CloudInterviewit-sa 2026Künstliche Intelligenz

it-sa 2026: enclaive schützt Daten auch während der Verarbeitung

Cloud-Dienste und KI-Anwendungen machen es für Unternehmen wichtig, sensible Daten auch außerhalb der eigenen Infrastruktur zu schützen. Mit Confidential Computing schützt enclaive Workloads in einer hardwarebasierten, isolierten Ausführungsumgebung – auch während der Verarbeitung. Eine Attestierung prüft, ob diese Umgebung den festgelegten Anforderungen entspricht, bevor Schlüssel freigegeben werden. Laut enclaive lässt sich die Technologie in Public-, Private- und Multi-Cloud-Umgebungen einsetzen und erfordert nur geringe Änderungen an bestehenden Anwendungen. Auf der it-sa 2026 erläutert CEO Andreas Walbrodt, wie sich damit Cloud- und KI-Projekte mit sensiblen Daten absichern lassen.

CEO Andreas Walbrodt von enclaive mit Denise Cezanne-Güttich, sysbus.eu – Quelle: sysbus.eu

sysbus: Was leistet Confidential Computing zusätzlich zur klassischen Verschlüsselung?

Andreas Walbrodt: Daten werden üblicherweise im Ruhezustand und bei der Übertragung verschlüsselt. Während der Verarbeitung müssen sie jedoch für die Anwendung verfügbar sein. Confidential Computing schützt auch diesen Zustand: Die Anwendung läuft in einer hardwarebasiert abgeschotteten Umgebung, in der die Daten während der Verarbeitung geschützt bleiben.

sysbus: Wie wird sichergestellt, dass die Umgebung vertrauenswürdig ist?

Andreas Walbrodt: Dafür dient die Attestierung. Die Ausführungsumgebung weist nach, dass sie den festgelegten Anforderungen entspricht und nicht manipuliert wurde. Erst danach gibt das kundenseitig kontrollierte Schlüsselmanagement den Schlüssel frei. Erfüllt die Umgebung die Vorgaben nicht, erhält sie keinen Schlüssel.

sysbus: Wie behalten Unternehmen die Kontrolle über ihre Schlüssel, wenn sie Cloud-Infrastruktur nutzen?

Andreas Walbrodt: Die Schlüssel müssen nicht im Schlüsselsystem des Infrastrukturbetreibers liegen. Unternehmen können die Schlüssel selbst kontrollieren und ihre Anwendungen trotzdem auf unterschiedlichen Infrastrukturen betreiben – etwa bei Hyperscalern, europäischen Cloud-Anbietern, in der eigenen Umgebung oder am Edge. So bleibt der Cloud-Betrieb flexibel, während die Schlüsselhoheit beim Kunden liegt.

sysbus: Welche Auswirkungen hat der Schutz auf die Leistung und die Anwendungen?

Andreas Walbrodt: Die Technologie nutzt Sicherheitsfunktionen moderner Prozessoren. Für typische Workloads liegt der zusätzliche Rechenaufwand nach unseren Erfahrungen bei etwa zwei bis acht Prozent. Anwendungen müssen dafür in der Regel nicht neu geschrieben werden.

sysbus: Welche Möglichkeiten eröffnet das für den Einsatz von KI?

Andreas Walbrodt: KI wird besonders nützlich, wenn Unternehmen sie mit ihren eigenen Daten einsetzen können. In einer vertraulichen Ausführungsumgebung lassen sich Modelle mit sensiblen Daten betreiben, ohne diese während der Verarbeitung dem Infrastrukturbetreiber offenzulegen. Wenn zusätzlich externe Modelle eingebunden werden, kann ein Privacy Proxy sensible Inhalte vor der Weitergabe pseudonymisieren.

sysbus: Für welche Bereiche ist das besonders interessant?

Andreas Walbrodt: Potenzielle Anwendungsfelder sind das Gesundheitswesen, die öffentliche Verwaltung und Finanzdienstleistungen. Auch private 5G-Netze und die Energieversorgung können profitieren, wenn sensible Daten dezentral verarbeitet werden müssen – etwa in Smart-Grid-Umgebungen oder an entfernten Standorten.

Direkter Link zu Enclaive: enclaive — your data stays yours, even in someone else’s cloud

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