{"id":26157,"date":"2024-02-26T11:06:15","date_gmt":"2024-02-26T10:06:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sysbus.eu\/?p=26157"},"modified":"2024-02-20T09:57:22","modified_gmt":"2024-02-20T08:57:22","slug":"besser-fuer-umwelt-und-einnahmen-optimierte-probelaeufe-von-notstromaggregaten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sysbus.eu\/?p=26157","title":{"rendered":"Besser f\u00fcr Umwelt und Einnahmen: Optimierte Probel\u00e4ufe von Notstromaggregaten"},"content":{"rendered":"\n<p>Autor\/Redakteur: <a href=\"https:\/\/www.rwe.com\/der-konzern\/rwest\/\">Claudius Beermann, Asset Development Germany bei der RWE Supply &amp; Trading GmbH<\/a>\/gg<\/p>\n\n\n\n<p>Die RWE Supply &amp; Trading GmbH (RWEST) optimiert neuerdings den Probebetrieb der Netzersatzanlagen des IT-Spezialisten Arvato Systems im Headquarter G\u00fctersloh. Auf diese Weise entlasten die Ostwestfalen nicht nur die Umwelt, sie erzielen nebenbei auch attraktive Ertr\u00e4ge.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"617\" src=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/AdobeStock_335033301-002-1024x617.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-26175\" srcset=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/AdobeStock_335033301-002-1024x617.webp 1024w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/AdobeStock_335033301-002-300x181.webp 300w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/AdobeStock_335033301-002-768x463.webp 768w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/AdobeStock_335033301-002-1536x926.webp 1536w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/AdobeStock_335033301-002-2048x1234.webp 2048w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/AdobeStock_335033301-002-1320x796.webp 1320w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Quelle: Natascha &#8211; stock.adobe.com<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Auch wenn &#8211; wie bei Arvato Systems &#8211; kontinuierlich umfangreiche Ma\u00dfnahmen rund um das Thema Energieeffizienz umgesetzt werden: Rechenzentren verbrauchen viel Strom. Und das wirkt sich nicht zuletzt auf die Menge der Treibhausgasemissionen aus und ist zudem teuer. Was weniger bekannt ist: Die Notstromaggregate von Datacentern k\u00f6nnen optimiert und effizient betrieben werden. Und nebenbei lassen sich zudem noch attraktive Ertr\u00e4ge erzielen. Wie diese Win-Win-Situation konkret funktioniert, zeigt aktuell der IT-Spezialist und Rechenzentrumsbetreiber Arvato Systems mit Hilfe der RWE Supply &amp; Trading GmbH (RWEST), der Energiehandelstochter der Essener RWE AG.<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz konkret betreibt Arvato Systems am Headquarter G\u00fctersloh Rechenzentren mit redundanter Netzanbindung. F\u00fcr den Fall von Unterbrechungen beider Versorgungslinien der Stromversorgung aus dem \u00f6ffentlichen Netz (hier setzt Arvato Systems \u00fcbrigens ausschlie\u00dflich auf \u00d6kostrom) werden Notstromaggregate zur zus\u00e4tzlichen Absicherung vorgehalten. Diese m\u00fcssen mindestens einmal monatlich testweise betrieben werden, um deren ordnungsgem\u00e4\u00dfe Funktionsf\u00e4higkeit nachzuweisen. Arvato Systems und RWEST haben vor kurzem eine Vereinbarung mit dem Ziel geschlossen, die Probel\u00e4ufe eines Teils dieser Netzersatzanlagen fortan durch RWEST zeitlich zu flexibilisieren und zu optimieren. Gemeinsames Ziel: Das Potenzial der Notstromaggregate nutzen, indem sie nachhaltig und wirtschaftlich eingesetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Klar ist: Da das Konzept von RWEST darauf basiert, dass die vorgegebenen Betriebslimits der Aggregate strikt eingehalten werden, bleiben die Anlagen weiterhin als Notstromaggregate im genehmigungsrechtlichen Sinne qualifiziert. Dank der Partnerschaft erreicht Arvato Systems \u2013 trotz extrem weniger Betriebsstunden der Anlagen \u2013 somit gleich drei Dinge: Mit Hilfe der Expertise von RWEST leisten die G\u00fctersloher einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit im deutschen Stromnetz. Sie gestalten zudem den Betrieb der Aggregate umweltfreundlich. Und last but not least: Sie erzielen mit Hilfe der netzdienlichen Leistungen sogar noch Einnahmen. Das funktioniert wie folgt:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Regelenergie<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Aggregate werden durch Arvato Systems jederzeit betriebswarm vorgehalten, so dass diese bei Netzausfall innerhalb von 30 Sekunden gestartet und binnen weniger Minuten zur \u00dcbernahme der Netzersatzversorgung im Rechenzentrum genutzt werden k\u00f6nnen. Diese zuverl\u00e4ssige und schnelle Warmstart-Eigenschaft ist ohne Frage eine Besonderheit in der hiesigen Kraftwerkslandschaft. Eine Eigenschaft, die auf dem Markt platziert werden kann. Der Grund: Dank dieser F\u00e4higkeit m\u00fcssen weniger thermische Kraftwerke angeworfen\/gedrosselt oder Pumpspeicherkraftwerks-Kapazit\u00e4ten f\u00fcr den Fall vorgehalten werden, dass im deutschen \u00dcbertragungsnetz zu viel oder zu wenig Strom vorhanden ist und das Netz Unterst\u00fctzung braucht. Der Einsatz solcher Anlagen ist mit hohen Erzeugungs- und Betriebskosten verbunden. Deshalb ist die Leistungsvorhaltung von Anlagen wie bei Arvato Systems volkswirtschaftlich sinnvoll. Diese Betriebsbereitschaft wird \u00fcber einen separaten Leistungspreis verg\u00fctet. Und dadurch erzielt Arvato Systems Einnahmen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Spitzenlastkappung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Parallel zur Regelleistungsvorhaltung werden die Notstromaggregate auch dazu genutzt, den Strombezug des Netzbetreibers in ausgepr\u00e4gten winterlichen Abendspitzen wirksam zu entlasten. Das Besondere: Weil es sich wie im Fall von Arvato Systems um Bestandsaggregate handelt, die vor dem 1. Januar 2023 in Betrieb genommen worden sind, besteht ein Anspruch auf sogenannte \u201evermiedene Netzentgelte\u201c nach Paragraph 18 Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV). Wenn die Aggregate zum Zeitpunkt der Jahresh\u00f6chstlast des Netzbetreibers einspeisen, reduzieren sie dessen Leistungsentgelt. Die eingesparten Kosten sind laut Norm an den dezentralen Einspeiser (also den Betreiber der Notstromaggregate) auszuzahlen. Mit einer guten Prognose gen\u00fcgen erwartungsgem\u00e4\u00df 30 Stunden Betrieb pro Jahr, um dieses Entgelt f\u00fcr die dezentrale Einspeiseverg\u00fctung zu realisieren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nachhaltiger Probebetrieb<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wie bereits erw\u00e4hnt, muss zum Nachweis der Funktionsf\u00e4higkeit der Notstromanlage diese regelm\u00e4\u00dfig zu Testzwecken betrieben werden. Wird in diesem Probebetrieb genau dann Strom erzeugt, wenn das Elektrizit\u00e4tsversorgungssystem ihn zur Netzentlastung oder -st\u00fctzung ben\u00f6tigt, stellt dies aus volkswirtschaftlicher Sicht sowohl einen ressourceneffizienten als auch umweltvertr\u00e4glichen Ansatz dar. Schlie\u00dflich werden unn\u00f6tige Emissionen vermieden, was ein erkl\u00e4rtes Ziel des Unternehmens ist. Daher pr\u00fcft Arvato Systems auch, inwieweit die beim Betrieb der Aggregate entstehenden CO<sub>2<\/sub>-Emissionen weiter gesenkt werden k\u00f6nnen, indem synthetische Kraftstoffe genutzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kein Einfluss auf Netzentgelt-Abrechnung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zum Nachweis der Erf\u00fcllung von Anforderungen aus den technischen Anschlussregeln Mittelspannung (<a href=\"https:\/\/www.vde.com\/de\/fnn\/themen\/tar\/tar-mittelspannung-vde-ar-n-4110\">VDE-AR-N 4110<\/a>) gegen\u00fcber der Netz-Gesellschaft wird von einer Zertifizierungsstelle ein unabh\u00e4ngiges Anlagengutachten erstellt. Au\u00dferdem werden an den betreffenden Netzersatzanlagen registrierende Leistungsmessungen installiert, mit denen die erzeugte Leistung sowie Energie messtechnisch von der zeitgleichen Bezugslast der Arvato Systems abgegrenzt wird. Somit kommt es zu keinerlei Einfluss auf die Netzentgelt-Abrechnung des Rechenzentrums.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>T\u00dcV Nord-Gutachten best\u00e4tigt voll funktionsf\u00e4hige Notstromversorgung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als etablierte Fernwirktechnik kommt die \u201eRWE-Flex2Market-Box\u201c zum Einsatz, welche \u00fcber Virtual Private Network (VPN) und Medienbruch hochgradig abgesichert ist. Diese wird zur Ansteuerung aus dem Dispatch-Center der RWEST genutzt. Die Sachverst\u00e4ndigenorganisation T\u00dcV Nord EnSys hat im Rahmen eines Gutachtens best\u00e4tigt, dass die Notstromversorgung des Rechenzentrums durch die optimierte Einsatzweise der Netzersatzanlagen nicht gef\u00e4hrdet wird, die Zertifizierung des Rechenzentrums nach DIN EN 50600 bleibt vollumf\u00e4nglich erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>In Summe stellt die Kooperation zwischen Arvato Systems und RWEST eine aus \u00f6kologischer, betriebswirtschaftlicher, volkswirtschaftlicher und netzdienlicher Sicht \u00e4u\u00dferst sinnvolle L\u00f6sung dar. Diese kann ohne Frage als Blaupause f\u00fcr die Vermarktung weiterer Aggregate dienen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die RWE Supply &#038; Trading GmbH (RWEST) optimiert neuerdings den Probebetrieb der Netzersatzanlagen des IT-Spezialisten Arvato Systems im Headquarter G\u00fctersloh. 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