Kurztest: Ontrack PowerControls für Exchange 7.3.1 – Mail-Wiederherstellung in der Office 365-Cloud

Autor: Dr. Götz Güttich

Mit den Ontrack PowerControls für Exchange lassen sich einzelne Mails und Postfächer aus Backup- und PST-Dateien auslesen und auf laufenden Exchange-Servern wiederherstellen. Zusätzlich ist es auch möglich, Informationen von Exchange-Servern herunterzuladen und lokal zu speichern. Damit eignet sich das Tool sowohl zur Migration von Daten von einem Server auf einen anderen, als auch zum schnellen und unproblematischen Wiederherstellen gelöschter Inhalte. Wir haben uns im Kurztest angesehen, wie die PowerControls für Exchange in Verbindung mit dem Exchange-Dienst von Office 365 zum Einsatz kommen können. Die Office 365-Unterstützung ist eine Neuigkeit, die mit dem aktuellen Release 7.3.1 auf den Markt kam.

Die PowerControls von Kroll Ontrack verwenden bestehende Backups als Datenquelle. Damit stellen sie sicher, dass die Quellserver nicht angetastet werden und somit auch ihre Integrität gewahrt bleibt. Im Betrieb laufen die PowerControls auf einer Administrator-Workstation, von der aus sie Zugriff auf die genannten Backup-Daten haben. In manchen Fällen kann es sogar Sinn ergeben, die Lösung direkt auf dem Backup-Server zu installieren, beispielsweise wenn es darum geht, Backup-Daten vom Band auszulesen. Zum Bereitstellen der Backup-Informationen kommt der so genannte Ontrack PowerControls ExtractWizard zum Einsatz, der dazu in der Lage ist, sämtliche Daten aus der Sicherheitskopie (egal ob auf Band oder auf Disk) eines Microsoft Exchange Server Information Store auszulesen und an einem anderen Ort, wie einem Rechner, einem Volume oder einem Ordner, abzulegen. Der ExtractWizard unterstützt dabei unter anderem die Backup-Programme CA ARCserve Backup, Commvault Galaxy Backup and Recovery, EMC NetWorker, HP Storage Data Protector, IBM Tivoli Storage Manager, Symantec Backup Exec und Symantec NetBackup.

Als Ziel kommt für unseren Test nur "Single Mailbox (on-premise or Office 365)" in Frage
Als Ziel kommt für unseren Test nur „Single Mailbox (on-premise or Office 365)“ in Frage

Die extrahierten Dateien können dann als Quelle für die PowerControls für Exchange zum Einsatz kommen. Alternativ lassen sich auch Outlook-PST-Dateien als Datenquellen nutzen.

Die PowerControls finden aber nicht nur Verwendung, um Daten wiederherzustellen und zu sichern, sondern bringen auch umfassende Suchfunktionen mit, mit denen die zuständigen Mitarbeiter dazu in die Lage versetzt werden, die Backup-Informationen schnell und umfassend zu durchsuchen. Das Produkt stellt demzufolge auch ein Forensik-Werkzeug dar.

Der Test

Für unseren Kurztest, bei dem ja die Zusammenarbeit mit dem Exchange-Dienst im Mittelpunkt stehen sollte, installierten wie die Ontrack PowerControls für Exchange auf einer Administrator-Workstation unter Windows 7 in der 64-Bit-Version. Auf dieser Workstation war zu diesem Zeitpunkt bereits eine Outlook 2010-Installation vorhanden, die als Exchange-Server den Exchange-Dienst von Office 365 nutzte. Unsere Aufgabe war es nun, die Migration wichtiger Daten von einem vorhandenen Postfach hin zum Office 365-Postfach zu simulieren.

Der Verbindungsaufbau zur Mailbox
Der Verbindungsaufbau zur Mailbox

Als Datenquelle setzten wir dabei eine PST-Datei ein, die wir zuvor von einem anderen Rechner herunterkopiert hatten. Diese enthielt diverse E-Mail-Benachrichtigungen, die das in unserem Netzwerk arbeitende Monitoring-Tool „PRTG“ von Paessler erzeugt hatte. Diese Benachrichtigungen wollten wir in unser Office 365-Postfach hochladen, um sie immer verfügbar zu haben.