmen schließlich durch die COVID-19-Pandemie zum Handeln gezwungen. Und vielerorts wurden die Vorteile innerhalb kürzester Zeit offensichtlich – schnellere Prozesse, weniger manuelle Arbeit, höhere Effizienz. Bei der großen Mehrheit der deutschen Unternehmen (84 Prozent) hat sich ihr Digitalisierungsgrad um bis zu zehn Jahre beschleunigt, wie eine Studie von Endava ergeben hat.

AR/VR – nur Gaming oder mehr?

Beigetragen hat dazu auch die Tatsache, dass Unternehmen schnell handeln mussten, um ihren Betrieb am Laufen zu halten. Für lange Überlegungen und detaillierte Pläne blieb dabei keine Zeit. Stattdessen haben Unternehmen einfach mal gemacht – und waren mit dieser Strategie erfolgreich. Lösungen, die sich in der Praxis bewährten, wurden weiterentwickelt und kontinuierlich an die Bedürfnisse von Unternehmen, Mitarbeitern und Kunden angepasst. Lösungen, die sich nicht bewährten, wurden wieder verworfen.

Auch wenn sich die Situation vielerorts wieder normalisiert hat, müssen Unternehmen ihre Digitalisierung weiter vorantreiben und über die Einführung neuer Technologien nachdenken. Dieser agile, iterative Ansatz kann dabei der Schlüssel zum Erfolg sein. Dies gilt zum Beispiel bei Augmented und Virtual Reality (AR/VR): Während bei Ersterem die Realität etwa mithilfe spezieller Apps oder AR-Brillen erweitert wird, tauchen Nutzer bei Letzterem komplett in computergenerierte immersive Welten ein.

Auf den ersten Blick scheinen sich diese Technologien vor allem im Entertainment-Bereich anzubieten – so soll etwa der Umsatz von VR-Gaming weltweit bis zum Jahr 2024 auf 2,4 Milliarden US-Dollar ansteigen. Doch auch Unternehmen aus anderen Branchen können AR- und VR-Projekte an verschiedenen Stellen umsetzen, um einen Mehrwert zu generieren.

Einprägsame Erfahrungen in der virtuellen Welt

Naheliegend ist der Einsatz beispielsweise beim Onboarding, Trainings und bei der Weiterentwicklung von Mitarbeitern. Und Möglichkeiten hierfür finden sich in praktisch jedem Unternehmen. In der Industrie können zum Beispiel Maschinen virtuell nachgebaut werden, damit die Angestellten bestimmte Handgriffe oder die Wartung üben können, ohne den Betrieb zu stören. Auch in der Luftfahrtindustrie ermöglicht VR-Training Piloten wie Kabinenpersonal, verschiedene Szenarien unter nahezu realen Bedingungen durchzuspielen. So können sie ihr Verhalten etwa in Krisensituationen üben und anpassen. Der große Vorteil von AR- und VR-Training ist, dass viele Menschen durch die Visualisierung und das Ausprobieren Prozesse schneller und besser verinnerlichen. Darüber hinaus können weitere Informationen, Erklärungen und nächste Schritte virtuell eingeblendet werden, um das Training zu vervollständigen.