{"id":15660,"date":"2020-02-18T11:02:00","date_gmt":"2020-02-18T10:02:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sysbus.eu\/?p=15660"},"modified":"2020-02-07T11:08:43","modified_gmt":"2020-02-07T10:08:43","slug":"zukunft-des-handels-die-maschinen-uebernehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sysbus.eu\/?p=15660","title":{"rendered":"Zukunft des Handels: Die Maschinen \u00fcbernehmen"},"content":{"rendered":"\n<p>Autor\/Redakteur: <a href=\"https:\/\/conradconnect.com\/de\">Andreas B\u00f6s, Vice President von Conrad Connect<\/a>\/gg<\/p>\n\n\n\n<p>Kostenloser Hin- und R\u00fcckversand contra Shoppingbummel in der Innenstadt. Datenhoheit und individuelle Kundenwerbung contra Treuepunkte und Prospekte. Webshops contra station\u00e4ren Verkauf. Online- und station\u00e4re H\u00e4ndler f\u00fchren ein Tauziehen um die Gunst des Kunden. Inzwischen treibt die Auseinandersetzung kuriose Bl\u00fcten: Erste Stimmen nach einer E-Commerce-Steuer werden laut, um die Innenst\u00e4dte und Einkaufsstra\u00dfen vor der Konkurrenz aus dem World Wide Web zu sch\u00fctzen. Warum kurios? Der Kampf der Systeme ist ein Scheinkampf und verschleiert den Blick auf den tats\u00e4chlich wichtigen Zukunftstrend: Wer beherrscht das Internet of Things (IoT)?<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"450\" src=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Vice-President-Conrad-Connect-Andreas-B\u00f6s_2019.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-15661\" srcset=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Vice-President-Conrad-Connect-Andreas-B\u00f6s_2019.jpg 750w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Vice-President-Conrad-Connect-Andreas-B\u00f6s_2019-300x180.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><figcaption>Bild: Conrad Connect<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Denn\nnicht eCommerce und Online-H\u00e4ndler bestimmen die Zukunft des Handels, sondern\ndas Internet der Dinge. Der Handel verliert dadurch zunehmend den direkten\nKontakt zu seinen Kunden, ganz gleich ob Online oder Offline. Zwei gesellschaftliche\nVer\u00e4nderungen treiben diese Entwicklung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Effizienz ist Trumpf: Die moderne\nKonsumgesellschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mehr\nZeit f\u00fcr die Familie statt f\u00fcrs Einkaufen, das ist die Quintessenz einer <a href=\"https:\/\/www.bmfsfj.de\/blob\/100556\/22337b52e49a0118ef08c6018584eece\/studie-digitalisierung-deutsche-haushalte-data.pdf\">McKinsey-Studie<\/a>.\nNeun von zehn Deutschen w\u00fcnschen sich mehr Zeit f\u00fcr gemeinsame Aktivit\u00e4ten mit\nihren Kindern. 84 Prozent m\u00f6chten mehr Zeit mit ihrem Partner verbringen. Doch\nunter anderem das Einkaufen macht ihnen gem\u00e4\u00df der Studie oft einen Strich durch\ndie Freizeitplanung.<\/p>\n\n\n\n<p>Den\nDeutschen ist das Einkaufen von Alltagsutensilien langsam l\u00e4stig \u2013 sowohl\nonline als auch offline. Sie sind es leid, in ihrer Freizeit durch Superm\u00e4rkte\nzu irren oder sich durch die x-te undurchsichtige Bestellmaske im Onlinestore\nzu klicken. F\u00fcr 59 Prozent der Kunden z\u00e4hlt laut einer Studie des\nBeratungsunternehmens <a href=\"https:\/\/www.nielsen.com\/de\/de\/insights\/article\/2019\/consumers-app\/\">Nielsen<\/a>\nder Faktor Zeit beim Einkaufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nProduktauswahl ist zweitrangig und ordnet sich der Zeitersparnis unter.\nStattdessen standardisieren die Kunden ihren Einkauf, wo sie nur k\u00f6nnen. 67\nProzent der K\u00e4ufer erwerben laut dem Marktforschungsinstitut <a href=\"https:\/\/www.appinio.com\/de\/blog\/supermarkt-studie-einkaufsverhalten\">Appinio<\/a>\nWoche f\u00fcr Woche die gleichen Produkte. Dadurch sparen sie sich zumindest den\naufwendigen Preis- und Qualit\u00e4tsvergleich verschiedener Toilettenpapier-Rollen\noder Sp\u00fclmittel-Tabs. Auch f\u00fcr Waschmittel, Shampoo oder Kaffeepulver gilt:\nEinmal getestet und f\u00fcr gut befunden, landen Artikel immer wieder im Warenkorb.\nEs ist dementsprechend kein Wunder, dass Abo-L\u00f6sungen immer popul\u00e4rer werden. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Digitalisierung schreitet voran<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Doch\nnicht nur das Einkaufsverhalten dreht sich um 180 Grad. Dies geht einher mit einem\ntechnologischen Quantensprung: dem Siegeszug des Internet der Dinge. Laut <a href=\"https:\/\/www.statista.com\/outlook\/279\/137\/smart-home\/germany#market-users\">Statista<\/a>\nsind bereits heute knapp 20 Prozent der Haushalte durch IoT-L\u00f6sungen vernetzt,\n2023 werden es \u00fcber ein Drittel sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit\nIoT werden Hausger\u00e4te schlagartig intelligent. Sp\u00fcl- und Waschmaschinen\nanalysieren eigenst\u00e4ndig den Verschmutzungsgrad ihrer Ladung und dosieren das\nReinigungsmittel entsprechend; Fahrzeuge \u00fcberwachen den Abnutzungsgrad von\nBremsbel\u00e4gen oder Reifen und organisieren gegebenenfalls direkt einen Termin in\nder Werkstatt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der springende Punkt ist: Bereits heute erfassen und analysieren IoT-Ger\u00e4te riesige Mengen von Daten und erledigen darauf aufbauend selbstst\u00e4ndig Aufgaben. Just an dieser Stelle trifft technologische Innovation auf ein neues Kundenbed\u00fcrfnis \u2013 und stellt den Handel vor eine riesige Herausforderung. Denn aufgrund der vorhandenen Datenmengen erfassen Maschinen auch den jeweiligen Bedarf an Verbrauchsmaterialien und bestellen v\u00f6llig autark. <\/p>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<p><strong>H\u00e4ndler stehen von allen Seiten\nunter Druck<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Kurz\ngesagt: Der Kunde l\u00e4sst einfach das IoT-Ger\u00e4t einkaufen. Schlie\u00dflich wei\u00df die\nvernetzte und intelligente Maschine am besten, wann sie neues Kaffeepulver,\nReinigungsmittel oder Batterien braucht. Der Besitzer muss dank Smart Ordering\nnur noch die Bestellung mit einem Klick am Smartphone best\u00e4tigen. Der Kauf\nerfolgt einfach und z\u00fcgig; Convenient Shopping hei\u00dft das Stichwort.<\/p>\n\n\n\n<p>Dem\nKunden kommt das gerade gelegen. Schlie\u00dflich will er sich ohnehin kaum mehr\naktiv mit dem Einkauf auseinandersetzen und seine Zeit im Supermarkt oder dem\nOnline-Store verschwenden. F\u00fcr H\u00e4ndler bedeutet die Bestellung \u00fcber IoT-Ger\u00e4te\naber auch, dass sie den direkten Kontakt zum Kunden verlieren. Stattdessen ist\njetzt die Maschine ihre Anlaufstelle.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies\nbringt uns zur\u00fcck zur Ausgangsfrage: Denn die Online-versus-Offline-Leier in\nDauerschleife hat nichts mit dem Handel der Zukunft zu tun. Die Zukunft des\nHandels h\u00e4ngt vielmehr von einer anderen Frage ab: Wenn am Ende die Ger\u00e4te\nbestellen, bei wem trudeln die Smart Orderings dann ein? Derzeit sind die\nHersteller in der Pole Position. Schlie\u00dflich produzieren und konfigurieren sie\ndie IoT-Ger\u00e4te. Sie verkaufen fortan nicht nur den Drucker \u2013 sondern sorgen\ndaf\u00fcr, dass er zu jeder Zeit einsatz- und druckf\u00e4hig ist. Eine lukrative\nGesch\u00e4ftsidee. Sie rei\u00dfen den Aftermarket an sich und kegeln die\nZwischenh\u00e4ndler raus. Von Papier bis Patrone, von Kaffee bis Sp\u00fcli: Der Kampf\num die H\u00e4ndlermargen tobt nicht zwischen Off- wie Online, gek\u00e4mpft wird um die\nMarge an sich.<\/p>\n\n\n\n<p>Und\ndieser Aftermarket hat es in sich. Laut <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/outlook\/15030500\/100\/drucker-kopierer\/weltweit\">Statista<\/a>\nbetr\u00e4gt der globale Umsatz im Segment Drucker und Kopierer 2019 etwa 8,3\nMilliarden Euro. Gleichzeitig setzen Unternehmen weltweit 57 Milliarden Euro,\nalso fast siebenmal so viel, mit dem Verkauf von Druckerpatronen um (Studie des\nH\u00e4ndlers <a href=\"https:\/\/www.superpatronen.de\/druckerpatronen-studie-2018\/\">Superpatronen<\/a>).\nBei Kaffee- oder Sp\u00fclmaschine ist es \u00e4hnlich: Das Ger\u00e4t verkauft der H\u00e4ndler\neinmal, die Gebrauchsartikel aber Woche f\u00fcr Woche von neuem. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kunden f\u00fcr\u2019s Leben? Aus Risiken\nwerden Chancen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings\nd\u00fcrfen H\u00e4ndler das Internet of Things und Smart Ordering Services nicht als\nWeltuntergangsszenarien, sondern als Schubs in die richtige Richtung verstehen.\nPlakativ gesagt: Schlie\u00dft sich eine T\u00fcr, \u00f6ffnet sich eine andere. Dem\nsteigenden Desinteresse am Einkauf zum Trotz gilt: Schaffen es H\u00e4ndler in der\nneuen Smart-Ordering-Welt eine Rolle zu spielen, profitieren sie von\nProdukttreue und Markenloyalit\u00e4t. Der Nutzer konfiguriert einmal das\nWunschprodukt und den Shop f\u00fcr den Smart Ordering Service. Solange dieses\nSetting reibungslos funktioniert, wird er es sicherlich seltener variieren als\nseinen Griff in das Supermarktregal.<\/p>\n\n\n\n<p>Einmal\nstandardisiert und automatisiert entf\u00e4llt dadurch der Vergleich mit\nkonkurrierenden Produkten, vor allem aber auch mit alternativen H\u00e4ndlern, fast\ng\u00e4nzlich. Funktionierende Logistikprozesse vorausgesetzt, sorgt die (passive)\nKunden- beziehungsweise Algorithmus-Loyalit\u00e4t f\u00fcr entsprechend langfristige\nKundenbeziehungen. Customer-Lifetime Value trifft Automatisierung.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlussendlich\nerh\u00f6hen Smart Ordering Services die Zahl der Vertriebskan\u00e4le zum Kunden.\nSuperm\u00e4rkte, Kataloge, Apps, Onlineshops \u2013 alles kalter Kaffee. Mithilfe\nvielf\u00e4ltiger Bestellm\u00f6glichkeiten wie smarten Schaltern, per Sprachbefehl oder\nanhand der automatischen Bestellungen \u00fcber das IoT-Ger\u00e4t selbst, sind die\nH\u00e4ndler praktisch jederzeit direkt beim Kunden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die T\u00fcr steht den H\u00e4ndlern offen.\nNoch!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Smart\nOrdering Services sind also kein \u201enice-to-have\u201d. Sie sind die Zukunft. Diese\nThese best\u00e4tigt auch eine Studie des Marktforschungsinstituts <a href=\"https:\/\/www.ifhkoeln.de\/blog\/details\/bye-bye-supermarktschlange-welcome-automatisiertes-einkaufen\/\">ECC\nK\u00f6ln im Auftrag von SAP<\/a>: 57 Prozent der 20 bis 60-J\u00e4hrigen k\u00f6nnen sich\nvorstellen, automatisierte Bestellsysteme zu nutzen. Bei den 14 bis 19-J\u00e4hrigen\nzeigen sich sogar 80 Prozent der Altersgruppe offen f\u00fcr Smart Ordering\nServices.<\/p>\n\n\n\n<p>Fr\u00fcher\noder sp\u00e4ter werden intelligente Ger\u00e4te St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck die Bestellung von\nVerbrauchsartikeln im Haushalt \u00fcbernehmen. Wer sich als H\u00e4ndler immer noch im\nKlein-Klein um Offline versus Online verzettelt, verpasst den springenden\nPunkt: In Zukunft werden Kunden weder pers\u00f6nlich im Laden vorbei schauen, noch\nden Webshop besuchen. Nur H\u00e4ndler, denen es gelingt, an intelligente\nBestellsysteme anzudocken, k\u00f6nnen die ausbleibende Buy-It-Yourself-Kundschaft\nkompensieren. Der Handel muss handeln! Es geht nicht um Online versus Offline.\nEs geht um kaufen versus kaufen lassen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kostenloser Hin- und R\u00fcckversand contra Shoppingbummel in der Innenstadt. Datenhoheit und individuelle Kundenwerbung contra Treuepunkte und Prospekte. 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