Produkt des Monats: Honor Router 3 im Test

Das Web-Interface

Das Web-Interface steht als mobile und als Desktop-Version bereit und bietet im Wesentlichen die gleichen Features wie die App. Allerdings lassen sich hier noch detaillierte Informationen zum Router mit Gateway, DNS-Servern und Ähnlichem einsehen und die Konfiguration der LAN-IP-Adresse mit DHCP-Server und so weiter anpassen. An dieser Stelle ist das Konfigurationswerkzeug unserer Meinung nach ein wenig zu sehr eingeschränkt: Man kann zwar die LAN-Adresse des Routers frei wählen, muss den DHCP-Server aber leider auf das Subnetz “192.168.3” beschränken. Das ergibt keinen Sinn und engt die Anwender unnötig ein. Wir hoffen, dass der Hersteller hier noch nacharbeitet.

Zudem ist es möglich, L2TP- und PPTP-VPNs zu konfigurieren, IPTV beziehungsweise UPnP einzuschalten, den WLAN-Übertagungsmodus anzupassen (beispielsweise nur 802.11b/g/n) und eine WLAN-Zugangskontrolle auf Basis von MAC-Adressen einzurichten. Abgesehen von den genannten Funktionen können die Anwender über das Web-Interface auch die Firewall deaktivieren (aber leider nicht anpassen), Port-Weiterleitungen einrichten, einen DMZ-Host definieren und im Bereich Kindersicherung bestimmte URLs für bestimmte Geräte blockieren. Optionen zum Einstellen der Zeitzone, zum Sichern der Konfiguration und Ähnliches runden den Leistungsumfang des Web-Interfaces an.

Das Web-Interface des Honor Router 3 (Screenshot: Sysbus)

Zusammenfassung und Fazit

Im Betrieb gefiel uns der Honor Router 3 recht gut. Er ist schnell in Betrieb genommen und bringt alle relevanten Funktionen für Heimnetzwerke mit. Es hat uns auch der Ansatz gut gefallen, die wesentlichen Konfigurationsoptionen in die App zu packen und die etwas schwieriger verständlichen Features, wie die VPN-Konfiguration, die eh nicht alle brauchen, im Web-Interface zu “verstecken”. Das trägt sicher dazu bei, dass Anwender im Home-Bereich gut mit dem Produkt klarkommen.

Ein wenig Sorgen machten wir uns über die Tatsache, dass man die Firewall nicht konfigurieren kann und das nirgends irgendetwas über VoIP gesagt wird. Im Betrieb schlossen wir aber ein paar SIP-Telefone an den Router an und diese funktionierten Out-of-the-Box. Das System scheint also über einen SIP-ALG zu verfügen.

In Bezug auf die Reichweite können wir dem Honor Router 3 keine besonders gute Note ausstellen. Üblicherweise arbeitet bei uns als WLAN-Access-Point ein alter Router vom Typ Netgear R6300. Dieser bietet eine deutlich bessere Abdeckung unserer Räumlichkeiten als das Honor-Produkt, dessen Reichweite bestenfalls als durchschnittlich zu bewerten ist.

Was die Geschwindigkeit im Betrieb angeht, so führten wir einen Quick-and-Dirty-Test mit dem erwähnten R6300, dem Router 3 und einem Wifi-5-fähigen Huawei Mate 20 sowie einem Wifi-6-fähigen Samsung Galaxy S10 durch. Mit diesen Geräten luden wir jeweils über beide Router eine Datei mit zwei GByte Größe über den Android-Samba-Client von einem Windows Share herunter. Das Dauerte in unserer Umgebung mit dem Mate 20 und dem R6300 129 Sekunden, mit dem Honor Router 3 100 Sekunden. Es können also auch ältere Geräte tatsächlich bessere Geschwindigkeiten mit dem Honor-Produkt erzielen. Mit dem S10 kamen wir mit dem R6300 auf 99 Sekunden, mit dem Honor Router 3 auf 91 Sekunden. Hier war der Geschwindigkeitsunterschied also deutlich geringer, allerdings auf einem generell höheren Niveau.

Anmerkung:

Der Hersteller hat uns das Produkt für diesen Test kostenlos und dauerhaft zur Verfügung gestellt. Der Bericht wurde davon nicht beeinflusst und bleibt neutral und unabhängig, ohne Vorgaben Dritter. Diese Offenlegung dient der Transparenz.