Microsoft Windows Server 2012 R2 richtig lizenzieren

Autor/Redakteur: Christoph A. Harvey, Chief Executive Officer bei der DeskCenter Solutions AG/gg

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Die korrekte Lizenzierung virtueller Server stellt Unternehmen jeder Größe vor Herausforderungen. Gründe hierfür sind komplexe Lizenzvereinbarungen sowie unterschiedliche Lizenzmodelle, aus denen es das passende auszuwählen gilt. Ein typisches Beispiel dafür ist der Microsoft Server 2012 R2 mit den Ausprägungen “Datacenter” und “Standard”.

Virtuelle Server werden eingesetzt, um Hardware-Kapazitäten bestmöglich zu nutzen, Lasten zu verteilen und damit Kostenvorteile zu realisieren. Letzteres gelingt jedoch nur, wenn virtuelle Server korrekt lizenziert sind. Ansonsten werden im Falle eines Herstelleraudits die Einsparungen der Virtualisierung von den Kosten für Nachlizenzierungen zunichte gemacht. Die richtige Lizenzierung ist jedoch alles andere als trivial.

Qual der Wahl: Die richtige Server-Edition

Der Teufel liegt im Detail, wie das Beispiel Microsoft Windows Server 2012 R2 zeigt. Dieser wird in vier Editionen angeboten. “Essentials” und “Foundation” richten sich an kleine Unternehmen ohne Virtualisierungsanforderungen. Interessant für die Server-Virtualisierung sind die Editionen Windows Server 2012 R2 Standard und Windows Server 2012 R2 Datacenter, die in ihren Funktionalitäten identisch sind. Sie unterscheiden sich jedoch grundlegend in den Rechten für die Virtualisierung. In der Standard-Edition ist eine Lizenz für zwei CPUs erforderlich; zusätzlich können damit zwei virtuelle Server lizenziert werden. Mit der Datacenter-Edition ist ebenfalls eine Lizenz für zwei CPUs notwendig, hiermit kann jedoch noch eine unbegrenzte Anzahl an virtuellen Maschinen betrieben werden. Bei beiden Editionen kommen die Zugriffslizenzen (Client Access Licenses, kurz CALs genannt) hinzu.

Genau rechnen macht sich bezahlt

Die Wahl der falschen Edition kann sich schnell in höheren Lizenzkosten niederschlagen. Eine beispielhafte Lizenzberechnung für den Windows Server 2012 R2 Standard macht dies deutlich.

Will man auf drei Hosts insgesamt drei virtuelle Server installieren, die zur Lastenverteilung zwischen allen drei Hosts hin und her springen, muss laut Microsoft die maximal mögliche Anzahl an Servern für jeden Host lizenziert werden. Pro Host mit zwei CPUs ist eine Standard-Lizenz erforderlich. Damit dürfen aber nur zwei virtuelle Server betrieben werden! Nun könnte – zumindest in der Theorie – der Fall eintreten, dass alle drei virtuellen Server zeitweise auf demselben Host laufen. Da in einem Szenario mit automatischer Lastenverteilung nicht planbar ist, in welcher Konstellation die drei virtuellen Maschinen auf den drei Hosts laufen, sind alle drei Hosts mit jeweils zwei Standard-Lizenzen auszustatten. Anstatt drei wären in Summe also gleich sechs Standard-Lizenzen notwendig.

Entscheidet sich das Unternehmen hingegen für die Datacenter-Edition, genügen drei Lizenzen – gleichgültig in welcher Konstellation die virtuellen Server auf den Hosts aktiv sind. Allerdings ist die Standard-Version wesentlich preisgünstiger. Es empfiehlt sich also, eine langfristige Planung aller zu virtualisierenden Server zu erstellen und darauf basierend einen Preisvergleich durchzuführen.

Die Wahl der Windows Server 2012 R2 Edition hat Auswirkungen auf den Lizenzbedarf für virtuelle Server
Die Wahl der Windows Server 2012 R2 Edition hat Auswirkungen auf den Lizenzbedarf für virtuelle Server

Oft unterschätzt: Zugriffslizenzen

Zusätzlich zu den Serverlizenzen müssen Zugriffslizenzen erworben werden. Häufig lizenzieren Unternehmen nur ihre Server und deren Benutzer. Vielen ist nicht bewusst, dass jedes Gerät, jeder Zugriff auf die Server innerhalb des Netzwerks mit einer Zugriffslizenz ausgestattet sein muss! Kurz gesagt: alles, was vom Windows DHCP-Server eine IP-Adresse erhält, benötigt eine CAL. Das betrifft IP-Telefone ebenso wie Netzwerkdrucker, das Smartphone oder das iPad des Mitarbeiters. Wird Besuchern ein Firmen-WLAN zur Verfügung gestellt, sind auch für diese Gäste CALs zu erwerben.