{"id":23166,"date":"2023-04-09T07:06:00","date_gmt":"2023-04-09T05:06:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sysbus.eu\/?p=23166"},"modified":"2023-04-03T13:17:56","modified_gmt":"2023-04-03T11:17:56","slug":"genuss-am-wochenende-biodiversitaet-auf-dem-pruefstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sysbus.eu\/?p=23166","title":{"rendered":"Genuss am Wochenende &#8211; Biodiversit\u00e4t auf dem Pr\u00fcfstand"},"content":{"rendered":"\n<p>Auf der diesj\u00e4hrigen Bio-Lebensmittelmesse Biofach haben Panelg\u00e4ste \u00fcber Erfolgsfaktoren f\u00fcr biologische Vielfalt in Agrarlieferketten diskutiert. Die Teilnehmer arbeiten gemeinsam schon seit 2018 im Projekt &#8222;Farm to Fork&#8220;, in welchem sie zum Beispiel versuchen biodiversit\u00e4tsfreundliche Produktion von Bananen und Ananas in Costa Rica und der Dominikanischen Republik einzuf\u00fchren und umzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/20211011_111044-scaled-e1680520388652.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/20211011_111044-scaled-e1680520388652-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-23168\" srcset=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/20211011_111044-scaled-e1680520388652-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/20211011_111044-scaled-e1680520388652-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/20211011_111044-scaled-e1680520388652-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/20211011_111044-scaled-e1680520388652.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bananen in Costa Rica &#8211; Foto: Denise C\u00e9zanne-G\u00fcttich<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Sie ist ein Megathema f\u00fcr die Lebensmittelbranche: Biodiversit\u00e4t. Landwirtschaftliche Produktion ist auf die Dauer ohne Biologische Vielfalt unm\u00f6glich, au\u00dferdem helfen Ma\u00dfnahmen zum Schutz der Biodiversit\u00e4t dem Agrarsektor bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><strong>Bildung f\u00fcr Biologische Vielfalt und biodiversit\u00e4tsorientierte Standards<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Carmen Langner, Projektleiterin bei der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr internationale Zusammenarbeit (GIZ), nannte in ihrem Beitrag die intensive Zusammenarbeit mit den Erzeugenden vor Ort als wesentlichen Erfolgsfaktor. Offenheit, Interesse und Verst\u00e4ndnis f\u00fcr das Thema Biologische Vielfalt zu wecken, ist Langner zufolge essenziell, um Biodiversit\u00e4t auf gro\u00dfen Plantagen ebenso wie in kleinen Kooperativen zu sch\u00fctzen. Als erfolgreiche Instrumente stellte sie den \u201eBiodiversity Check Agriculture\u201c (BCA) und einen Ideenwettbewerb f\u00fcr kreative Ma\u00dfnahmen auf Anbaubetrieben vor.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Diskutierenden waren sich einig, dass die Bedeutung von Aus- und Weiterbildung nicht nur f\u00fcr Erzeugende gilt, sondern auch f\u00fcr die in der landwirtschaftlichen Beratung T\u00e4tigen: Alle an der landwirtschaftlichen Produktion Beteiligten m\u00fcssen verstehen, welche Auswirkungen der Verlust Biologischer Vielfalt auf ihre Arbeits- und Lebensgrundlage hat. Deshalb sollten Biodiversit\u00e4ts- und Klimaschutzkriterien auch in international geltende Nachhaltigkeitsstandards wie Demeter und Fairtrade integriert werden, die f\u00fcr alle zertifizierten Betriebe gelten m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Christoph Simpfend\u00f6rfer von Demeter International und Martin Sch\u00fcller von Fairtrade International thematisierten allerdings die im Rahmen eines solchen Mainstreamings zunehmende Schwierigkeit, bei den durch ihre Zertifizierungen generierten Mehrpreisen die Umsetzung der Ma\u00dfnahmen auf den Betrieben zu gew\u00e4hrleisten. \u201eCost of Compliance\u201c lautet das Stichwort f\u00fcr die Kosten, welche die Einhaltung der vom jeweiligen Standard definierten Kriterien verursacht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ans\u00e4tze zur Kostendeckung: H\u00f6here Preise, niedrigere Steuern, \u00d6kobilanzierung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein wesentlicher Hebel zur L\u00f6sung des Problems besteht Simpfend\u00f6rfer und Sch\u00fcller zufolge in der Erh\u00f6hung der Preise an der Supermarktkasse: VerbraucherInnen m\u00fcssen st\u00e4rker f\u00fcr die Bedeutung Biologischer Vielfalt sensibilisiert werden, um die Notwendigkeit h\u00f6herer Kosten nachvollziehen zu k\u00f6nnen \u2013 denn Umfragen zeigen, dass die meisten durchaus f\u00fcr das Thema Biodiversit\u00e4t empf\u00e4nglich sind und der Absatz nachhaltiger Produkte stetig w\u00e4chst. Demeter und Fairtrade arbeiten aber derzeit auch an weiteren Modellen, die eine Erg\u00e4nzung zur unbeliebten Preiserh\u00f6hung f\u00fcr EndkundInnen darstellen k\u00f6nnen, um Biodiversit\u00e4tsma\u00dfnahmen zu finanzieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Konzept ist der Verzicht auf die Mehrwertsteuer bei besonders nachhaltigen Produkten. Damit w\u00fcrde die Preisl\u00fccke zu konventionellen Produkten geringer, nachhaltige Produkte w\u00fcrden attraktiver. Ein weiteres Modell betrifft die m\u00f6gliche Verg\u00fctung der geschaffenen \u00f6kologischen Werte \u2013 sogenannter \u00d6kosystemleistungen \u2013 nach dem Konzept der Regionalwert AG, das betriebliche Kosten f\u00fcr Biodiversit\u00e4ts- und Klimaschutzma\u00dfnahmen erfasst und bilanziert.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.globalnature.org\/de\/anbau-von-bananen-ananas\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Erfahren Sie mehr \u00fcber das Projekt \u201eFrom Farm to Fork\u201c<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hintergrund<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Projekt \u201eFrom Farm to Fork: Mainstreaming von Biodiversit\u00e4t in landwirtschaftlichen Nahrungsmittelwertsch\u00f6pfungsketten\u201c wird von der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr internationale Zusammenarbeit (GIZ) und den NGOs Global Nature Fund (GNF) und Bodensee-Stiftung im Auftrag des Bundesministeriums f\u00fcr Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) mit Ma\u00dfnahmen in Costa Rica, der Dominikanischen Republik und Europa umgesetzt. Anhand der Lieferketten von Banane und Ananas wird zwischen Herbst 2018 und Herbst 2023 dargestellt und erprobt, wie Mainstreaming erfolgreich gelingen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Informationen auch unter: <a href=\"https:\/\/www.globalnature.org\/de\/home\">GNF &#8211; Home Global Nature Fund &#8211; Internationale Stiftung<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf der diesj\u00e4hrigen Bio-Lebensmittelmesse Biofach haben Panelg\u00e4ste \u00fcber Erfolgsfaktoren f\u00fcr biologische Vielfalt in Agrarlieferketten diskutiert. 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