Interviewit-sa 2026Künstliche IntelligenzSecurity

it-sa 2026: A1 Digital setzt auf kontrollierte KI-Nutzung und IoT-Sicherheit

KI-Tools erleichtern den Arbeitsalltag, werden in Unternehmen aber oft genutzt, ohne dass klar ist, welche Informationen Mitarbeitende eingeben. So können vertrauliche Geschäfts-, Personen- oder Entwicklungsdaten in externe Dienste gelangen. Zugleich wächst die Zahl vernetzter IoT-Geräte, die von klassischen Sicherheitslösungen nicht immer vollständig erfasst werden. Holger Hartwig, Key Account Manager Security bei A1 Digital, spricht über kontrollierte KI-Nutzung, IoT-Risikobewertung und die Einbindung vernetzter Geräte in ein Security Operations Center. Er erläutert, wie Unternehmen Risiken besser erkennen und Mitarbeitenden sichere Alternativen anbieten können.

Holger Hartwig, Key Account Manager Security bei A1 Digital und Denise Cezanne-Güttich, sysbus.eu, auf der it-sa 2026 – Quelle: sysbus.eu

KI-Nutzung ermöglichen und sensible Daten schützen

sysbus: Öffentliche KI-Dienste sind leicht zugänglich und werden auch im Arbeitsalltag genutzt. Wie können Unternehmen verhindern, dass dabei vertrauliche Informationen nach außen gelangen?

Holger Hartwig: KI ist inzwischen in vielen Anwendungen und Geräten enthalten. Mitarbeitende können außerdem jederzeit einen frei zugänglichen Dienst im Internet aufrufen. Das ist oft praktisch und erleichtert die Arbeit. Gleichzeitig ist vielen nicht klar, wie die eingegebenen Informationen verarbeitet werden und ob sie gespeichert oder weiterverwendet werden.

Das kann zum Risiko werden, wenn Beschäftigte personenbezogene Daten, vertrauliche Geschäftsunterlagen oder geistiges Eigentum in einen Prompt eingeben. Unternehmen müssen deshalb einen Weg finden, die KI-Nutzung zu kontrollieren, ohne sie pauschal zu unterbinden. Ein generelles Verbot ist oft wenig wirksam: Mitarbeitende können auf private Geräte ausweichen, und die Nutzung wird für die IT-Sicherheit noch schwerer sichtbar.

Eine Möglichkeit sind Lösungen, die am Endgerät erkennen, wenn jemand einen KI-Dienst nutzt, und Eingaben auf sensible Inhalte prüfen. Werden solche Daten erkannt, können sie anonymisiert oder durch Platzhalter ersetzt werden, bevor die Anfrage an einen öffentlichen Dienst geht. Die Antwort wird anschließend wieder den ursprünglichen Informationen zugeordnet.

Für besonders sensible Abfragen kann ein Unternehmen eine private KI-Umgebung bereitstellen. So lassen sich unterschiedliche Schutzstufen verbinden: Allgemeine Anfragen können über freigegebene öffentliche Dienste laufen, während vertrauliche Inhalte in einer kontrollierten Umgebung verarbeitet werden. Wichtig ist, den Mitarbeitenden sichere und praktikable Alternativen anzubieten.

IoT-Geräte erfassen und Risiken priorisieren

sysbus: Wie können Unternehmen den Überblick über ihre IoT-Geräte verbessern und entscheiden, welche Risiken sie zuerst angehen sollten?

Holger Hartwig: Vernetzte Geräte müssen zunächst im Netzwerk erkannt werden. Unternehmen brauchen einen Überblick darüber, welche Geräte vorhanden sind, wie angreifbar sie sind und welche Maßnahmen das jeweilige Risiko verringern können. Eine Risikobewertung hilft dabei, die Gefährdung einzuordnen und Maßnahmen zu priorisieren. Auf null lässt sich das Risiko nicht senken. Entscheidend ist, es auf ein vertretbares Maß zu reduzieren und das verbleibende Risiko nachvollziehbar zu bewerten.

Besonders deutlich wird das im Gesundheitswesen: Krankenhäuser müssen auch Medizintechnik absichern, bei der die Verfügbarkeit und der sichere Betrieb besonders wichtig sind. Die wachsende Zahl vernetzter Geräte macht dieses Thema aber auch für andere Branchen relevant.

Für eine umfassendere Sicht sollte die Überwachung von IoT-Geräten mit dem Security Operations Center verbunden werden. Ein SOC, das nur IT-Ereignisse sieht, hat bei Vorfällen in vernetzten Geräten möglicherweise einen Teil des Lagebilds nicht im Blick. Werden IoT-Erkennung und SOC zusammengeführt, können Sicherheitsteams IT- und IoT-Ereignisse gemeinsam bewerten und angemessener reagieren. A1 Digital arbeitet in diesem Bereich mit Asimily zusammen.

Direkter Link zu A1 Digital: A1 Digital – Ihr europäischer Technologie-Service-Provider für IoT, Cloud, Netzwerke und Security

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