it-sa 2026Künstliche IntelligenzSecurity

TrendAI setzt auf sichere KI-Nutzung und digitale Souveränität – Interview mit Richard Werner auf der it-sa 2026

Künstliche Intelligenz ist inzwischen in vielen Unternehmen angekommen und stellt die IT-Sicherheit vor neue Herausforderungen. Dabei geht es nicht nur darum, welche KI-Anwendungen eingesetzt werden, sondern auch darum, wie sich deren Nutzung kontrollieren und absichern lässt. TrendAI beschäftigt sich mit diesen Fragen sowohl bei seinen Kunden als auch im eigenen Unternehmen. Im Gespräch auf der it-sa 2026 erläutert Richard Werner, Cybersecurity Platform Lead, Europe bei TrendAI, welche Rolle dabei das Zero Trust Access Gateway spielt und wie Unternehmen ihre KI-Nutzung besser steuern können. Weitere Themen sind digitale Souveränität, die Zusammenarbeit mit NVIDIA und neue Entwicklungen bei Angriffsmethoden.

Links: Richard Werner, Cybersecurity Platform Lead, Europe bei TrendAI , Rechts: Denise Cezanne-Güttich, sysbus.eu – Quelle: sysbus.eu

Interview mit Richard Werner, Cybersecurity Platform Lead, Europe at TrendAI

Welche Fragen beschäftigen Unternehmen derzeit besonders, wenn es um den sicheren Einsatz von KI geht?

Viele Unternehmen möchten wissen, wie sie KI sicher nutzen können. Dabei geht es um rechtliche Anforderungen, den Schutz geistigen Eigentums und die Frage, wie verhindert werden kann, dass Unternehmens- oder Kundendaten unkontrolliert nach außen gelangen. Auch der EU AI Act spielt in diesem Zusammenhang eine Rolle. Unternehmen benötigen Transparenz darüber, wo und wie KI eingesetzt wird, und müssen Regeln für die Nutzung festlegen.

Wie hat TrendAI diese Herausforderung im eigenen Unternehmen gelöst?

Wir haben uns selbst als sogenannter „Customer Zero“ verstanden. Das bedeutet, dass wir die Lösung zunächst im eigenen Unternehmen eingesetzt und Erfahrungen gesammelt haben. Auch bei uns stellte sich die Frage, wie unsere Mitarbeiter KI nutzen können, ohne dass vertrauliche Informationen oder geistiges Eigentum das Unternehmen verlassen. Unser CISO hat deshalb entschieden, die KI-Nutzung kontrollierbar zu machen und entsprechende Regeln durchzusetzen. Die Erfahrungen aus diesem Prozess haben wir anschließend auch mit Kunden geteilt. Anfang Oktober haben wir die Lösung auf den Markt gebracht.

Welche Aufgaben übernimmt das Zero Trust Access Gateway?

Das Zero Trust Access Gateway, das auch als KI-Gateway bezeichnet wird, ermöglicht es, die Nutzung von KI-Anwendungen zu kontrollieren und Regeln durchzusetzen. Fehlverhalten wird dabei unmittelbar erkannt. Ein Beispiel sind vertragliche Vertraulichkeitsvereinbarungen: Wenn ein Unternehmen verpflichtet ist, bestimmte Kundendaten nicht in öffentliche KI-Dienste einzugeben, darf dies auch nicht versehentlich geschehen. Eine solche Nutzung könnte einen Vertragsverstoß darstellen. Das Gateway soll Unternehmen dabei unterstützen, ihre Vorgaben für den KI-Einsatz technisch umzusetzen.

Welche Rolle spielt die Kostenkontrolle bei der Steuerung von KI?

Bei uns haben Mitarbeiter Budgets für die Nutzung von KI erhalten. Dabei zeigte sich, dass die Ausgaben sehr unterschiedlich ausfallen können. Wenn ein Unternehmen einen Überblick darüber hat, welche KI-Anwendungen genutzt werden und welche Projekte dahinterstehen, lassen sich auch Budgets besser zuordnen und kontrollieren. Die Kostenkontrolle ist dabei eher ein zusätzlicher Nutzen der Sicherheitssteuerung. Im Mittelpunkt steht zunächst die Frage, wie KI sicher eingesetzt werden kann.

Welche Fragen sollten Unternehmen vor dem Einsatz von KI klären?

Unternehmen müssen sich fragen: Wofür setze ich mein KI-Budget ein? Welche Projekte möchte ich mit KI unterstützen? Und was soll ausdrücklich nicht mit KI gemacht werden? Wenn Mitarbeiter Budgets beantragen müssen, wird auch der CISO stärker in die entsprechenden Projekte eingebunden. So entsteht ein besserer Überblick darüber, wo KI im Unternehmen eingesetzt wird und welche Risiken damit verbunden sind.

Wie wichtig ist das Thema digitale Souveränität für Ihre Kunden?

KI und digitale Souveränität sind zwei große Themen. Als japanisches Unternehmen werden wir in Gesprächen auch auf unsere Herkunft angesprochen. Gleichzeitig bieten wir unterschiedliche Möglichkeiten für den Betrieb unserer Lösungen. Das Spektrum reicht von Kunden, für die der Standort der Daten keine entscheidende Rolle spielt, bis hin zu Unternehmen, die eine vollständig isolierte Installation in ihrem eigenen Rechenzentrum benötigen. Wir können verschiedene Betriebsmodelle abdecken und damit unterschiedliche Anforderungen an die digitale Souveränität berücksichtigen.

Welche Rolle spielt die Zusammenarbeit mit NVIDIA in diesem Zusammenhang?

Unsere Zusammenarbeit mit NVIDIA unterstützt das Ziel, KI sicher und wirtschaftlich in Unternehmen einzusetzen. Dabei werden Sicherheitslösungen von TrendAI in die NVIDIA-Infrastruktur integriert. Das soll Unternehmen ermöglichen, KI schneller und sicherer einzuführen und gleichzeitig die Kontrolle über ihre Daten und KI-Modelle zu behalten. Ein weiterer Schwerpunkt ist, die Kosten so weit zu senken, dass sich der lokale Betrieb von KI im eigenen Rechenzentrum wirtschaftlich umsetzen lässt.

Beobachten Sie auch Veränderungen bei den Angriffsmethoden?

Ja, Angriffe werden zunehmend komplexer. Während früher häufig eine einzelne Schwachstelle ausgenutzt wurde, beobachten wir heute immer öfter Angriffsketten, bei denen mehrere Schwachstellen miteinander kombiniert werden. Bei einem Beispiel aus dem vergangenen Jahr wurden zwölf Schwachstellen miteinander verknüpft. Vier davon waren Funktionen, die zunächst nicht als klassische Sicherheitslücken eingestuft worden waren. Das zeigt, wie wichtig es ist, Systeme umfassend zu untersuchen und auch das Zusammenspiel einzelner Komponenten zu berücksichtigen.

Welche Bedeutung haben Hacking-Wettbewerbe für die IT-Sicherheit?

Solche Wettbewerbe bringen Sicherheitsforscher zusammen, die gezielt nach Schwachstellen in Produkten und Systemen suchen. Dabei handelt es sich nicht um kriminelle Angreifer, sondern um Experten, die Sicherheitslücken aufdecken, damit Hersteller sie schließen können. Die Ergebnisse zeigen, wie schnell und mit welchen Methoden Schwachstellen ausgenutzt werden können. Für die Hersteller ist das eine wichtige Möglichkeit, ihre Produkte weiter abzusichern.

Direkter Link: TrendAI (DE) | Proaktive, KI-gestützte Cybersicherheit

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