{"id":19539,"date":"2021-09-06T11:48:00","date_gmt":"2021-09-06T09:48:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sysbus.eu\/?p=19539"},"modified":"2021-08-31T10:00:21","modified_gmt":"2021-08-31T08:00:21","slug":"die-unfaire-erwartungshaltung-an-die-cloud-weg-mit-dem-versprechen-der-eierlegenden-wollmilchsau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sysbus.eu\/?p=19539","title":{"rendered":"Die unfaire Erwartungshaltung an die Cloud &#8211; Weg mit dem Versprechen der eierlegenden Wollmilchsau"},"content":{"rendered":"\n<p>Autor\/Redakteur: <a href=\"https:\/\/www.thomas-krenn.com\/de\/index.html\">Thomas Muggendobler, verantwortlich f\u00fcr das Product Management bei der Thomas-Krenn.AG<\/a>\/gg<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist ein zum Beispiel vom Sport bekanntes Ph\u00e4nomen: Junge Talente werden in den Himmel gelobt \u2013 und scheitern an diesen Anspr\u00fcchen von au\u00dfen. Bisweilen dr\u00e4ngt sich dieser Eindruck auch bei der Cloud auf. Falsch eingesetzt, ist sie nichts weiter als ein Kostentreiber. Einige Fallstricke beschreibt dieser Text.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Thomas-Krenn_Thomas_Muggendobler-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"728\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Thomas-Krenn_Thomas_Muggendobler-728x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-19540\" srcset=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Thomas-Krenn_Thomas_Muggendobler-728x1024.jpg 728w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Thomas-Krenn_Thomas_Muggendobler-213x300.jpg 213w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Thomas-Krenn_Thomas_Muggendobler-768x1080.jpg 768w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Thomas-Krenn_Thomas_Muggendobler-1093x1536.jpg 1093w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Thomas-Krenn_Thomas_Muggendobler-1457x2048.jpg 1457w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Thomas-Krenn_Thomas_Muggendobler-1320x1856.jpg 1320w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Thomas-Krenn_Thomas_Muggendobler-scaled.jpg 1821w\" sizes=\"auto, (max-width: 728px) 100vw, 728px\" \/><\/a><figcaption>Bild: Thomas-Krenn.AG<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Die Cloud ist ein gro\u00dfer Werkzeugkasten \u2013 besonders, seit die gro\u00dfen Hyperscaler wie Amazon mit AWS oder Microsoft mit Azure und so weiter sich zu Vollsortimentern entwickelt haben. Spontan ben\u00f6tigte Services k\u00f6nnen jederzeit hinzugebucht werden, um etwa Lastspitzen abzufangen oder zus\u00e4tzliche Services f\u00fcr Entwicklungen zu buchen. Und nat\u00fcrlich ist es ebenso einfach m\u00f6glich, aus der gro\u00dfen Auswahl weiterer, kleinerer Anbieter die Wunschanwendung herauszupicken.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus dieser Bandbreite kommend hat sich in letzter Zeit immer st\u00e4rker der Begriff des Multi-Cloud-Ansatzes etabliert. Die Idee ist gut: Den jeweils \u2013 in Bezug auf Leistung, Kosten etc. \u2013 geeignetsten Service aus der entsprechenden Plattform w\u00e4hlen und so eine ma\u00dfgeschneiderte Infrastruktur zusammenstellen. Nur: Die Komplexit\u00e4t nimmt dadurch entsprechend zu. Insofern m\u00fcssen Unternehmen stets ein \u00fcberaus wachsames Auge darauf haben, dass Kosten nicht ausufern.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn daf\u00fcr kann es in solchen Konzepten mehrere Gr\u00fcnde geben: Einerseits ist die K\u00fcndigung eines Service, wenn dieser nicht mehr ben\u00f6tigt wird, schnell vergessen; andererseits sind viele kleine Kostenbl\u00f6cke am Ende bisweilen doch gr\u00f6\u00dfer, als eingeplant oder budgetiert; schlie\u00dflich gibt es L\u00f6sungen, die genau jene Komplexit\u00e4t reduzieren sollen \u2013 die jedoch wieder Geld kosten, und zwar sowohl in Anschaffung als auch beim Betrieb.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die steinige Reise in der Cloud?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Beim Blick zur\u00fcck auf die rosa Cloud-Brille war vielleicht manches Versprechen von manchem Experten etwas zu naiv gegeben; nat\u00fcrlich haben sich die Vorteile der Cloud aber grunds\u00e4tzlich bewahrheitet. Nur der \u2013 in Euro, Mannstunden oder Schwei\u00df \u2013 zu zahlende Preis war wom\u00f6glich zu wenig Bestandteil der Diskussion. Cloud-Umgebungen sind nun mal keine Selbstl\u00e4ufer. Es reicht absolut nicht aus, einmal ein Konzept zu erstellen und umzusetzen. Vielmehr ist es ein best\u00e4ndiges Anpassen und Feinjustieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die genannten Herausforderungen sprechen wie gesagt nicht gegen die Cloud, im Gegenteil. Wer das \u201eRightsizing\u201c richtig betreibt, wird im Unternehmen viele Vorteile erzielen. Jedoch muss zu Beginn von Cloud-Projekten und w\u00e4hrenddessen immer wieder abgewogen werden, ob die Rechnung aufgeht. Es gibt kein Patentrezept, und nicht jedes Unternehmen kann jedes Konzept sinnvoll umsetzen. Daf\u00fcr ist die Zahl der Parameter zu gro\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Insofern ist es vor allem f\u00fcr kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mehr als eine \u00dcberlegung wert, welche Cloud-Elemente sie wirklich nutzen wollen \u2013 es ist f\u00fcr sie erste B\u00fcrgerpflicht. Dabei gilt es sowohl die Frage der verf\u00fcgbaren Ressourcen im Administrator-Umfeld zu beachten als auch die der vorhandenen Expertise. Gerade, wenn die IT-Abteilung aus nur einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin besteht beziehungsweise das Team sehr klein und eher generalistisch aufgestellt ist, besteht die Gefahr einer \u00dcberforderung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Risiken kalkulieren<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Denn die Verlockung der schnellen einfachen Services kann letztlich sogar existenzbedrohend werden, wenn es an Management und Betrieb geht, n\u00e4mlich beim Thema IT-Sicherheit. Somit sind auf der Kostenseite eben erg\u00e4nzend zu planbaren Ausgaben wie der Miete und Verwaltung auch noch abstrakte Szenarien einzukalkulieren. Um diese abzufedern, kann unter Umst\u00e4nden nochmals zus\u00e4tzliche Software erforderlich sein.<\/p>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<p>Auch ist die Einhaltung gesetzliche Vorgaben und Normen eine umso gr\u00f6\u00dfere Herausforderung, je komplexer die Infrastruktur gestaltet ist. Allein die Einhaltung der Mindeststandards rund um die DSGVO kann hier schon erhebliche personelle Ressourcen binden. Geht es in erweiterte, branchenspezifische Themen wie etwa eine im Automotive-Umfeld verst\u00e4rkt geforderte TISAX-Zertifizierung, kann die Verwendung von Cloud-Services nochmals erheblichen Zusatzaufwand bedeuten.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine weitere, nicht zu untersch\u00e4tzende Gefahr stellt weiterhin das bekannte Problem der Schatten-IT dar. Gerade weil das Hinzubuchen von Services so einfach ist, k\u00f6nnen Fachabteilungen ihre IT-Truppe leicht aushebeln. Die Folgen k\u00f6nnen \u2013 Stichwort Absicherung \u2013 fatal sein. Denn mag der Service f\u00fcr die Ausf\u00fchrung eines Auftrags oder Projekts auch erforderlich sein, so kann dessen unkoordinierte Nutzung dem Unternehmen letztlich einen B\u00e4rendienst erweisen, wenn Security-Aspekte nicht beachtet werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Und die L\u00f6sung?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>An dieser Stelle seien nochmals explizit KMU gewarnt. F\u00fcr sie kann es fatal werden, wenn Cloud-Projekte nicht richtig aufgesetzt werden \u2013 was in der Regel bedeutet, dass sie zu gro\u00df oder nicht strukturiert genug angegangen werden. Und das ist im Grunde auch die L\u00f6sung: Mag der Geschwindigkeitsdruck oft auch hoch sein, ein solides Konzept ist das A und O. Und hilft letztlich weiter, als hinterher Scherben aufzukehren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die ersten Fragen sollten daher lauten: Wer muss alles ins Boot geholt werden, und was ist genau das Ziel eines Cloud-Projekts? Fachabteilungen m\u00f6gen ihren Bedarf genau kennen, sind jedoch h\u00e4ufig nicht hinreichend informiert, wenn es um administrative und regulatorische Themen geht. Erst wenn das Ziel mit diesen Beteiligten definiert wurde, k\u00f6nnen sie auch einen m\u00f6glichen Weg planen. Dabei muss von Anfang an klar sein, dass personelle Ressourcen zum Nachjustieren eingeplant werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine eigene On-Premise-Infrastruktur kann ebenfalls viele Services und Innovationen unterst\u00fctzen, wenn sie richtig aufgesetzt und solide finanziert ist. Erweist sich das Hinzunehmen von Cloud-Services als sinnvoll und langfristig gewinnbringend, sind h\u00e4ufig Angebote mit einfacher Administrierbarkeit und intuitivem Web-Interface \u201eaus einer Hand\u201c einem Multi-Cloud-Ansatz vorzuziehen. Sind passende Automatisierungen und APIs vorhanden, steigt der Reiz eines solchen Ansatzes weiter. Denn m\u00f6gen die Services so bisweilen auch nicht jeweils \u201eBest-of-Breed\u201c sein, so sind sie in aller Regel doch mehr als ausreichend. Erinnerung: Vom Ziel her denken.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bei Betrachtung all dieser Aspekte ist es f\u00fcr KMU h\u00e4ufig eher ratsam, nach dem Motto \u201eso viel Cloud und so viele Anbieter wie n\u00f6tig\u201c und entsprechend mit Bedacht vorzugehen. Der Vergleich mit dem Sport l\u00e4sst sich dauerhaft auf die Cloud \u00fcbertragen: Richtig integriert, vern\u00fcnftig \u00fcber die Zeit aufgebaut und mit Weitsicht gemanagt, steht dem Erfolg grunds\u00e4tzlich nichts im Wege. Richtig angepackt kann aus einem Talent ein Weltstar werden, aus einem Cloud-Service die Basis f\u00fcr eine langfristiges Gesch\u00e4ftsmodell.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist ein zum Beispiel vom Sport bekanntes Ph\u00e4nomen: Junge Talente werden in den Himmel gelobt \u2013 und scheitern an diesen Anspr\u00fcchen von au\u00dfen. Bisweilen dr\u00e4ngt sich dieser Eindruck auch bei der Cloud auf. Falsch eingesetzt, ist sie nichts weiter als ein Kostentreiber. 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