{"id":25100,"date":"2023-10-06T09:38:27","date_gmt":"2023-10-06T07:38:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sysbus.eu\/?p=25100"},"modified":"2023-09-27T09:56:20","modified_gmt":"2023-09-27T07:56:20","slug":"die-nachhaltige-cloud-ist-kein-selbstlaeufer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sysbus.eu\/?p=25100","title":{"rendered":"Die nachhaltige Cloud ist kein Selbstl\u00e4ufer"},"content":{"rendered":"\n<p>Autor: <a href=\"https:\/\/www.cgi.com\/de\/de\">Eric Berg, Vice President Consulting Expert bei CGI Deutschland<\/a>\/gg<\/p>\n\n\n\n<p>Die Erfolgsstory von Cloud Computing hat viele technische, operative und finanzielle Gr\u00fcnde. Und was ist mit der Nachhaltigkeit? Die Unterst\u00fctzung von Klimaschutzzielen durch die Cloud ist kein Automatismus. Sie m\u00fcssen bei der Cloud-Migration vielmehr von vorneherein mitbedacht, und konsequent umgesetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Berg-Eric_CGI.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Berg-Eric_CGI-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-25103\" srcset=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Berg-Eric_CGI-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Berg-Eric_CGI-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Berg-Eric_CGI-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Berg-Eric_CGI.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Eric Berg, Vice President Consulting Expert bei CGI Deutschland. (Quelle: CGI)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Ohne Strom gibt es keine IT. Jede Suchanfrage, jeder Webseiten-Klick, jede E-Mail und jeder Social-Media-Post verbraucht Energie. Nach einer <a href=\"https:\/\/www.bitkom.org\/Presse\/Presseinformation\/Deutsche-Rechenzentren-Wachstumskurs\">Studie des Digitalverbands Bitkom<\/a> stieg allein der j\u00e4hrliche Energiebedarf deutscher Rechenzentren und kleinerer IT-Installationen innerhalb von zehn Jahren (2010 bis 2020) von 10,5 auf 16 Milliarden Kilowattstunden. Die Energiebilanz hat sich zwar im Laufe dieses Jahrzehnts kontinuierlich verbessert \u2013 Rechenzentren bieten heute im Vergleich zu 2010 eine f\u00fcnffach h\u00f6here Leistung pro Kilowattstunde \u2013 trotzdem reichen diese Aktivit\u00e4ten aus Umweltsicht nicht aus. Die Bundesregierung fordert daher den klimaneutralen Betrieb aller neuen Rechenzentren ab 2027.<\/p>\n\n\n\n<p>Cloud Computing erscheint da als sinnvoller Weg. Laut Bitkom liefern Cloud-Rechenzentren mittlerweile ein Drittel der Rechenzentrumsleistung, Tendenz steigend. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind in erster Linie konzeptionell bedingt. Die wachsende Beliebtheit der Cloud hat eine ganze Reihe technischer, operativer und finanzieller Gr\u00fcnde: h\u00f6here Flexibilit\u00e4t und Skalierbarkeit, attraktive Einstiegspreise, Investitionskosten die gegen Null tendieren und Abrechnungsmodelle, die die IT-Kosten von steuerrelevanten Investitionsausgaben (CapEx) zu steuermindernden Betriebskosten (OpEx) verschieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Und die \u00f6kologischen Aspekte? Ein weitverbreitetes Vorurteil wiegt sich in der irrigen Annahme, Cloud Computing w\u00e4re per se nachhaltiger. Irrtum! Richtig ist: Cloud Computing birgt einige Optionen zur nachhaltigeren IT-Nutzung, vorausgesetzt es wird richtig um- und eingesetzt. Erst dann kann die Cloud einen nennenswerten Beitrag zum Klimaschutz leisten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der richtige Einstieg <\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Generell birgt Cloud Computing eine Reihe konzeptioneller Vorteile gegen\u00fcber herk\u00f6mmlichen IT-Architekturen, die sich auch positiv auf den \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck auswirken. Der wohl bedeutendeste ist die weitaus gr\u00f6\u00dfere Skalierbarkeit. Die gerade ben\u00f6tigten Rechen-, Transaktions- oder Speicherkapazit\u00e4ten k\u00f6nnen blitzschnell hoch, und vor allem auch wieder heruntergefahren werden. Die tradierten On-premises-Architekturen von Legacy-Systemen dagegen m\u00fcssen prinzipbedingt \u00fcberdimensioniert angelegt werden, um auch Lastspitzen abarbeiten zu k\u00f6nnen. Das bedeutet im Umkehrschlu\u00df, dass sie f\u00fcr die t\u00e4glichen IT-Anforderungen eigentlich viel zu gro\u00df sind. Sowohl der Ressourcen-Verbrauch bei der Anlage des Rechenzentrums, als auch bei dessen Betrieb ist also viel zu hoch. Technische Tricks wie beispielsweise das vor allem aus Storage-Systemen bekannte Thin Provisioning helfen da nur bedingt. Optimale Lastenverteilung sieht anders aus. Der erste sinnvolle Schritt ist es daher logischerweise, Cloud Computing f\u00fcr genau diese Lastspitzen zu nutzen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Infrastruktur-Mix und Right Sizing<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Schon diese Ma\u00dfnahme erm\u00f6glicht es, das eigene Rechenzentrum teilweise zur\u00fcckzubauen. Es muss jetzt \u201enur noch\u201c den ganz normalen IT-Betrieb sicherstellen. Das f\u00fchrt bereits zu einer nennenswerten Reduzierung des \u00f6kologischen Fu\u00dfabdrucks und gleichzeitig zu einer willkommenen Kostensenkung. Mit dem Verzicht auf \u00fcberdimensionierte Kurzzeit-Ressourcen ist gleichzeitig der erste Schritt zur Cloud-Migration getan. Er bietet zudem die M\u00f6glichkeit, erste Erfahrung damit zu sammeln, die sp\u00e4ter nutzbringend eingesetzt werden k\u00f6nnen. Denn im n\u00e4chsten Schritt steht die Pr\u00fcfung an, ob und wenn ja welche weiteren IT-Services in die Cloud verlagert werden sollten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die anspruchsvolle Aufgabe liegt also darin, die richtige Mischung zwischen Legacy-System und Cloud Services zu finden, also zu entscheiden, welche Services migriert werden sollen. Richtschnur daf\u00fcr sind einerseits rechtliche Vorgaben, andererseits aber auch unternehmenskritische \u00dcberlegungen. So ben\u00f6tigen viele Unternehmen beispielsweise aus Datenschutzgr\u00fcnden eine eigene IT-Infrastruktur f\u00fcr kritische Daten, f\u00fcr andere spielen Hochverf\u00fcgbarkeitsaspekte eine zentrale Rolle, die zumindest teilweise durch interne IT-Ressourcen abgesichert werden m\u00fcssen. Jedes Unternehmen muss also den jeweils bestm\u00f6glichen Mix aus Legacy und Cloud finden \u2013 und dann umsetzen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der richtige Provider f\u00fcr die Cloud Migration<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Daran schlie\u00dft sich die Frage nach dem Cloud Provider der Wahl an. Neben Kosten-, Verf\u00fcgbarkeits-, Sicherheits- und Datenschutzfragen spielt dabei auch die Pr\u00fcfung der Energieeffizienz und \u00f6kologischen Vertr\u00e4glichkeit eine wichtige Rolle. Provider unterscheiden sich darin teilweise erheblich. Und sie scheuen sich mittlerweile auch nicht mehr vor einer gewissen Transparenz in Sachen Energie-Mix, K\u00fchlverfahren oder Rechenzentrumseffizienz, sofern sie sich hier als vorbildlich pr\u00e4sentieren k\u00f6nnen. Viele setzen etwa auf erneuerbare Energien, beispielsweise aus Offshore-Windparks, die weitere Nutzung der Prozessw\u00e4rme oder eine nachhaltige Klimatisierung mit Wasser- oder Luftk\u00fchlung.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem der passende Anbieter f\u00fcr die gew\u00fcnschten Cloud-Ressouren gefunden ist, kann dann die Cloud-Migration auch im Sinne der Senkung des Energieverbrauchs und der Emissionen weiter ausgebaut werden. Ein nachhaltiger Einsatz von IT-Ressourcen bedeutet den partiellen Verzicht auf dedizierte eigene Server und die Nutzung von Shared-Ressourcen, die etwa als PaaS (Platform as a Service) oder SaaS (Software as a Service) von den Cloud-Providern bereitgestellt werden. Damit k\u00f6nnen zum Beispiel sukzessive eigene Datenbank- oder Mailserver abgel\u00f6st werden. Im Zuge dieser kontinuierlichen Optimierung ist es sinnvoll, nicht mehr verwendete Hardware und Systeme in der eigenen IT-Landschaft konsequent abzubauen. Das reduziert auch die von Umgebungssystemen wie Management, Monitoring, Backup oder Security ben\u00f6tigten Ressourcen und damit deren Energiebedarf.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Green-Coding<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber die Verschiebung von IT-Services in die Cloud hinaus k\u00f6nnen weitere Ma\u00dfnahmen zur Ressourcenschonung genutzt werden. Green-Coding-Ans\u00e4tze etwa optimieren Quellcodes durch die Eliminierung von redundanten und \u00fcberfl\u00fcssigen Code-Zeilen oder die Verwendung von Programmiersprachen, die f\u00fcr die jeweilige Aufgabenstellung die geringste Rechenzeit ben\u00f6tigen. Datenbank\u00adabfragen beispielsweise lassen sich so weitaus schneller und energieeffizienter abarbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Cloud Computing bietet eine ganze Reihe von Optionen zur Reduzierung des \u00f6kologischen Fu\u00dfabdrucks. Inwieweit diese tats\u00e4chlich genutzt und umgesetzt werden h\u00e4ngt von der Art der Nutzung ab. Die Cloud ist kein \u00f6kologischer Selbstl\u00e4ufer. Richtig genutzt kann sie jedoch ein wertvolles Werkzeug f\u00fcr einen nachhaltigeren IT-Betrieb sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Erfolgsstory von Cloud Computing hat viele technische, operative und finanzielle Gr\u00fcnde. Und was ist mit der Nachhaltigkeit? Die Unterst\u00fctzung von Klimaschutzzielen durch die Cloud ist kein Automatismus. 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