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Claroty: 53 Prozent der deutschen Unternehmen melden Angriffe auf cyber-physische Systeme

Mehr als jedes zweite deutsche Unternehmen war innerhalb von zwölf Monaten von Angriffen auf cyber-physische Systeme betroffen. Das zeigt der neue Report „The Global State of Operational Security 2026“ von Claroty, für den weltweit 2.000 Führungskräfte sowie Verantwortliche aus Technologie und Sicherheit befragt wurden. Zu den untersuchten Systemen zählen unter anderem IoT- und OT-Geräte, industrielle Steuerungen, Gebäudeautomation und medizinische Geräte. In Deutschland berichteten 53 Prozent der Befragten von entsprechenden Attacken, weltweit waren es 58 Prozent. Gleichzeitig setzen deutsche Unternehmen künstliche Intelligenz in operativen Umgebungen bislang seltener ein als Unternehmen im internationalen Vergleich.

Quelle: Weissenbach PR – KI generiert

Betriebsausfälle und finanzielle Schäden

Die Auswirkungen von Cybervorfällen reichen laut der Untersuchung über den Verlust oder die Beeinträchtigung von Daten hinaus und können die Geschäftskontinuität unmittelbar gefährden. In Deutschland nannten 53 Prozent der befragten Unternehmen Betriebsausfälle als Folge von Cybervorfällen, weltweit waren es 42 Prozent. Gefährdungen der physischen Sicherheit meldeten 43 Prozent der deutschen Unternehmen gegenüber 40 Prozent im internationalen Vergleich. Finanzielle Einbußen waren hierzulande bei 29 Prozent ein Thema, weltweit bei 35 Prozent.

Der durchschnittliche finanzielle Schaden durch Angriffe auf cyber-physische Systeme lag bei den befragten deutschen Unternehmen laut Claroty bei rund 1,1 Millionen Euro. Zehn Prozent der Betroffenen bezifferten den Schaden auf mindestens 4,5 Millionen Euro. Auch die Dauer der Störungen verdeutlicht die betrieblichen Folgen: 52 Prozent der deutschen Unternehmen berichteten von Ausfallzeiten zwischen fünf und 23 Stunden.

Fernzugriffe bleiben ein Risikofaktor

Ein weiterer Schwerpunkt des Reports ist der Fernzugriff durch eigene Beschäftigte und externe Dienstleister. 76 Prozent der befragten deutschen Unternehmen verzeichneten einen Sicherheitsvorfall, der über Remote- oder Drittanbieterzugriffe entstand. Gleichzeitig werden diese Verbindungen bei 47 Prozent der Unternehmen nicht oder nur teilweise überwacht.

Die Ergebnisse weisen zudem auf organisatorische Defizite hin. Obwohl IT- und OT-Systeme zunehmend miteinander verbunden sind, haben laut der Untersuchung lediglich elf Prozent der deutschen Unternehmen Governance und Risikomanagement für IT und cyber-physische Systeme vollständig integriert. Eine fragmentierte Zuständigkeit kann es erschweren, Risiken über unterschiedliche technische und organisatorische Bereiche hinweg zu erkennen und zu steuern.

Deutsche Unternehmen setzen KI zurückhaltender ein

Auch beim Einsatz künstlicher Intelligenz in operativen Umgebungen zeigt sich ein Unterschied zwischen Deutschland und dem internationalen Durchschnitt. Während weltweit 70 Prozent der befragten Unternehmen KI dort einsetzen, liegt der Anteil in Deutschland bei 56 Prozent. Für 58 Prozent der deutschen Befragten ist KI eine grundlegende Anforderung an Cybersicherheitslösungen; weltweit sind es 71 Prozent.

Den Nutzen bereits eingesetzter KI sehen die Unternehmen vor allem in der betrieblichen Effizienz und der Entscheidungsfindung. In Deutschland berichteten 43 Prozent von Verbesserungen bei der Effizienz und 39 Prozent bei Entscheidungen. Weltweit lagen die Anteile bei 48 beziehungsweise 46 Prozent. Neue Geschäftsmodelle erschlossen sich nach eigenen Angaben 27 Prozent der deutschen Unternehmen, international waren es 37 Prozent.

Für ein Viertel der deutschen Befragten ist der effektive Einsatz von KI, Automatisierung und fortgeschrittenen Analysemethoden ein entscheidender Erfolgsfaktor für die digitale Transformation. International sehen dies 30 Prozent so.

Operative Resilienz als Sicherheitsziel

Claroty sieht angesichts zunehmender Bedrohungen und geopolitischer Spannungen die Notwendigkeit, cyber-physische Systeme stärker in umfassende Sicherheitsstrategien einzubeziehen. Thorsten Eckert, Regional Vice President Sales Central bei Claroty, plädiert dafür, den Schutz nicht allein an einzelnen Assets auszurichten, sondern die operative Widerstandsfähigkeit in den Mittelpunkt zu stellen.

Als wesentliche Voraussetzungen nennt das Unternehmen eine engere Verzahnung der IT- und OT-Governance, die Absicherung und Überwachung von Fernzugriffen sowie die sichere Einführung von KI. Ziel ist es, die Sicherheit und Verfügbarkeit betrieblicher Umgebungen auch bei Cybervorfällen aufrechtzuerhalten.

Der vollständige Report „The Global State of Operational Security 2026: Protecting Operations Evolves as a Core Business Capability“ steht auf der Website von Claroty zur Verfügung.

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