Mit Vollgas in die Cloud – auf Kosten der Transparenz?

Autor/Redakteur: Fabian Gampfer, Sales Engineering Manager bei AppDynamics/gg

Die enorme Beschleunigung von Cloud-Computing-Initiativen war im letzten Jahr in vielen Unternehmen ein entscheidender Faktor, um die COVID-19-Pandemie zu überstehen. Dabei hat sich endgültig gezeigt, dass Cloud Computing eine höhere Geschwindigkeit, eine leichtere Skalierung sowie mehr Agilität und Resilienz ermöglicht. Deshalb wollen immer mehr Organisationen nicht nur einige wenige Anwendungen in der Cloud betreiben, sondern so schnell wie möglich wesentliche Teile ihrer IT-Umgebung in die Cloud verlagern.

Bild: AppDynamics

Das Jahr 2020 wird in Zukunft sicherlich als Wendepunkt beim Übergang zu Cloud Computing gesehen werden – die Pandemie hat einen bereits in den Jahren zuvor begonnenen Wandel um mehrere Jahre beschleunigt und die verschiedenen Vorteile für Unternehmen verdeutlicht. Dementsprechend prognostizierte Gartner bereits im November 2020, dass die weltweiten Ausgaben von Endnutzern für Public-Cloud-Services in diesem Jahr um 18,4 Prozent ansteigen werden. Darüber hinaus wird auch der Anteil der IT-Ausgaben von Unternehmen für Cloud Computing bis 2024 14,2 Prozent der gesamten globalen IT-Ausgaben ausmachen, ein Plus von 5,1 Prozent gegenüber 2020.

Herkömmliche Monitoring-Lösungen reichen für die Cloud nicht aus

Diese Verlagerung der IT-Infrastruktur in die Cloud hat vielen Unternehmen während der Pandemie das Überleben gesichert: Sie konnten neue Services und Anwendungen für Kunden und Mitarbeiter entwickeln und bereitstellen, da die Cloud ihnen die benötigte Geschwindigkeit und Skalierung geboten hat. In vielen Fällen wäre das benötigte Niveau mit Legacy-Technologen schlicht nicht erreichbar gewesen. Allerdings hat die rasante Beschleunigung von Cloud-Initiativen auch tiefgreifende Auswirkungen auf die IT-Abteilungen von Organisationen, die sich mit mehr Komplexität und höherem Druck konfrontiert sehen. Das bestätigen auch fast drei Viertel (74 Prozent) der deutschen Technologen im neuen Agents of Transformation 2021: The Rise of Full-Stack Observability-Report von AppDynamics, die als Folge dieser erhöhten Transformationsgeschwindigkeit Komplexität in einem höheren Ausmaß erleben. Laut 82 Prozent trägt ebenfalls dazu bei, dass sie inzwischen einen Flickenteppich aus Legacy- und Cloud-Technologien verwalten müssen.

Um damit zurecht zu kommen, haben Technologen einen noch stärkeren Fokus auf die Überwachung der gesamten IT-Umgebung gelegt, von kundenorientierten Anwendungen bis hin zu Services von Drittanbietern und der Kerninfrastruktur wie das Netzwerk und die Speicherumgebungen. Doch während gängige Monitoring-Tools in traditionellen IT-Umgebungen sehr gut funktioniert haben, sind sie in neuen Hybrid-Umgebungen nicht mehr ausreichend, denn: in einer softwaredefinierten Cloud-Umgebung ist nichts statisch, sondern verändert sich konstant in Echtzeit. So kann ein Unternehmen seine IT-Nutzung je nach aktuellem Bedarf nach oben oder unten skalieren, beispielsweise wenn es von zwei Servern, die es zur Unterstützung einer kundenorientierten Anwendungen verwendet, auf 25 Server aufstockt, um kurzzeitig eine vermehrte Nachfrage zu bewältigen, und später wieder auf fünf reduziert. Die Netzwerk- und Speicherinfrastruktur wird dabei automatisch angepasst. Dieser sich ständig ändernde Zustand erschwert das Monitoring erheblich.