{"id":23086,"date":"2023-03-29T11:51:00","date_gmt":"2023-03-29T09:51:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sysbus.eu\/?p=23086"},"modified":"2023-03-20T09:11:10","modified_gmt":"2023-03-20T08:11:10","slug":"warum-sich-ransomware-in-die-cloud-verlagert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sysbus.eu\/?p=23086","title":{"rendered":"Warum sich Ransomware in die Cloud verlagert"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Autor\/Redakteur: <a href=\"https:\/\/www.cybereason.com\/de\/\">Greg Day, Senior Vice President, Global Field CISO bei Cybereason<\/a>\/gg<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den letzten Jahren hat die Zahl der Ransomware-Angriffe erheblich zugenommen. Angesichts der Tatsache, dass rund 75 Prozent aller Unternehmen Opfer von Ransomware-Angriffen geworden sind, scheint es so, als ob wir bald einen gewissen S\u00e4ttigungsgrad erreicht h\u00e4tten. Die Angreifer ruhen sich jedoch nicht auf ihren Lorbeeren aus. Im Gegenteil, sie entwickeln Ransomware st\u00e4ndig weiter und befinden sich bereits in der vierten Generation dieser schadhaften Programme.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Greg-Day-headshot-2022.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"683\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Greg-Day-headshot-2022-683x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-23088\" srcset=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Greg-Day-headshot-2022-683x1024.jpeg 683w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Greg-Day-headshot-2022-200x300.jpeg 200w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Greg-Day-headshot-2022-768x1152.jpeg 768w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Greg-Day-headshot-2022-1024x1536.jpeg 1024w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Greg-Day-headshot-2022-1320x1980.jpeg 1320w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Greg-Day-headshot-2022.jpeg 1365w\" sizes=\"auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bild: Cybereason<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ransomware hat sich weit \u00fcber das einfache Konzept, verschl\u00fcsselte Daten nur gegen L\u00f6segeld wieder zu entschl\u00fcsseln, hinaus entwickelt. Heute umfasst Ransomware mehrere Ebenen der L\u00f6segeldforderungen und erpresst sowohl Unternehmen als auch Einzelpersonen, damit ihre Daten nicht an andere weitergegeben oder weiterverkauft werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig ist zu beobachten, dass Ransomware-Gruppen die Daten in den Netzwerken der Opfer umfassender analysieren. Genau das ist ein wichtiger Punkt, den Unternehmen beachten sollten: Ransomware schlummert immer h\u00e4ufiger f\u00fcr eine gewisse Zeit, sobald sie erst einmal im System ist. So k\u00f6nnen sich die Cyberangreifer in den Netzwerken schrittweise bewegen, um Daten zu sammeln und diese Daten unbemerkt auszuwerten. Dabei geht es nicht mehr nur um einzelne Dateien, sondern um alle Daten. So sehen wir beispielsweise h\u00e4ufig, dass Ransomware Anmeldedaten aussp\u00e4ht, um den Zugriff auf weitere Daten zu erm\u00f6glichen, die dann an andere Cyberkriminelle weiterverkauft werden oder um ein h\u00f6heres L\u00f6segeld zu erpressen.&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es mag zwar den Anschein haben, dass nicht nur der Umfang von Ransomware einen Grenzwert erreicht hat, sondern auch die Funktionen. Denn viele Ransomware-Angriffe sind inzwischen viel breiter angelegt und sollten daher diese Bezeichnung eigentlich gar nicht mehr tragen. Besser sollte man sie beispielsweise &#8222;Blended Ransomware&#8220; oder &#8222;Cyber-Datenkriminalit\u00e4t&#8220; nennen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Umfang der IT-Welt ver\u00e4ndert sich weiterhin rasant und er\u00f6ffnet Angreifern damit neue Bereiche, die sie ausnutzen k\u00f6nnen. Fr\u00fcher bewegten sich solche Angriffe schrittweise durch das Netzwerk. Da die meisten Unternehmen nun jedoch Cloud-basierte Collaboration-Tools wie Office 365, G-Suite oder Slack nutzen, ist es nur nat\u00fcrlich, dass die Angreifer nachziehen m\u00fcssen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir erleben bereits Ransomware, die nach Cloud-basierten Kollaborationspunkten Ausschau h\u00e4lt. Und obwohl man vielleicht glauben mag, dass die Risiken dieselben sind, ist das nicht der Fall. In den meisten Unternehmen hat die Verwaltung von Anmeldeinformationen einen R\u00fcckschritt gemacht, da sich nicht unbedingt jedes SaaS-Tool nahtlos in die Single Sign-On-Prozesse einf\u00fcgt. Auch die sogenannte Schatten-IT in der Cloud erschwert es den Sicherheitsteams, den \u00dcberblick \u00fcber die zu sch\u00fctzenden Daten zu behalten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Cloudbasierte SaaS-Ressourcen k\u00f6nnen hier gleich doppelt gef\u00e4hrlich sein. Einerseits ist nicht immer klar, wer der Eigent\u00fcmer des Problems und der L\u00f6sung ist &#8211; der Anbieter oder der Endkunde. Andererseits k\u00f6nnen die sich entwickelnden Funktionen f\u00fcr die Sicherheitsteams zu einer Herausforderung werden, wenn sie die neuen Risiken der einzelnen Funktionen verstehen sollen und entscheiden m\u00fcssen, ob sie diese nutzen wollen. Das Sicherheitsteam muss also rasch pr\u00fcfen, ob diese L\u00f6sung die richtige f\u00fcr sie ist. Und auch wenn die Unternehmen nicht mit diesen Entwicklungen Schritt halten &#8211; die Angreifer werden es mit Sicherheit tun.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das gilt aber nicht nur f\u00fcr SaaS. Es ist zu beobachten, dass Angreifer pr\u00fcfen, welche Datenspeicher die Unternehmen oder Privatleute sowohl bei typischen Cloud-Anbietern als auch bei einigen anderen wichtigen SI- und Hosting-Anbietern nutzen. Bislang haben wir festgestellt, dass die Cloud-Konfigurationen bei unserem Vorsto\u00df in die Cloud in der Regel nicht so ausgereift sind wie unsere bisherigen On-Premises-Datenspeicher. Es fehlt hier oft an Erfahrung in diesem von Natur aus offeneren und komplexeren Bereich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Frage, wer f\u00fcr welche Teile der Sicherheit verantwortlich ist, mag zun\u00e4chst simpel erscheinen, doch in Wirklichkeit ist die Angelegenheit komplex. Cloud-Anbieter sichern ihre eigene Infrastruktur, aber der Endkunde sichert seine Daten und Anwendungen selbst. Dar\u00fcber hinaus wurden in den letzten Jahren eigene Encryption Keys eingef\u00fchrt, um sicherzustellen, dass nur die Mitarbeiter des Unternehmens und nicht der Cloud-Anbieter auf die Daten zugreifen k\u00f6nnen. Das Ergebnis ist, dass die Cloud viel komplexer ist, als angenommen, was wiederum mehr m\u00f6gliche Sicherheitsfehler und neue Chancen f\u00fcr den Angreifer mit sich bringt.<\/p>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend man sich zumindest etwas an die Risiken gew\u00f6hnt hat, die durch Schwachstellen und Fehlkonfigurationen in der Cloud entstehen, ist man noch nicht so sehr an das Tempo der Ver\u00e4nderungen in der Cloud gew\u00f6hnt. Ob es sich nun um Schatten-IT, DevOps-Teams oder eine der vielen anderen M\u00f6glichkeiten handelt, cloudbasierte IT kann extrem dynamisch sein. Wenn man nicht wei\u00df, dass sie existiert, kann man dann die richtigen Sicherheitskontrollen anwenden? Viele Unternehmen bekommen schmerzlich zu sp\u00fcren, was die grenzenlose IT in der Cloud mit sich bringen kann, wenn sie die Rechnung erhalten. Erst dann beginnen sie zu \u00fcberpr\u00fcfen, was erforderlich ist und was nach Abschluss eines Projekts vielleicht einfach nicht gel\u00f6scht wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es w\u00e4re nachl\u00e4ssig, bei dieser Diskussion \u00fcber die Entwicklung von Ransomware die Lieferkette unerw\u00e4hnt zu lassen. Mit der Einf\u00fchrung von DevOps und agilen Entwicklungspipelines nimmt die Komplexit\u00e4t noch weiter zu. Es geht nicht nur darum, wer auf welcher Ebene welche Verantwortung tr\u00e4gt, sondern auch, woher die Dinge kommen. Welche Libraries werden beispielsweise genutzt? Wir haben erlebt, dass zum Beispiel einige Open-Source-Code-Repositories wie GitHub qualitativ mangelhaften oder gar schadhaften Quellcode enthalten. Wenn Entwicklerteams solche Codes \u00fcbernehmen, m\u00fcssen Sie die Integrit\u00e4t des Codes \u00fcberpr\u00fcfen, um sicherzustellen, dass Sie keine Hintert\u00fcr einbauen, die von Angreifern genutzt werden kann &#8211; egal, ob es sich um Entwickler aus dem eigenen Unternehmen oder Entwickler von Partnern handelt. Da DevOps auf kontinuierliche Entwicklung ausgerichtet ist, wird dies zu einer permanenten Aufgabe &#8211; ein Tempo, an das die Sicherheitsteams nicht gew\u00f6hnt sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber all diese Bereiche hinweg geht es darum, zu verstehen, wo sich die Daten des Unternehmensnetzwerks befinden. Im Vorfeld der europ\u00e4ischen Datenschutzgrundverordnung und anderer weltweiter Datenschutzbestimmungen haben Unternehmen viel Zeit und Energie investiert, um herauszufinden, wo sensible Daten gespeichert sind und wer Zugang zu ihnen hat. Die rasche Einf\u00fchrung der Cloud hat viele Unternehmen zur\u00fcckgeworfen, da die Daten immer st\u00e4rker fragmentiert und verstreut sind.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Ransomware-Threat-Evolution-Screenshot-3.9.23.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Ransomware-Threat-Evolution-Screenshot-3.9.23-1024x576.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-23089\" srcset=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Ransomware-Threat-Evolution-Screenshot-3.9.23-1024x576.png 1024w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Ransomware-Threat-Evolution-Screenshot-3.9.23-300x169.png 300w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Ransomware-Threat-Evolution-Screenshot-3.9.23-768x432.png 768w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Ransomware-Threat-Evolution-Screenshot-3.9.23-1536x864.png 1536w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Ransomware-Threat-Evolution-Screenshot-3.9.23-2048x1152.png 2048w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Ransomware-Threat-Evolution-Screenshot-3.9.23-1320x743.png 1320w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Grafik: Cybereason<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies stellt eine Herausforderung f\u00fcr alle Beteiligten dar. Denn es ist heute einfacher denn je, mehrere Kopien der Daten zu erstellen, um diese im Ernstfall schnell wieder herstellen zu k\u00f6nnen. In dieser Hinsicht vermute ich, dass sich Ransomware zuk\u00fcnftig mehr auf die erpresserischen Aspekte und den Weiterverkauf der Daten konzentrieren wird, als auf die Ver\u00f6ffentlichung der erbeuteten Informationen. Die Herausforderung f\u00fcr Unternehmen wird darin bestehen, den \u00dcberblick dar\u00fcber zu behalten, wo sich welche Daten befinden und wer auf sie zugreifen darf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich w\u00fcnschte, ich k\u00f6nnte guten Gewissens behaupten, dass wir den H\u00f6hepunkt der Ransomware-Angriffe bereits hinter uns haben. Klar ist jedoch, dass die Angreifer ihre Attacken immer wieder angepasst haben, um ihre Einnahmem\u00f6glichkeiten zu steigern und von den sich entwickelnden Sicherheitsl\u00fccken zu profitieren. Unsere Reise in die Cloud steckt noch in den Kinderschuhen. Auch wenn sie den Schutz der Daten gegen herk\u00f6mmliche Ransomware-Angriffe erh\u00f6ht, schaffen ihr Umfang, ihre Reichweite und ihre Komplexit\u00e4t viele neue Bedrohungen, mit denen Sicherheitsteams umgehen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist wichtig, dass wir mit offenen Augen an die Sache herangehen und akzeptieren, dass wir Fehler machen werden &#8211; aber auch schnell lernen und uns anpassen. Auf diese Weise k\u00f6nnen wir ehrlich sein und uns auf die wichtigsten Risikobereiche konzentrieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich bin gespannt, ob wir Ransomware weiterhin mit demselben Namen bezeichnen werden. Meine Sorge ist das potenzielle falsche Vertrauen, das dadurch entsteht, dass wir mit der Zeit und dank unserer Investitionen glauben, das Problem gel\u00f6st zu haben. Wir meinen, das Problem zu kennen, w\u00e4hrend das Unternehmen im Allgemeinen gar nicht wei\u00df, wie weit sich die Bedrohung entwickelt und ver\u00e4ndert hat. Denn wie ein Cham\u00e4leon passt sich auch Ransomware st\u00e4ndig an seine Umgebung an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den letzten Jahren hat die Zahl der Ransomware-Angriffe erheblich zugenommen. Angesichts der Tatsache, dass rund 75 Prozent aller Unternehmen Opfer von Ransomware-Angriffen geworden sind, scheint es so, als ob wir bald einen gewissen S\u00e4ttigungsgrad erreicht h\u00e4tten. Die Angreifer ruhen sich jedoch nicht auf ihren Lorbeeren aus. 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