Mit der richtigen Netzwerkinfrastruktur auf die Überholspur

Autor/Redakteur: Süleyman Karaman, Geschäftsleiter Geschäftskunden bei Deutsche Glasfaser Business/gg

Der deutsche Mittelstand hat, was die Digitalisierung angeht, sein Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft: Der aktuelle Digitalisierungsbericht der staatlichen Förderbank KfW attestiert Deutschland, mit Platz 18 im europäischen Vergleich, einen hohen Aufholbedarf. Zwar gilt dieser nicht für alle gleichermaßen, in den Ballungszentren und bei Großunternehmen geht es laut dem Digitalisierungsindex des Bundeswirtschaftsministeriums voran. Doch lohnt es sich, die regionalen Unterschiede genauer zu betrachten. Gerade in ländlichen Gebieten ist zentrale, kritische Infrastruktur wie Energie und Versorgung angesiedelt, für die moderne Technologien den Schutz einer ganzen Region bedeuten. Zudem ist den mittelständischen Unternehmern selbst klar, dass Digitalisierung Zukunft bedeutet: Mehr als die Hälfte der Betriebe haben sich auf den Weg gemacht, digitalisieren ihre Prozesse und zeigen dem Wettbewerb schon die Rücklichter. Doch technologisch komplexe Entscheidungen wollen gut durchdacht sein, denn Digitalisierung gelingt dann, wenn sie an der richtigen Stelle ansetzt.

Bild: Deutsche Glasfaser Business

Vorausschauend digitalisieren

In den vergangenen Jahren nutzten viele Unternehmen die Gelegenheit, um ihre Geschäftsprozesse digital neu zu denken. Auf den ersten Blick ist die Umsetzung auch vielen gelungen: Die flächendenkende Einrichtung von VPN-Verbindungen verschaffte Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von zu Hause aus Zugriff auf das Unternehmensnetzwerk und der Zukauf von Cloud-Dienstleistungen in Form von Kollaborationstools stellte eine dezentrale Kommunikation und Erreichbarkeit sicher. Teilweise konnten Unternehmen in einem Schritt selbst umfassendere Umstellungen der Geschäftsprozesse vornehmen. Etwa die vollständige Verlagerung von essenziellen Betriebsanwendungen wie Buchhaltung oder Auftragsbearbeitung in die Cloud. Auf den zweiten Blick wird jedoch klar: Die neuen Lösungen waren oft nicht nachhaltig gedacht, da die vorhandene Netzinfrastruktur den höheren Kapazitätsanforderungen nicht gewachsen war. Zugunsten von Schnelligkeit wurde zudem häufig auf eine umfassende Sicherheitsstrategie verzichtet. Diese Faktoren müssen jetzt nochmal sorgfältig überprüft werden, bevor der nächste Entwicklungsschritt getan werden kann. Und zwar immer einen Fuß vor den anderen.

Fortschritt braucht die richtigen Grundlagen

Die Formel ist einfach: Fortschritt steht und fällt mit der vorhandenen Netzwerkinfrastruktur. Nicht selten erweist sich die Netzwerkkapazität als entscheidender Faktor für den Erfolg eines Projekts: Dem IDC-Multicloud Survey 2020 zufolge verzögern sich Migrationsprojekte häufig durch Performance-Probleme. Der beste Zeitpunkt in Infrastruktur zu investieren, ist jetzt, denn laut Prognose des BREKO wird sich die Breitbandnachfrage im Down- und Upload in den nächsten fünf Jahren bei den Geschäftskunden um das fünf- bis sechsfache auf 922 Mbit/s (Upload) und 1,5 Gbit/s (Download) erhöhen. Die Vernetzung mit Cloud-Anbietern, der Einsatz Künstlicher Intelligenz im Kundenmanagement und Lösungen der Industrie 4.0 für die Produktion: all das braucht Bandbreite.