Barracuda Networks Analyse – Device-Code-Phishing auf dem Vormarsch: Millionen Angriffe in kurzer Zeit registriert
Eine aktuelle Analyse von Barracuda Networks zeigt eine neue Qualität im Bereich Phishing-Angriffe. Im Fokus steht dabei das sogenannte Device-Code-Phishing, das zunehmend professionalisiert wird. Innerhalb von nur vier Wochen registrierten die Sicherheitsexperten rund sieben Millionen entsprechende Attacken. Besonders kritisch ist die Fähigkeit dieser Methode, bestehende Sicherheitsmechanismen gezielt zu umgehen. Unternehmen und Organisationen stehen damit vor einer wachsenden Herausforderung im Bereich Identitäts- und Zugriffsschutz.

Im Gegensatz zu klassischen Phishing-Techniken setzen Angreifer beim Device-Code-Phishing auf legitime Authentifizierungsprozesse. Konkret nutzen sie den Mechanismus der Device-Code-Authentifizierung, der unter anderem bei Microsoft 365 und Entra ID zum Einsatz kommt. Dieser ermöglicht es Nutzern, sich über ein separates Gerät mittels eines Codes anzumelden – etwa bei Geräten mit eingeschränkter Benutzeroberfläche wie Fernsehern oder CLI-basierten Tools.
Beim Angriff fordern Cyberkriminelle zunächst einen gültigen Geräte-Code an und versenden diesen anschließend per Phishing-Mail an potenzielle Opfer. Diese werden dazu verleitet, den Code auf einer legitimen Anmeldeseite einzugeben. In der Folge autorisieren sie unbewusst das Gerät des Angreifers. Das System stellt daraufhin ein gültiges Zugriffstoken aus, das direkt beim Angreifer landet.
Diese Methode bietet mehrere Vorteile für Angreifer: Da ausschließlich legitime URLs verwendet werden, greifen klassische Filtermechanismen kaum. Zudem wird die Multi-Faktor-Authentifizierung effektiv umgangen, da die Autorisierung durch den Nutzer selbst erfolgt. Besonders kritisch ist die Persistenz der Angriffe: Mithilfe sogenannter Refresh-Tokens können Angreifer über längere Zeiträume Zugriff behalten – selbst nach Passwortänderungen. Gleichzeitig bleibt das Vorgehen oft unentdeckt, da keine typischen Warnsignale ausgelöst werden.
Ein weiterer Faktor ist die psychologische Komponente: Nutzer sind daran gewöhnt, regelmäßig Codes zur Authentifizierung einzugeben. Diese Routine wird gezielt ausgenutzt. Gleichzeitig ermöglichen die erlangten Zugriffsrechte unauffällige laterale Bewegungen innerhalb von Systemen, ohne sofortige Sicherheitsalarme auszulösen.
Laut Barracuda hat sich Device-Code-Phishing inzwischen als Bestandteil von Phishing-as-a-Service (PhaaS) etabliert. Die zunehmende Professionalisierung macht diese Angriffe skalierbar und damit besonders gefährlich. Entsprechend steigt der Druck auf Unternehmen, ihre Sicherheitsstrategien anzupassen.
Empfohlen werden mehrschichtige Schutzmaßnahmen, darunter verbesserte E-Mail-Filter, erweiterte Identitätsschutzmechanismen sowie kontinuierliche Überwachung. Zusätzlich sollten strengere Kontrollen bei der Geräteautorisierung implementiert werden. Ebenso wichtig ist die Sensibilisierung der Nutzer, insbesondere im Umgang mit Verifizierungscodes und deren Eingabe nur in eindeutig vertrauenswürdigen Kontexten.
Weitere Informationen finden Sie auf dem Barracuda-Blog.
