{"id":14594,"date":"2019-06-18T11:53:52","date_gmt":"2019-06-18T09:53:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sysbus.eu\/?p=14594"},"modified":"2019-06-17T09:57:18","modified_gmt":"2019-06-17T07:57:18","slug":"hardware-appliances-im-rechenzentrm-zeit-lebwohl-zu-sagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sysbus.eu\/?p=14594","title":{"rendered":"Hardware-Appliances im Rechenzentrm: Zeit Lebwohl zu sagen!"},"content":{"rendered":"\n<p>Autor\/Redakteur: <a href=\"https:\/\/avinetworks.com\/\">Guntram Alffen von Avi Networks<\/a>\/gg<\/p>\n\n\n\n<p>Es scheint ein Widerspruch zu sein: Obwohl die meisten Unternehmen viele ihrer Anwendungen in die Cloud migrieren, erfreut sich das klassische Rechenzentrum nach wie vor gro\u00dfer Beliebtheit. Seit nun mehr als einem Jahrzehnt virtualisieren Unternehmen ihre Rechenzentren und f\u00fchren Cloud-Technologien ein. Und sagten einige Experten vor gut zehn Jahren voraus, dass das Rechenzentrum der Zukunft vollst\u00e4ndig in der Cloud betrieben w\u00fcrde, sehen wir heute, dass dies nicht eingetreten ist. Stattdessen f\u00fchrten Unternehmen Hybrid- und Multi-Cloud-Umgebungen ein, die ihnen die Wahl geben, ihren Anwendungen und Daten das ideale Zuhause zu geben.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"450\" src=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/i2qzwDsc.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14595\" srcset=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/i2qzwDsc.jpg 750w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/i2qzwDsc-300x180.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><figcaption>Bild: AVI Networks<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><strong>Hybrid und Multi-Cloud sind der prim\u00e4re Anwendungsfall unserer Zeit.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aufgrund dieses Ansatzes, und obschon viele Unternehmen einen Teil ihrer Workloads auf externe Cloud-Provider verlagern, bleibt die lokale Infrastruktur im Rechenzentrum ziemlich fest etabliert. Die Cloud ist oft nur eine Erweiterung des Rechenzentrums, wobei die hybride Cloud der prim\u00e4re Anwendungsfall unserer Tage ist. Einer der Gr\u00fcnde, warum das Rechenzentrum weiter fest verankert bleibt, sind die Versch\u00e4rfung der Compliance-Regeln. Vor allem in Europa hat die neue Gesetzgebung der DSGVO dazu gef\u00fchrt, dass Organisationen mehr Wert auf ihr eigenes Rechenzentrum legen, das einfacher abzusichern und zu kontrollieren scheint. Die Kontrolle jeder Facette der eigenen Architektur mag aufwendig klingen, aber zumindest haben Unternehmen die volle Kontrolle dar\u00fcber, was mit ihren Daten passiert. Alle gro\u00dfen Public Cloud-Anbieter hatten in der Vergangenheit sowohl Ausfallzeiten als auch Datenverluste. Und Technologien f\u00fcr eine erh\u00f6hte Verf\u00fcgbarkeit im Rechenzentrum sind schon seit ein paar Jahren verf\u00fcgbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Grund, warum Organisationen ihre Daten in unmittelbarer N\u00e4he behalten wollen, ist das relativ neue Ph\u00e4nomen der \u201eData Gravity\u201c. Die Datenmenge w\u00e4chst seit einiger Zeit exponentiell und wird weiter zunehmen, etwa indem die Digitale Transformation Technologien wie das Internet der Dinge oder k\u00fcnstliche Intelligenz erm\u00f6glicht. Das Problem mit wachsenden Datenmengen ist jedoch, dass sie fast nicht mehr zu bewegen sind. Selbst mit fortschrittlichen Netzwerktechnologien wie Glasfaser wird es nahezu unm\u00f6glich sein, gr\u00f6\u00dfere Datens\u00e4tze zur zeitnahen Verarbeitung an einen anderen Ort zu senden. Dies hat dazu gef\u00fchrt, dass Unternehmen ihre Rechenleistung f\u00fcr die Verarbeitung von Daten in die N\u00e4he des Standorts der Daten verlagern. Branchenschwergewichte wie Microsoft und Amazon haben bereits auf diesen Trend reagiert und bieten Azure Stack und Amazon Outpost an, die Cloud-Technologie in das Rechenzentrum bringen. Ein weiteres Zeichen f\u00fcr diesen Trend ist die steigende Nachfrage nach Edge Computing. Edge Computing verarbeitet und speichert Daten dort, wo sie erzeugt werden, ohne dass sie zuerst verschoben werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich w\u00fcrde niemand, der bei klarem Verstand ist, Workloads und Daten aus einer modernen Cloud-Infrastruktur in ein altmodisches, hardwarebasiertes Rechenzentrum verschieben. Seitdem Unternehmen jedoch auf eine softwaredefinierte Infrastruktur im Rechenzentrum umgestellt haben, um sie f\u00fcr Hybrid- und Multi-Clouds fit zu machen, ist es nun problemlos m\u00f6glich, davon Gebrauch zu machen \u2013 und sogar Apps zur\u00fcck ins Rechenzentrum zu holen. Der aktuelle Trend der Cloud-Repatriation belegt diese Entwicklung.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber einer der langj\u00e4hrigen Bewohner des Rechenzentrums passt nicht in die neue hybride und Multi-Cloud-Welt, die auf Geschwindigkeit, Flexibilit\u00e4t und Wahlm\u00f6glichkeiten ausgerichtet ist: die gute alte Hardware-Appliance. Zu den letzten noch vorhandenen physischen Appliances in vielen Rechenzentren geh\u00f6ren der Load Balancer oder die Web Application Firewall.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Appliances werden zum Engpass im Rechenzentrum.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Server-Virtualisierung l\u00e4utete einst den Aufstieg des Software-definierten Rechenzentrums ein. Heutzutage sind die meisten modernen Organisationen gr\u00f6\u00dftenteils virtualisiert, was ihnen eine bessere Automatisierung und Elastizit\u00e4t verleiht. Dennoch setzen viele Unternehmen immer noch auf physische und virtuelle Appliances f\u00fcr Anwendungsdienste wie Load Balancing und WAF. Das Ziel f\u00fcr Unternehmen ist es jedoch, dass Rechenzentren durch softwaredefinierte Technologie cloud-\u00e4hnlicher werden. Aber Hardware und virtuelle Appliances bieten keine cloud-\u00e4hnliche Funktionalit\u00e4t \u2013 und untergraben damit die Modernisierung. Diese Ger\u00e4te befinden sich zwischen zwei Welten. Sie haben immer noch eine Funktion, die jedoch in der Vergangenheit verwurzelt ist, und funktionieren in der neuen Welt der softwaredefinierten Infrastruktur nicht wirklich gut.<\/p>\n\n\n\n<p>Das klassische Beispiel ist der traditionelle Load Balancer. Er kann nicht auf die Cloud umsteigen, und seine Zeit l\u00e4uft ab. Unternehmen ersetzen ihn im Rechenzentrum durch moderne Software-Load-Balancer, die in die flexiblere, softwaredefinierte Welt passen. Der Schritt ist l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llig, da Load-Balancer-Appliances inh\u00e4rente M\u00e4ngel aufweisen, die haupts\u00e4chlich mit ihrer begrenzten Automatisierung und Skalierbarkeit zusammenh\u00e4ngen \u2013 eine Disziplin, in der softwaredefinierte Technologien herausragen. Die Hardware-Appliances lediglich zu virtualisieren reicht nicht aus, da die Technologie sich nicht in die software-definierte Welt integrieren l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p>Frei nach Mark Twain: Die Nachricht vom Tod des Rechenzentrums ist stark \u00fcbertrieben. Im Gegenteil, das Rechenzentrum bleibt wo es ist, nur eben nicht so, wie wir es uns vorgestellt haben. Die Nutzung der Cloud bietet die fehlende Flexibilit\u00e4t und Agilit\u00e4t und da Unternehmen ihr eigenes Rechenzentrum nicht so schnell aufgeben werden, ist das neue Rechenzentrum eben Cloud-\u00e4hnlich. Das bedeutet, dass das Rechenzentrum neu strukturiert werden muss, um softwaredefiniert zu sein. Um dies zu erreichen, m\u00fcssen Unternehmen softwaredefinierte L\u00f6sungen begr\u00fc\u00dfen und alte Hardware und virtuelle Appliances endlich dorthin schaffen, wo sie hingeh\u00f6ren: Auf den Schrotthaufen der IT-Geschichte. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es scheint ein Widerspruch zu sein: Obwohl die meisten Unternehmen viele ihrer Anwendungen in die Cloud migrieren, erfreut sich das klassische Rechenzentrum nach wie vor gro\u00dfer Beliebtheit. Seit nun mehr als einem Jahrzehnt virtualisieren Unternehmen ihre Rechenzentren und f\u00fchren Cloud-Technologien ein. Und sagten einige Experten vor gut zehn Jahren voraus, dass das Rechenzentrum der Zukunft vollst\u00e4ndig in der Cloud betrieben w\u00fcrde, sehen wir heute, dass dies nicht eingetreten ist. 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