{"id":14581,"date":"2019-06-15T11:35:36","date_gmt":"2019-06-15T09:35:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sysbus.eu\/?p=14581"},"modified":"2019-06-07T10:38:42","modified_gmt":"2019-06-07T08:38:42","slug":"unverschluesselt-im-netz-das-schadet-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sysbus.eu\/?p=14581","title":{"rendered":"Unverschl\u00fcsselt im Netz \u2013 das schadet Deutschland"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Brabbler AG erteilt dem Vorhaben von Innenminister Seehofer zur beh\u00f6rdlichen Einsicht in Messaging-Kommunikation eine klare Absage. Bundesinnenminister Horst Seehofer will die Anbieter von Messenger-Diensten dazu zwingen, verd\u00e4chtige Kommunikation ihrer Kunden auf richterliche Anordnung hin in unverschl\u00fcsselter Form an Ermittlungsbeh\u00f6rden zu \u00fcbergeben. Die Brabbler AG in M\u00fcnchen entwickelt und betreibt selbst IT-L\u00f6sungen f\u00fcr die sichere Kommunikation von Privatpersonen und Unternehmen \u2013 und erteilt diesen Pl\u00e4nen eine klare Absage.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"450\" src=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Brabbler.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-14582\" srcset=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Brabbler.png 750w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Brabbler-300x180.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><figcaption>Screenshot: Sysbus<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>\u201eDas\nVorhaben des Bundesinnenministers w\u00fcrde deutschen B\u00fcrgern und Unternehmen aus\nmehreren Gr\u00fcnden enorm schaden\u201c, sagt Eric Dolatre, CEO bei Brabbler und als\nCo-Gr\u00fcnder von GMX einer der deutschen Internetpioniere. \u201eUm die von Horst\nSeehofer geforderte Funktionalit\u00e4t umzusetzen, m\u00fcssten die Anbieter die\ntechnische M\u00f6glichkeit schaffen, die Kommunikation ihrer Kunden erst einmal\nselbst entschl\u00fcsseln zu k\u00f6nnen. Die Ende-zu-Ende-Verschl\u00fcsselung, die sich ja\ngerade dadurch auszeichnet, dass die Kommunikation ausschlie\u00dflich vom Empf\u00e4nger\nentschl\u00fcsselt werden kann, w\u00fcrde damit de facto aufh\u00f6ren zu existieren. Besteht\ndie M\u00f6glichkeit f\u00fcr Dritte, die Kommunikation zu entschl\u00fcsseln, ist sie\npotentiell unsicher. Damit ist die pers\u00f6nliche Privatsph\u00e4re ebenso gef\u00e4hrdet\nwie das geistige Eigentum von Unternehmen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem\nverweist Brabbler auf die rechtliche Problematik des Vorhabens. So deutet die\nePrivacy-Verordnung der Europ\u00e4ischen Union, die sich derzeit im\nGesetzgebungsprozess befindet, momentan in die entgegengesetzte Richtung.\nArtikel 11 der Verordnung fordert, dass es Mitgliedstaaten verboten sein soll,\nSchutzma\u00dfnamen zu umgehen oder auszunutzen. Tritt der Artikel in dieser Form in\nKraft, w\u00fcrde er deutsche Gesetze, die ihm widersprechen, nat\u00fcrlich aufheben und\ndamit ung\u00fcltig machen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00e4llt\ndie ePrivacy-Verordnung am Ende doch anders aus, stellt sich dennoch die Frage,\nwie ein entsprechendes deutsches Gesetz durchgesetzt werden kann. Laut den\nPl\u00e4nen des Innenministers sollen Anbieter, die keine Entschl\u00fcsselung ihrer\nDienste erm\u00f6glichen, in Deutschland einfach verboten werden. Das m\u00fcsste dann\nkonsequenterweise auch f\u00fcr die entsprechenden Anbieter von\nE-Mail-Verschl\u00fcsselungsdiensten gelten. Solche Verbote w\u00fcrden allerdings eine\nerhebliche Einschr\u00e4nkung der Internet-Freiheit bedeuten. \u201eIn letzter Konsequenz\nm\u00fcsste wohl eine ,Deutschland-Firewall\u00b4 geschaffen werden\u201c, so Dolatre. \u201eWenn\ndas passiert, dann steht das freiheitlich-demokratische Deutschland auf einer\nStufe mit Staaten wie China, Russland oder Saudi-Arabien\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>In\nden Augen des CEO sind die Pl\u00e4ne des Innenministers aber nicht nur hoch\nproblematisch, sondern auch v\u00f6llig \u00fcberfl\u00fcssig: \u201eMit der so genannten\nQuellen-Telekommunikations\u00fcberwachung verf\u00fcgen die Ermittlungsbeh\u00f6rden bereits\n\u00fcber ein mehr als ausreichendes Mittel, um die digitale Kommunikation von\nVerd\u00e4chtigen zu \u00fcberwachen. Verschl\u00fcsselungs-Hintert\u00fcren sind dazu nun wirklich\nnicht mehr notwendig.\u201c Bei der Quellen-TK\u00dc schleusen die Beh\u00f6rden Sp\u00e4h-Software\nin die Systeme von Verd\u00e4chtigen ein und sind damit in der Lage, ihre\nKommunikation zu erfassen, bevor sie verschl\u00fcsselt und nachdem sie\nentschl\u00fcsselt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus\ndiesen Gr\u00fcnden will man das Vorhaben des Bundesinnenministers bei Brabbler\nnicht einfach so hinnehmen. Dolatre: \u201eWir werden uns bis zuletzt gegen diese\nPl\u00e4ne str\u00e4uben. Wenn er Unternehmen wie uns einen Zwang zur Entschl\u00fcsselung\nauferlegen will, muss sich Herr Seehofer schon die Frage gefallen lassen, ob er\neigentlich vorhat, die so zukunftstr\u00e4chtige Digitalwirtschaft aus Deutschland\nzu vertreiben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere\nInformationen:<a href=\"https:\/\/www.brabbler.ag\/de\/\">www.brabbler.ag<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Brabbler AG erteilt dem Vorhaben von Innenminister Seehofer zur beh\u00f6rdlichen Einsicht in Messaging-Kommunikation eine klare Absage. Bundesinnenminister Horst Seehofer will die Anbieter von Messenger-Diensten dazu zwingen, verd\u00e4chtige Kommunikation ihrer Kunden auf richterliche Anordnung hin in unverschl\u00fcsselter Form an Ermittlungsbeh\u00f6rden zu \u00fcbergeben. 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