Zwei Access Points für den Preis von einem: Die Vorteile programmierbarer APs und wie sie sich beweisen lassen

Autor/Redakteur: Bruce Miller, Vice President, Product Marketing bei Xirrus/gg

Es gibt einen recht geheimnisumwitterten oder zumindest unklaren Aspekt, was WLAN-Technologie betrifft. Nur die wenigsten Menschen wissen, wie hoch die momentane Übertragungsrate ihres WLANs ist. Anders als bei kabelgebundenen Lösungen, wie beispielweise dem Ethernet, tappen fast alle WLAN-Nutzer im Dunkeln. Das liegt daran, dass ein WLAN im wahrsten Sinne des Wortes mit hunderten unterschiedlicher Geschwindigkeiten, genauer vielleicht Übertragungsraten, operiert, die allesamt von duzenden Variablen abhängen. Die Geschwindigkeit kann sich daher mit jedem einzelnen übertragenen Datenpaket ändern.

In den vergangenen 20 Jahren hat die WLAN-Technologie enorme Fortschritte hinsichtlich Stabilität und Performance gemacht. Aber die Schwankungen in Bezug auf Übertragungsraten sorgen immer mal wieder für Verunsicherung. Unglücklicherweise wird diese Verunsicherung von Teilen der Industrie ausgenutzt, um daraus Vorteile zu schlagen. So werden beispielsweise bei Produktvergleichen einzelne Variablen so gewählt, das die Ergebnisse die eigenen Produkte in einem möglichst guten Licht dastehen lassen.

Vor diesem Hintergrund gilt es, einmal einen genauen Blick auf einen Aspekt zu werfen, der zu einigen Kontroversen zwischen den Anbietern geführt hat: Sollen alle Antennen eines Access Points (APs) im 5 GHz-Band betrieben werden? Xirrus gehört zu den Pionieren dieses Ansatzes und hat schon vor mehr als zehn Jahren ein Konzept entwickelt, das als Software-definierte (oder auch “per Software programmierbare”) Antennen bekannt ist. Wenn alle Antennen auf das 5 GHz-Band eingestellt sind, bedeutet dies, dass Access Points vollständig mit der maximalen WLAN-Geschwindigkeit operieren können. Sie erzielt so Übertragungsraten, die nahezu das Doppelte nicht-programmierbarer APs erreichen. So gesehen, kann ein Xirrus AP durchaus zwei (oder sogar mehr) traditionelle APs ersetzen – zwei für den Preis von einem. Ein nicht zu vernachlässigender Faktor hinsichtlich Anschaffungs-, Unterhalts- und Implementierungskosten.

Die Ursache ist einfach. Traditionelle APs haben eine starre Konfiguration in Bezug auf ihre Antennen. Eine in der Regel für den langsameren 802.11n-Standard (das 2,4 GHz-Band) und eine zweite, für Highspeed 802.11ac (5 GHz-Band). Die Idee hinter dieser Konfiguration ist, das auf diese Weise gleichzeitig sowohl ältere als auch neuere WLAN-Geräte unterstützt werden. Allerdings nutzen bereits mehr als 80 Prozent (je nach Einsatzszenario auch mehr) der heutigen WLAN-fähigen Devices die neuere, schnellere 5 GHz-Technologie. Das schafft eine höchst unbefriedigende Situation, in der 50 Prozent der vorhandenen Infrastruktur gerade einmal 20 Prozent der Geräte einbindet. Um dieses Ungleichgewicht zu vermeiden, empfehlen einige Hersteller ihren Kunden, einen Großteil der 2,4 GHz-Antennen stillzulegen, was schlicht eine Verschwendung von Geld und Ressourcen ist. Stattdessen sollen sie zusätzliche 5 GHz-Geräte kaufen, was die Sache noch teurer macht. Im Gegensatz zu diesem Vorgehen ermöglichen Anbieter wie Xirrus es, alle Antennen eines Access Points mit hochgeschwindigkeits-802.11ac zu operieren und so eine bestmögliche Unterstützung für die schnellere 5 GHz-Technologie zu bieten. Es gibt keine verschwendeten Antennen und keine verschwendete Infrastruktur.

2016 entschieden sich zwei weitere WLAN-Anbieter dazu, dem Club der Hersteller beizutreten, deren Lösungen Dual-11ac, also doppelten 5 GHz-Support unterstützen. Doch ungeachtet dieses offensichtlichen Trends zugunsten eines Dual-5 GHz-Supports, bleiben die meisten Anbieter noch immer passiv und warten ab. Unverständlicherweise versuchen sie sogar die Wirksamkeit dieser Funktionalität in Frage zu stellen und Zweifel am Konzept zu streuen. Diese Anbieter, darunter Aruba und Ruckus, veröffentlichen dazu immer wieder mal Testergebnisse, die ihre These stützen sollen. Und in der Tat scheinen diese Ergebnisse den Erfahrungen mit zehntausenden erfolgreich installierter und betriebener Software-definierter APs in der ganzen Welt zu widersprechen.

Sie sind aber nicht die einzigen, die Tests durchführen. Schon 2014 gab Xirrus bei Miercom, einem der führenden Anbieter unabhängiger Tests für Netzwerkkomponenten, einen Test in Auftrag, der 802.11ac Wave 1-Produkte verschiedenster Anbieter mit den Lösungen von Xirrus verglich. Er zeigte recht eindeutige Ergebnisse.

Jetzt, wo 802.11ac Wave 2 immer mehr zum WLAN-Mainstream wird, gibt es auch neue Testergebnisse. Xirrus entschied sich auf Grund der anhaltenden Debatte zu Dual-5 GHz-WLAN dazu, erneut eine Testserie durchzuführen. Mit ausschlaggebend, ein Aruba Networks Blogbeitrag, der die Wirksamkeit einer Dual-5 GHz-Lösung von Cisco in Zweifel zog. Es sollte niemanden verwundern, dass das Unternehmen Unsicherheit und Zweifel hinsichtlich dieser Funktionalität verbreiten möchte, da das Fehlen einer entsprechenden eigenen Lösung ihren Umsätzen schadet. Wenig überraschend, Aruba konnte mit entsprechenden Testergebnissen aufwarten, um seine Behauptungen zu stützen. Schließlich kontrollierten sie die Variablen des Tests.